Frauen träumen anders als Männer

apfelkuchen-traum
.. aber bitte mit Sahne!
.. aber bitte mit Sahne!
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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 11.02.2020Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Es gibt Tage da frage ich mich, ob allein das Geschlecht schon Männer und Frauen zu genetisch völlig unterschiedlichen Gattungen macht.

Da sind so viele Nichtgemeinsamkeiten, dass ich manchmal denke, nach Spezies eingeteilt, liegen Damen und Herren in etwa so weit auseinander wie Fische und Vögel. Frauen diskutieren zumeist gern, während die Männer schon einfache Sätze wie "Die Zahnpasta ist alle!" nicht über die Lippen bringen. Mag man es für symbiotische Zusammenarbeit halten, wenn Frau sich bemüht etwas aufzuräumen und der Mann meint die Langeweile seiner Holden nur bekämpfen zu können, indem er wieder alles hinwirft.

Aber zumindest verschaffen die bei Frau dadurch entstehenden Emotionsausbrüche dem Nachwuchs den Vorteil, dass Mutter so manches Mal denkt: "Kinder, von mir aus noch zehn davon! Aber es wird einen Grund haben, dass man nur einen Ehemann haben darf. Das Gesetz wurde von einer erfahrenen Frau verfasst!"

Nun zeigen sich die Unterschiede jedoch auch in weniger brisanten Lebensbereichen, wie ich diesmal am eigenen Leib spüren konnte. Grund dafür: mein nächtlicher Traum. Ich gebe zu, ich träume oft einen Wirrwarr zusammen, der sich mit Monty Python Filmen messen kann, während mein Gatte sich insgesamt nur daran erinnert geschlafen zu haben. Und es kam schon einmal fast zu einem Drama, als ich träumte, mein Mann habe sich von seiner Ex zu einer vergnügten Fahrt ins Blaue abholen lassen, von der er dann Tage und Nächte nicht zurückkam und ich ihn, als ich morgens erwachte und mich noch nicht sortiert hatte, lynchen wollte.

Das heißt allerdings nicht, dass mein Schatz nicht träumt!

Als wir von einem Konzert kamen, wo er seine Lieblingsband Manowar endlich einmal live erleben konnte, war er so beeindruckt von dem Bühnenspektakel, dass er mir darauf hin ein halbes Jahr lang Nacht für Nacht im Schlaf lauthals GODS OF WAR im Repeatmodus vor summte und dabei das Bein, im Takt, auf die Matratze schlug.

Nun jedoch hatte ich einen schönen, wenn auch etwas verrückten Traum.

Ich träumte mein Schatz und ich wären allein unterwegs und würden in einem romantischen kleinen Städtchen in einem Café einkehren. Nur saßen wir dort nicht an einem Tisch, sondern ruhten auf einem kuscheligen Lager, eingehüllt in Decken, komplett nackig und neckten uns in Verliebtheit. Währenddessen bestellten wir bei einer sehr netten Servicekraft heißen Apfelkuchen mit Schlagsahne und Kakao, um dies dann kichernd zu genießen.

Diesen Traum erzählte ich morgens meinem Mann, der einen zunehmend verklärten Blick bekam und als ich meinte so in der Art könnten wir es uns ja abends vor dem Fernseher gemütlich machen, verfiel Joe in das hektische Nicken eines Frettchens. In der Hoffnung auf einen Abend voller Romantik besprachen wir später den Einkaufszettel. Schließlich nannte ich auch den besagten und so nötigen Apfelkuchen, der für mich das Highlight des Abends darstellen sollte, sowie die Schlagsahne. Verblüfft und fragend sah mein Mann mich an.

In mir stieg die Erkenntnis auf, dass hier wieder einmal der Unterschied der Geschlechter zugeschlagen hat. Denn während ich noch von einem kulinarischen Erlebnis sinnierte, schien die Auffassungsgabe meines Mannes irgendwo um die Worte nackig und Decke den Notausschalter gedrückt zu haben. So beraubte mich der nächste Satz sämtlicher Illusionen: "Also das mit deinem Traum finde ich toll, aber ich hab noch immer nicht verstanden, warum zum Henker Du Apfelkuchen brauchst?"
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Alles aus Liebe ...
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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 11.02.2020Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Innerlich mich selbst zur Ruhe und äußerlich ihn zum Zuhören zwingend, ergänzte ich seine Informationslücken, bis auch er endlich verstanden hatte, dass wir in meinem Traum gar nicht wie wilde Tiere übereinander her gefallen waren.Ein wenig enttäuscht war er schon, das gebe ich zu, doch zumindest konnte er dem Gedanken kuschelnd Apfelkuchen zu essen auch vorteilhafte Seiten abgewinnen.

Einige Tage später schleppte mein Göttergatte vom Einkaufen gleich zwei Apfelkuchen nach Hause plus acht Becher Schlagsahne, die er mir mit verschmitztem Lächeln, präsentierte. Ein Abend in liebevoller Zweisamkeit schien sicher, der zusätzlich noch von einem guten Film gekrönt werden würde.Innerlich mich selbst zur Ruhe und äußerlich ihn zum Zuhören zwingend, ergänzte ich seine Informationslücken, bis auch er endlich verstanden hatte, dass wir in meinem Traum gar nicht wie wilde Tiere übereinander her gefallen waren.

Ein wenig enttäuscht war er schon, das gebe ich zu, doch zumindest konnte er dem Gedanken kuschelnd Apfelkuchen zu essen auch vorteilhafte Seiten abgewinnen.

Einige Tage später schleppte mein Göttergatte vom Einkaufen gleich zwei Apfelkuchen nach Hause plus acht Becher Schlagsahne, die er mir mit verschmitztem Lächeln, präsentierte. Ein Abend in liebevoller Zweisamkeit schien sicher, der zusätzlich noch von einem guten Film gekrönt werden würde.

Wenn denn nicht ..

Ja, in meinem Traum war alles so schön!

Nur die Realität, sieht manchmal etwas anders aus. Kaum witterten meine Söhne den gefrorenen Apfelkuchen, wurden sie plötzlich sehr familiär.

Und ich schwöre, jeder Drogenspürhund wäre für eine solche Nase rückwärts gelaufen, denn durch geschlossene Gefrierschranktüren den Inhalt schnuppern, das schaffen wohl nur pubertierende, männliche Fressmaschinen. Den ganzen Abend klebten sie an uns, schnurrten wie Kätzchen und auf mein Argument, dass es nur nackig kuschelnd unter der Decke was gäbe - sonst ist die Androhung Mama nackt zu sehen das Erste, was meine Söhne flitzen lässt - kam von meinem Großen nur "Okay, aber nur wenn ich dafür auch Apfelkuchen bekomme!"

Es half nichts, wir mussten also teilen.

Somit stand fest, dass zumindest im Punkt Nacktheit die Pläne etwas geändert werden mussten, indem wir aus nackt eher leger machten. Während nun der Kuchen im Ofen aufbuk, schlug ich die Sahne, mein Mann klappte die Couch aus und meine Söhne saßen sabbernd im Sessel in freudiger Erwartung ob ihres Apfelkuchens.

Alles fertig!

Und nun stelle man sich unter Dagegenhalten des Traums folgendes Szenario vor: Moppelchen hüpft auf die Couch, einen Riesenteller mit Apfelkuchen und einem Berg Schlagsahne, den man übers Hochbauamt eintragen lassen müsste, auf dem Schoß... Federkissen im Rücken,... Film fängt an, Mann stürzt noch eben schnell aus den Schuhen heraus neben sein begehrenswertes Weib, das fürsorglich seinen Teller hält, bis er eine bequeme Position eingenommen hat,... Moppelchen will grad den ersten Bissen in den Mund schieben,... schnuppert,... "Stopp, alle die Gabel weglegen, mit dem Kuchen stimmt was nicht! Der riecht!" Drei Nasen tunken in die Sahne, inhalieren, gucken mich an. "Nö, der riecht doch lecker!"

Neuer Versuch... gleiches Resultat. Meiner Meinung nach riecht der Apfelkuchen etwas streng.

Mittlerweile gucken mich meine Männer an, als wären sie noch nicht ganz sicher, welchen Facharzt ich benötige. Ich stelle den Teller zur Seite. Der Kuchen riecht immer noch! Und dann verfängt sich mein Blick an den Stiefeln meines Mannes, gleitet zu seinen Socken, die sich lasziv über den Schaftrand räkeln. "Schatz,... könntest Du eventuell... Ich meine, Du hast den ganzen Tag die Stiefel angehabt...!"

Mit dunkelrotem Kopf hatte er verstanden. Stiefel und Socken raus, Mann wieder auf Couch, Decke übergeworfen, Teller auf Schoß, Apfelkuchen und Sahne in der Portionsgröße für 6-köpfige Familie auf Kuchengabel, mit beiden Händen die Gabel gen Mund stemmend... Neben mir fängt mein Mann an zu vibrieren, sein linker Arm schnellt nach vorn... verlegen schaut er mich an. Mit einem Höllenlärm brummt der Kasten, den er wie ein Handtäschchen umgehängt hat: Sein Langzeit-EKG!

Ein tiefer Seufzer, soviel zur Romantik!

Im Viertelstundenrhythmus vibriert links von mir mein Mann, boxt dabei jedes Mal gegen die Gardine, sodass selbst die Katzen schon die Flucht ergreifen und ich jeden Moment mit Besuch vom Verfassungsschutz rechne, der Apfelkuchen bläht meinen Magen auf wie einen Fesselballon und meine Söhne kichern, weil sie die Romantik des Films für Zeitverschwendung halten.

Meine Söhne, gesättigt und mit Bauchschmerzen vom Lachen, weil Mutter abwechselnd vor Rührung um den Film und Verzweiflung über das Gelächter der Söhne, Tränen überströmt in ihren Kissen kauert und dicke Backen macht, weil der Apfelkuchen partout nicht hinunter will, sind weg. Der Film nähert sich einem völlig konfusen Ende, mein Mann vibriert weiter, jede Erschütterung treibt die Sahne wieder die Speiseröhre hinauf und ich schwöre mir in dem Moment, nie wieder auch nur in die Nähe von Apfelkuchen zu kommen.

Mein Mann lächelt mich an.

"Gell, Maus, so in etwa hast Du Dir das in Deinem Traum vorgestellt?" Und tief in mir höre ich die Fanfaren blasen Leider verloren!, während ich ein dankbares Lächeln an meinen Schatz zurückwerfe. "Ja, Schatz, ich bin froh Dich zu haben! Du redest nicht nur von Romantik, Du schenkst sie auch und das sogar besonders großzügig!"

[SyKo]

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1 Kommentar

1

voll süß geschrieben,jaa solche unterschiedliche auffassung eines traumes kenn ich nur zu gut!

von Nadine85 am 20. 02. 2013


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