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Kaiserschnitt: Einfluss auf die Mutter-Kind-Bindung?

Gänsemarsch
Nicht ohne meine Mami

Viele Mütter stellen sich die bange Frage, welchen Einfluss der Kaiserschnitt wohl auf die Beziehung zwischen Mutter und Kind hat. Sie können durchatmen! Denn gleich zu Beginn sei betont: Kein Kaiserschnitt der Welt kann die Mutter-Kind-Bindung zerstören. Die Sectio mag Einfluss auf den Hormonbildungsprozess der Geburt haben. Aber der Aufbau einer sicheren Bindung ist sehr komplex und vielfältig – viele Faktoren sind dafür ausschlaggebend. 

Knapp jedes dritte Kind in Deutschland kommt heute per Sectio auf die Welt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind maximal 15 Prozent medizinisch notwendig, weil beispielsweise die Wehentätigkeit stoppt, die Plazenta sich vorzeitig löst oder die Herztöne des Babys schwächer werden. Die anderen 15 Prozent haben andere Gründe wie eine schwere erste Geburt, Angst vor den Schmerzen oder Angst vor möglichen Komplikationen. Diskussionen über Pro und Kontra des Kaiserschnitts werden wohl nie verebben.

Eine Studie der Yale University

Offenbar zeigen Mamis, die auf natürlichem Weg gebären, eine stärkere Bindung zu ihren Kindern als Mütter, die durch einen Kaiserschnitt entbinden. Zu diesem Schluss kam eine Studie: Ein Forscherteam um James Swain von der Yale Universität veröffentlichte im Fachmagazin "Journal of Child Psychology and Psychiatry" eine Studie mit 12 Mamis: 6 hatten vaginal entbunden, 6 per Kaiserschnitt. 2 bis 4 Wochen nach der Geburt wurden die Gehirnaktivitäten gemessen, während den Müttern die Schreie ihrer eigenen Kinder beim Wechseln der Windel vorgespielt wurden. Die Mamis, die ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt gebracht hatten, zeigten in bestimmten Gehirnregionen, die für Emotionen, Empathie und Motivation zuständig sind, eine deutlich stärkere Aktivität als die Kontrollgruppe. 

Es wird also vermutet, dass eine vaginale Entbindung bestimmte Botenstoffe wie beispielsweise Oxytocin im Gehirn freisetzt, die die emotionale Bindung fördern. Bei einem Kaiserschnitt können sich diese neurohormonalen Faktoren ändern. Auch das Risiko, nach der Geburt an einer Wochenbettdepression zu erkranken, soll nach einer Kaiserschnittentbindung höher sein. Daher sollte allen Anzeichen, die auf eine Wochenbettdepression hinweisen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dazu gehören: anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder starke Müdigkeit. Dennoch sind weitere Studien nötig, um diesen Zusammenhang weiter zu untersuchen und die doch recht geringe Probandenanzahl lässt noch keine allgemeingültigen Schlüsse zu.

Keine Bindung wegen Kaiserschnitt? Nein!

Auf keinen Fall kann behauptet werden, Mamis, die mit Kaiserschnitt entbunden haben, hätten keine Bindung zu ihrem Kind.

Denn: Das Bindungshormon Oxytocin wird auch durch Hautkontakt ausgelöst. Liegt das nackte Baby direkt nach der Geburt (noch auf dem OP-Tisch) auf der nackten Brust der Mutter wird die Oxytocinausschüttung ebenfalls angeregt und löst zudem auch den Milchspendereflex der Mutter aus. Beide sollten in dieser sensiblen Phase nicht gestört werden. Und: Auch der sehr intime Vorgang des Stillens stimuliert und stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind zusätzlich. Und weiters: Ein Großteil der Bindung entsteht durch gemeinsame Erlebnisse, gemeinsam verbrachte Zeit, körperliche Nähe, Blickkontakt, Austausch von Lauten (die Stimme der Mutter ist dem Baby bekannt und beruhigt es), Geruchssinn sowie durch die liebevolle Unterstützung des Kindes von Seiten der Eltern. Und auch noch: Schon während der Schwangerschaft entwickelt sich eine sehr intensive Bindung zwischen Mutter und ungeborenem Kind. Das Kind hört den Herzschlag der Mutter, hört ihre Stimme, ist Teil ihres Körpers – enger geht es kaum, oder?

[AKL]



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Kommentare

1

Was für ein Quatsch!

von seidenschnabel am 07.02.2013 19:48

2

Sicher ist es eine persönliche Einstellungssache, aber ich habe meine Tochter auch leider per Kaiserschnitt entbunden. Ich wollte es nicht, aber es musste wegen BEL in der 34. SSW wegen vorzeitigen Blasensprung sein. Ende vom Lied war, ich habe sie im OP nur sehr kurz gesehen und war dann eine Stunde allein. Dann wurde ich in den Kreißsaal geschoben und da hieß es dann: hier ist deine Tochter und nun freu dich. Natürlich habe ich mich gefreut, aber es hat gedauert. Mir fehlte etwas. Meine Glückshormone kamen nicht. Ich liebe meine Tochter über alles, aber die Stunde hat gefehlt und führte zu stärkeren Wochenbettdepressionen als erwartet. Zum Thema schmerzfrei: So schlimm die Geburt auch ist, aber es ist dann vorbei und die Glückshormone fließen. Beim KS hat man min. zwei Tage schmerzen und keine Hormone die es verschönigen. Hinzu kommmt, dass man in der Narbengegend später oder nie mehr ein Gefühl hat und sich alles wie eingeschlafen anfühlt. KS nein danke Katinke

von Katinke am 08.08.2011 12:03

3

so ein blödsinn!!!! Wie ich normal entbunden habe, hab ich meinen sohn abgestoßen konnte mit ihm rein gar nichts anfangen weil er mir gleich weg gerissen worden ist!! Auch hab ich 1jahr gebraucht bis ich mich nach der geburt wieder erhollt habe,und mir ging es total schlecht und hatte starke depressionen!!!! Beim 2ten hab ich dann kaiserschnitt mit vollnarkose gemacht und es war das beste was mir nur passiert ist,mein kleinen hab ich nach den aufwachen sofort auf den bauch bekommen,kein abquälen,er war bei mir im zimmer konnte eine super bindung aufbauen, und am 2 tag bin ich schon wieder aufgestanden. Eine normale geburt wird immer soooooooo schön geredet,und ich kann nur sagen das ein kaiserschnitt für mutter und kind viel besser ist,den bei der normalen geburt war mein sohn total gestresst!!!

von Mischa87 am 29.06.2011 20:44

4

Also ich habe beide Töchter per KS zur Welt gebracht und habe nich das Gefühl was verpasst zu haben. Da ich Teilnarkose hatte habe ich meine Töchter auch direkt auf die Brust bekommen als ich im Aufwachraum lag. Meine große Tochter hängt sehr an mir.

von maeusel21 am 17.06.2011 15:03

5

Als meine älteste Tochter per KS geholt werden musste, was damals in Vollnarkose geschah, fiel ich in depressive Stimmungen. Ich erwachte aus der Narkose, die OP-Narbe tat weh, die Narkose steckte in den Knochen und neben mir im Bettchen, lag meine Tochter. Angezogen und schon mehr als 2 Stunden alt. Ich fühlte mich wie eine Versagerin, hatte ihre ersten Momente verpasst und diese Schuldgefühle beleiteten mich lange. Erst recht, nachdem mein 2. Kind auf normalem Weg (naja, es war eine Saugglockengeburt, aber wenigstens hatte ich das Gefühl, meinen Sohn selbst geboren zu haben) zur Welt kam. Jahre später las ich zum ersten Mal, dass es vielen Müttern so geht, wie es mir nach der Geburt ging. Das erst half mir, mich mit diesem Gefühl, versagt zu haben, fertig zu werden.

von Moppelchen71 am 01.06.2011 00:10

6

Da ich ja den direkten vergleich habe, kann ich diesen bericht zum teil echt bestätigen... Eric ist ein KS Kind und ich habe ihn nach der Geburt mind. 2 Stunden nicht sehen dürfen. Ich habe echt das Gefühl dadurch viel verpasst zu haben. Anna kam spontan auf die Welt und ich habe sie noch mit Nabelschnur auf meine Brust bekommen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und ich habe diese innigen Minuten sehr genossen. Oft habe ich jetzt noch das Gefühl, dass die Bindung zwischen mir und Anna stärker ist als die zwischen mir und Eric. Das ist so ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann und was mich echt traurig macht. Vuielleicht ist es auch so, weil ich Eric nicht stillen konnte... irgendiwe hat es nicht geklappt, und das soll ja auch am KS liegen. Ich liebe beide Kinder über alles und sie sind das beste was mir passieren konnte. Und Eric ist zum Glück viel kuscheliger gewesen als er klein war und hat vieles wieder wett gemacht.

von rudiline am 29.05.2011 19:44

7

Das ist totaler Quatsch, denn ich habe mit meiner kleinen Tochter eine sehr enge Verbindung und wir kuscheln, singen, spielen, `erzählen`und `beschnuppern`uns, wann immer es geht. Ich war nach dem (eingeleiteten)Kaiserschnitt auch nicht depressiv oder niedergeschlagen. Ich wurde drei Tage danach entlassen und habe mich wahnsinnig schnell erholt. Ich bin Mama mit ganzem Herzen und bekomme die Liebe zurück, die ich meiner kleinen Tochter gebe.

von Sonne121210 am 25.05.2011 07:38


quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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