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Bewegung ist wichtig und fördert eine gesunde Entwicklung des Babys, deswegen sollten Eltern von Anfang an ihr Kind dabei begleiten. Babys sind von Beginn an aktiv und lieben es sich zu bewegen. Liesel Polinski ist Diplom- Sozialarbeiterin und Mitbegründerin des PEKiP®. Mamiweb hatte die Möglichkeit sie, über Bewegung und wie wichtig diese für Babys ist, zu befragen.
Liesel Polinski gibt Anregungen und Tipps aus dem PEKiP® Konzept.
Natalija
Krenz: Warum ist das Fördern der Entwicklung so wichtig?
Liesel Polinski: Im
Leben mit einem Säugling ist es das Wichtigste, aufmerksam aufs Baby
zu schauen, es gut in seiner Entwicklung zu begleiten und seine
Bemühungen selbständig zu handeln zu unterstützen (vielleicht
manchmal mit einer kleinen Hilfestellung). Wenn Sie das Tun des
Kindes und Ihr eigenes Handeln noch mit Worten begleiten, wird das
Baby sich gut entwickeln.
Ein Beispiel aus meiner
PEKiP®-Arbeit: Sie bemerken, dass Ihr Baby nicht so gern auf
dem Bauch liegt. Legen Sie es auf den Bauch und sich selbst davor.
Schauen Sie Ihr Kind an, sprechen Sie mit ihm und sagen, dass Sie
sich freuen, dass Ihr Baby versucht, Sie anzusehen und dass das
richtig anstrengend ist. Sie werden feststellen, dass es länger den
Kopf halten wird als ohne Ihre Begleitung. Eine andere Möglichkeit
ist es, sich neben Ihr Baby zu legen, Ihren Unterarm unter den
Brustkorb des Kindes zu legen und ihm somit erleichtern, seinen Kopf
zu halten. Wenn es in dieser Position seinen Kopf gelernt hat
eine Weile ruhig oben zu halten, geben Sie ihm wieder mehr
Selbständigkeit, indem Sie Ihren Arm weg lassen und das Baby nur
noch sprachlich begleiten.
Hintergrundwissen:
Der Mensch
bewegt sich bereits im Mutterleib. Angeborene Bewegungen sichern das
Überleben des Babys in den ersten Wochen und Monaten. Dabei reagiert
es auf seine inneren und auch schon auf äußere Reize. Das
Neugeborene ist neugierig und bewegungsfreudig und durch seine
neurophysiologische Ausstattung in der Lage, mit seinen ureigenen
Bewegungen, die je nach Temperament unterschiedlich stark sind, auf
die Umwelt und ihre Anforderungen aktiv zu reagieren und sichert
durch Bewegung eine gute allumfassende Entwicklung. Zunächst
geschieht dies mit Hilfe von angeborenen Bewegungsmustern, die sich
bald in bewusste Bewegungen und somit Antworten auf die Umwelt weiter
entwickeln. Es erwirbt über Bewegung wichtige Basiskompetenzen wie
z.B. das Greifen.
In der Hirnforschung wurden gerade in den
letzten Jahren große Fortschritte erzielt, die einen Zusammenhang
von körperlicher Bewegung, sinnlicher Erfahrung und geistiger
Entwicklung feststellten. Eine bewegungsfördernde, anregende und
kommunikative Umwelt hat einen positiven Einfluss auf die geistige
Entwicklung.
Lassen Sie als Eltern z.B. Ihr Kind viele
Materialien mit Händen, Haut und Mund erspüren. Es wird später
immer, wenn es die Materialien sieht, das Gefühl haben, sie erfahren
zu haben.
Natalija Krenz: Was kann die Entwicklung beeinträchtigen?
Liesel Polinski: Die Entwicklung
von Babys kann dadurch beeinträchtigt werden, dass die Eltern wenig
Kontakt zum Kind suchen. Das Neugeborene will sich aktiv mit seinen
angeborenen Kompetenzen der Umwelt stellen. Dazu braucht es die
Bezugsperson/en als „Hilfestellung.“. Das Baby nimmt seine Umwelt
noch nicht durch Vorstellungen und Denken wahr, sondern über seine
Sinne, seinen Körper, seine Bewegungen und sein eigenes Handeln. So
lernt es die Welt kennen, kann seine eigenen Gefühle zum Ausdruck
bringen und tritt in Dialog mit seiner Umwelt. Wichtig ist, dass
Babys in ihrer ureigenen Entwicklung unterstützt werden, wir ihnen
viel Bewegungsraum zu geben, durch den sie immer neue Fähigkeiten
und Fertigkeiten erlernen, die ihnen Erfahrungen mit der Umgebung
ermöglichen.
Auch kann die Babyschale (Autositz), in
der manche Kinder viel Zeit tagsüber verbringen, das Baby in seiner
Entwicklung beeinträchtigen. Das Kind kann in dem Sitz seine Haltung
nicht verändern und keine Drehbewegungen mit dem Körper machen, da
er fest fixiert ist. Der Autositz sollte deshalb nur zur Beförderung
im Auto genutzt werden und auf keinen Fall als Ersatz für den
Kinderwagen. Sie wissen selbst wie anstrengend es ist, lange still zu
sitzen ohne sich zu bewegen.
Auch die Medien können die
Entwicklung des Kindes beeinträchtigen: z.B. wenn das Kind ständig
den Stimmen in Radio und Fernsehen ausgesetzt ist. Es kann sie nicht
zu ordnen, merkt die unterschiedliche Stimmungen, kann das alles aber
nicht verstehen. Auch kann das Kind die schnell wechselnden Bilder
nicht verstehen. Besser ist es, wenn die Mutter /der Vater dem Kind
erzählen, was sie gerade tun, oder ihm ein Lied vorsingen, was auch
ganz frei erfunden sein kann sowohl vom Text als auch von der
Melodie, Babys gefällt es.

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