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Die FSME-Impfung für Kinder

zecke
Echino / Pixelio.de
Zecken: Überträger gefährlicher Krankheiten
Bild: Echino / Pixelio.de
AutoreninfoMag. Birgit Schulz
aktualisiert: 03.02.2011Online Redakteurin
Gesundheit und Homöopathie
Kinder lieben es, in der freien Natur zu spielen und zu toben. Doch nicht immer ist dies ganz risikofrei. In hohen Gräsern und Büschen lauern Zecken, durch deren Biss die gefährliche
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden kann.

Da diese schwere neurologische Schäden verursachen kann, ist es zumindest in FSME-Risikogebieten für Eltern ratsam, über eine entsprechende Impfung ihrer Kinder nachzudenken.

Verbreitung von Zecken

Nicht in allen Regionen Europas tritt FSME gleich stark auf. Am stärksten verbreitet ist die Erkrankung in zahlreichen Ländern Ost- und Südosteuropas. Inzwischen breitet sich FSME jedoch zunehmend auch in Richtung Nordwesteuropa aus. In Deutschland gelten vor allen Dingen die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg sowie einige Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen als Risikogebiete. Im Schwarzwald oder im Raum Passau soll das Risiko besonders hoch liegen, als Ungeimpfter nach einem Zeckenbiss an FSME zu erkranken. Der Risikofaktor liegt hier bei 1 zu 1.000 bis 1 zu 2.000. Zum Vergleich in den anderen Risikogebieten liegt der Faktor etwa bei 1 zu 10.000. FSME-Viren können übrigens prinzipiell auch durch die Milch infizierter Tiere wie Kühe, Ziegen und Schafe übertragen werden.
Außerdem sind ganz Österreich und Teile der Schweiz vom FSME-Virus betroffen.

Das Virus wird vor allem durch die Speicheldrüsen infizierter Zecken übertragen, die sich von menschlichem und tierischem Blut ernähren und sich dazu mit Widerhaken in die Haut ihrer Wirte bohren.

Der Zeckenbiss und seine Folgen

Das Virus gelangt durch das Gewebe in die Blutbahn und kann von dort aus das zentrale Nervensystem befallen. Erste Krankheitssymptome treten meist nach etwa 5 bis 14 Tagen in Form unspezifischer, grippeähnlicher Symptome mit Kopfschmerzen, Fieber und Schnupfen auf. Nach etwa einer Woche ohne Beschwerden kommt es bei etwa jedem dritten Betroffenen zu einem zweiten Krankheitsschub mit heftigen Kopfschmerzen und hohem Fieber. Eine FSME-Infektion kann zu Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks führen, die bei etwa jedem 10. Erkrankten dauerhaft Lähmungen, motorische Schäden und psychische Veränderungen hervorruft.

Etwa ein Prozent der Fälle endet tödlich. Ein Medikament gegen die Viren gibt es nicht, die Behandlung ist bei erfolgter Infektion nur noch symptomatisch möglich. Je älter der Patient ist,desto schwerer ist für gewöhnlich der Krankheitsverlauf.

Da Kinder jedoch oftmals in Gräsern und Büschen spielen, kommen sie allgemein häufiger mit Zecken in Kontakt als die meisten Erwachsenen.

Die Zeckenimpfung

In FSME-Risikogebieten, vor allem in Österreich und Süddeutschland, wird die Impfung daher von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr empfohlen. Auch bei Reisen nach Osteuropa oder in andere stark betroffene Gebiete wird zu der Impfung geraten.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um abgetötete Viren, die keine Erkrankung mehr auslösen können, aber im Körper eine aktive Immunisierung mit Antikörperbildung hervorrufen. Die Impfstoffe für Kinder bis zum 12. Lebensjahr enthalten nur die halbe Antigendosis der Erwachsenenimpfstoffe und sind damit genauso wirksam, aber für den kindlichen Organismus besser verträglich. Für eine Grundimmunisierung ist eine dreimalige Impfung in Abständen von 4 bis 12 Wochen und 9 bis 12 Monaten nötig. Die erste Auffrischung sollte bereits nach drei Jahren erfolgen, alle weiteren nach fünf Jahren. Vor allem in Endemiegebieten tragen die meisten Krankenkassen die Kosten der Impfung.

Nebenwirkungen der Impfung

Als vorübergehende Nebenwirkungen der Impfung können Rötungen und Schwellungen der Impfstelle, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie allgemeines Unwohlsein auftreten. In seltenen Einzelfällen kann es zu allergischen Reaktionen und Erkrankungen des Nervensystems als Folge der Impfung kommen. Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegen Hühnereiweiß und mit bekannten Unverträglichkeiten gegen einen Bestandteil des Impfstoffs sollten sicherheitshalber auf die Impfung verzichten.

[BS]

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