Schaukampf

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Immer die Nase vorn
Immer die Nase vorn
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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 11.03.2020Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Völlig unerwartet, trafen die beiden Giganten unserer Familie zu einem spektakulären Schaukampf auf einander. Es war eine Schlacht, die niemand vorausahnte, jedoch hätten wir die Zeichen vielleicht erahnen können.

Aber wir waren naiv!

Glaubten an das Gute in unserem Hund.

Oder viel mehr an seinen fehlenden Geist.

Im Ring standen sich gegenüber

Titelverteidiger: Joe, auch genannt Warlord, der normannische Krieger.

Alter
39 Jahre

Größe
182 Zentimeter

Kampfgewicht
112 Kilogramm – ja, er hat ein bisschen zugelegt.

Kurzbeschreibung
Joe, jahrelang kampferprobt im täglichen Leben, Ordnungshüter des moppelschen Bandenchaos, Zimmermann, Herrscher über einen 14-Tonnen-Gabelstapler, trinkfest, geduldig und stark.

Besondere Vorlieben
Diebstahl sichere Möbelstücke bauen - zu schwer um geklaut zu werden – und berüchtigt inkonsequent den Kindern gegenüber zu sein.

Seine Herausforderin: Skadi auch berühmt berüchtigt als Skunky oder die dämlichste Deutsche Dogge, die je auf diesem Planeten existierte.

Alter
1 Jahr

Größe
83 Zentimeter (Schulterhöhe)

Kampfgewicht
55 Kilogramm

Kurzbeschreibung
Skadi, langbeiniger Chaosdämon, Allesvertilger - gestern erst wieder einen Fliegenfänger – leichte Züge von Schizophrenie - hält für einen winzigen Schoßhund - willensstark, treudoof, große Klappe, bekloppt.

Besondere Vorlieben
grundsätzlich alles zu machen, was sie eben nicht soll.

Austragungsort

Etwa 25 Quadratmeter großes Badezimmer.

Es war ein spontaner Kampf, nicht geplant und selbst für die beiden Kontrahenten relativ unerwartet.

Mein Mann suchte Entspannung, ließ sich die Badewanne voll laufen und glitt genüsslich hinein. Kurz vor der Schlacht, als noch niemand das Bevorstehende ahnen konnte, stattete ich ihm einen kurzen Besuch ab, um Handtücher ins Regal zu legen. Relaxed lag er dort in Schaumbergen, den Kopf - außer Nase und Mund - unter Wasser und ließ sich treiben. Um ihn nicht zu stören, ließ ich ihn allein. Diese Stunde voll Wellness sollte ihm gegönnt sein.

So ging ich wieder nach oben. Es dauerte nicht lange, da stampfte mein Mann wutschnaubend und laut schimpfend die Treppen herauf. Beim nächsten Mal würde er sich eine Dreiklang-Fanfare mit ins Bad nehmen, da man in diesem Haus ja um Hilfe schreien könne, wie man wolle ohne solche zu bekommen. Wir guckten ihn verdattert an.

Gerade wollte ich fürsorglich nachfragen, welche Laus ihm denn über die Leber gelaufen sei, als er schon zu einer wahren Schimpftirade ansetzte. Wild gestikulierend verschaffte er uns dann das Bild von einer Szene, die wir gerne miterlebt hätten. Was wir ihm lieber verschwiegen.

Also, Moppelchen verlässt das Bad.

Moppels Mann gleitet weiter entspannt durch die Schaumberge mit sich selbst im völligen Einklang und in seelischer Harmonie.

Da er die Ohren unter Wasser hat, kann er sie nicht hören, die Musik des Thrillers Der weiße Hai: Tam-tam-tam-tam-tam-tam-tam.... Ein leichter Lufthauch streift seine Nase.

Er blinzelt in wohliger Erwartung, sein Weib suche hauchend seinen Mund, um sich einen Kuss zu rauben.

Doch dann reißt er erschrocken die Augen auf!

Über ihm ein riesiges, dunkles Gesicht mit braunen Augen und Hängelefzen, die ihn erregt an geifern.

SKADI!

Seit unser Hund herausgefunden hat, wie man Türen öffnet, schließen wir ab. Von außen, also wenn die Räume gerade nicht genutzt werden!

So kann es durchaus sein, dass man auf dem Klo plötzlich Besuch bekommt, der sich vor denjenigen setzt, der sich gerade in privater Einsamkeit wähnt. Sie starrt dem, mit seinem natürlichen Drang Beschäftigten, tief in die Augen bis dieser jegliche Konzentration verliert und das mühsam Begonnene aufgibt, um es fortzusetzen, wenn der Hund Gassi geht. Das sind dann auch immer die Stoßzeiten auf unseren beiden Toiletten. Doch zurück um auf den Kampf. Skadi, an sich dermaßen wasserscheu, dass schon feuchte Füße beim Spaziergang sie tänzeln lassen wie ein Lipizzaner der spanischen Hofreitschule, beschließt nun kurzfristig, mit in die Wanne zu steigen. Denn alles, was für Papa gut ist, kann ihr auch nicht schaden. Nun liegt also mein Mann in der vollen Wanne, versucht krampfhaft Halt zu finden und unseren Hundegiganten von sich weg zu schieben. Doch der will sich partout nicht davon abhalten lassen, zu ihm ihn ins Wasser zu klettern.

Zwei der beiden größten Dickköpfe unserer Familie, beide stur und unnachgiebig! Die theoretische körperliche Unterlegenheit der deutschen Dogge wird durch die Tatsache wettgemacht, die bessere Position – oben - inne zu haben und weil der stärkere Gegner, in der vollen Wanne, nicht den nötigen Halt findet, um den Köter von sich zu schieben. In seiner Not weiß er sich schließlich nicht anders zu helfen, als nach der Brause zu greifen und diese wie einen Wasserwerfer gegen den Eindringling einzusetzen. Lefzen flatterten im Wasserstrahl!

Noch ein kurzer Moment der Gegenwehr und dann lässt sie von ihm ab. Schüttelt sich kurz und verlässt mit dem dann-eben-nicht-du-weißt-ja-gar-nicht-was-du-verpasst-Blick das Bad.

Zurück bleibt ein völlig abgekämpfter Joe, der entnervt auf die Überschwemmung um sich starrt, sich dann, im Adamskostüm, den Wischmopp zu greifen und die Spuren der Wasserschlacht zu beseitigen.

Während nun mein Mann fuchtelnd und schimpfend vor uns steht und sich darüber auslässt, dass er sich aber NIE WIEDER eine deutsche Dogge ins Haus holen werde, trottet die Hündin ins Zimmer, baut sich nass neben ihm auf und schmachtet ihn mit einem Blick an, der deutlich "Hat es Dir auch so gefallen, wie mir, Chérie?" fragt. Joe starrt Skadi, aus deren Blick ganze Herzchenarmeen entschweben, an. Er setzt zu einer weiteren Schimpftirade an, stockt jedoch, winkt ab und lässt sich aufs Sofa fallen.

Es plumpst

Seine treue Nixe rollt sich vor seinen Füssen zusammen, himmelt noch einmal kurz zu ihm hinauf und lässt erschöpft den Kopf fallen, um blitzartig in lautes Schnarchen zu verfallen. Mein Mann grinst. "Wie gut, dass wir noch eine Dusche haben! Die Schiebetüren kriegt sie nämlich nicht auf!"

Warte es ab, mein Lieber, unser Hund ist verdammt lernfähig!

[SyKo]

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