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Wie die Nerven zu behalten, wenn das Kind 'nervt'

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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 12.07.2016Mehrfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung

Eigenes Verhalten prüfen:Nur zu schnell wird aus einem "Ich mache nur schnell diese Sache zu Ende und bin gleich wieder für Dich da." ein etwas ausgedehntes Unterfangen, das wesentlich länger als 'kurz' andauert. Sich dann darüber bewusst zu werden, dass man eigentlich eine Mitschuld trägt, weil man das gegebene Versprechen nicht eingehalten hat, erleichtert das Auskommen mit dem quengelnden Kind meist. Zwischen zwei Telefonaten oder anderen Aufgaben sind es nur wenige Minuten, die intensiv dem Kind gehören können, um dann in Ruhe die nächste Aufgabe in Angriff zu nehmen, ohne dass sich das Kind ausgegrenzt fühlt.

Kurz rausgehen:
In manchen Situationen können Kinder, trotz Erklärungen, nicht verstehen, dass die Eltern gerade jetzt einmal nicht alles stehen und liegen lassen können, um sich ungestört dem Kind zu widmen. Alles Reden und jedes verständnisvolle Entgegenkommen prallt vielleicht am Kind ab und bei Papa oder Mama liegen schließlich, in hilfloser Ratlosigkeit, die Nerven blank. Da ist nichts zu machen, mit einem ruhigen 'Bitte' und auch die sanftesten Kompromisse werden mit Geschrei und möglicherweise Wutanfällen beantwortet. Dann ist der Moment, einmal kurz raus zu gehen. "Ich komme gleich wieder!", Tür hinter sich zu, durchatmen. Das ist in Extremfällen fast wie ein Zaubermittel. Das Kind wird sich nicht gleich verlassen fühlen, weil Mama zwei Minuten im Nebenzimmer ist und sein Leben unter Verlustängsten leiden. Man geht schließlich nicht ständig und schon gar nicht lange raus. Hilfreich ist es, wenn ein Familienmitglied, dass gerade nicht direkt in den Konflikt eingebunden war, ein Auge auf das Kind behält und es vielleicht sogar ablenken kann.


Das Mantra:
Egal wie anstrengend eine Situation scheinbar ist, ein kurzes, eigenes Mantra kann helfen, die eigenen Nerven wieder etwas zu beruhigen. Ein Mantra ist eine sich wiederholende Wortfolge, die ähnlich einer Formel, immer wieder wiederholt wird. Diese Worte sollen im Geist Kraft und Ruhe spenden, um aufgewühlte Emotionen abzuschwächen und sich auf die primären Punkte einer Angelegenheit konzentrieren zu können. Welches Mantra nun für Eltern geeignet ist, sollten sie selbst entscheiden und in eigene Worte fassen. Es können Sätze sein wie “Mein Kind ist noch klein und versteht das alles hier gerade nicht...” oder “In mir liegt die Ruhe und ich strahle sie aus...” Wichtig ist dabei nur, dass das Mantra positiv ist, also nichts in der Richtung wie “Ich bin am Ende, werde mich aber tapfer weiter durch den Tag kämpfen...” Das Mantra kann beliebig oft gesprochen werden. Egal ob im Geiste, geflüstert oder laut ausgesprochen. Wichtig ist nur, dass es durch beständiges Wiederholen so etwas wie einen Trainer darstellt, der seinen Schüler an die Seite nimmt und ihm, im übertragenen Sinne sagt “Du schaffst das, denn Du bist stark, auch ohne dass Du laut wirst oder die Nerven verlierst!”


Das “Nein”:
Ein Wort, mit dem Kinder oft sehr großzügig umgehen, es selbst aber nicht gern hören, ist “Nein”. Dabei wissen die Kleinen, das Wort immer dann einzusetzen, wenn sie sich bewusst gegen etwas entscheiden. Daher gehört für viele Kinder auch ‘Nein’ mit zu den ersten Worten ihres Wortschatzes. Sagen unsere Kinder ‘Nein’, wenn sie wissen “Genau das will ich so jetzt gerade nicht”, sind wir Eltern stolz, zeigt es doch, dass unsere Kurzen selbstbewusst entscheiden und nicht alle Situationen einfach hinnehmen, auch wenn sie sich damit nicht identifizieren können. Warum sollte für Eltern das ‘Nein’ zum Wort werden, das nicht ausgesprochen werden darf? Es vermittelt doch den Kindern etwas, was sie bereits selbst verstehen und anwenden: “Das möchte ich gerade nicht!” Um das ‘Nein’ etwas zu entschärfen und nicht zu sehr nach Ablehnung aussehen zu lassen, kann es an einen Kompromiss geknüpft sein “Nein, jetzt werde ich dieses wichtige Gespräch mit Papa zuerst zu Ende führen. Wenn ich das kann, ohne dass Du mich ständig unterbrichst, könnten wir danach zusammen Dein Bilderbuch anschauen. Was hältst Du davon?” Natürlich ist dann auch Konsequenz gefragt und das Buch wird auf jeden Fall angeschaut, wenn das Kind die Eltern die Unterhaltung fortsetzen lässt. Genauso gibt es aber die Konsequenz, das Buch nicht anzusehen, wenn das Kind die Unterhaltung der Eltern weiterhin unterbricht.

[SyKo]

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