Mumps, auch Ziegenpeter
genannt, wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und ist eine hoch
ansteckende Krankheit, die gehäuft bei Kindern zwischen dem 4. und
10. Lebensjahr, aber zunehmend auch bei Erwachsenen auftritt.
Beginnend mit grippalen Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit und
Kopfschmerzen folgt nach einigen Tagen eine
schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Später dann meist auch
auf der zweiten Gesichtsseite. Etwas seltener folgt eine Entzündung der
Bauchspeicheldrüse oder anderer Körperdrüsen. Manche Fälle
verlaufen auch ohne typische Symptome, sind aber dennoch nicht minder
gefährlich.
Eine der
häufigsten Komplikationen einer
Mumps-Erkrankung ist Schwerhörigkeit auf einem oder beiden Ohren.
Auch Hirnhautentzündungen treten vielfach auf. Bei Patienten, die
nach Eintritt der Pubertät erkranken, können Entzündungen der
Hoden oder der Eierstöcke und daraus resultierende Unfruchtbarkeit
die Folge sein. Da Mumps im Gegensatz zu anderen Krankheiten nicht
flächendeckend ausgerottet ist, sollte der Impfschutz keinesfalls
vernachlässigt werden.
Eine
Immunisierung gegen
Mumps wird mit einem Lebendimpfstoff vorgenommen, der das Virus in
extrem abgeschwächter Form enthält und keine ernsten Erkrankungen
mehr auslösen kann. Die erste Impfung gegen Mumps kann bei
Säuglingen zwischen dem 11. und 14. Monat erfolgen. Seit 2006 wird
dafür ein Kombinationsimpfstoff (MMR) verwendet, der gleichzeitig
gegen Mumps, Masern und Röteln schützt. Zudem gibt es seit einigen
Jahren auch einen Vierfachimpfstoff, der gleichzeitig einen Wirkstoff
gegen Windpocken enthält und meist bei Kindern bis zum 13.
Lebensjahr verwendet wird.
Für einen sicheren Impfschutz gegen Mumps
soll eine zweite Injektion mit mindestens sechs Wochen Abstand erfolgen.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die zweite Impfung bei Kindern
zwischen dem 15. und 23. Monat. Kinder zwischen 9 und 17 Jahren, die
noch nicht erkrankt waren und bisher keinen Impfschutz haben, sollten
auf jeden Fall geimpft werden, da der Krankheitsverlauf mit
steigendem Alter schlimmer werden kann. Jugendliche und Erwachsene,
die die seit einigen Jahren bei Kleinkindern übliche Zweitimpfung
nicht haben, sollten ebenfalls zur Sicherheit noch ein zweites Mal
geimpft werden.
Vor allem
Frauen mit
Kinderwunsch wird geraten, sich gegebenenfalls mindestens drei Monate
vor Beginn einer Schwangerschaft impfen zu lassen. Eine
Mumps-Erkrankung, die in den ersten 20 Schwangerschaftswochen
auftritt, löst in mindestens einem Drittel der Fälle eine
Fehlgeburt aus.
Die
Masern-Mumps-Röteln-Impfung darf nicht während einer bestehenden
Infektion mit hohem Fieber und bei Schwangeren vorgenommen werden.
Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem soll eine Immunisierung
mit Lebendimpfstoffen nur in dringenden Ausnahmefällen und nach
Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Vorsicht geboten ist auch bei
Menschen, bei denen der Genuss von Hühnereiweiß zu schweren
allergischen Reaktionen führt.[BS]