Einsame Mutter - die Isolation vieler Frauen

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Nie alleine und doch einsam.
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Nie alleine und doch einsam.

Unterschätzt werden häufig die Einsamkeit von Müttern und die Isolation in der sich viele Frauen befinden.

Doch warum sind gerade junge Mütter so einsam, obwohl sie doch permanent von ihrem Kind umgeben sind? Diese und weitere Fragen beantworten wir hier in diesem Artikel.

Was du hier lesen kannst:
  1. Warum viele Mütter sich einsam fühlen
  2. Gründe für die häufig selbstgewählte Isolation
  3. Verantwortung und Überforderung
  4. Gefangen im Alltag
  5. Depressionen und Einsamkeit eine Gefahr für Mutter und Kind
  6. Raus aus der Isolation

Warum viele Mütter sich einsam fühlen

Während die Zeit der Schwangerschaft für die meisten Frauen in der Regel noch sehr angenehm und vollkommen normal verläuft, ändert sich spätestens mit der Geburt alles. Natürlich dominiert gerade zum Anfang die Freude über den Familienzuwachs und man kann sich als Mutter darüber freuen, dass es viele Menschen gibt, die helfen wollen, die zu Besuch kommen und auch innerhalb der eigenen Familie versucht jeder, die gerade frisch gebackene Mutter zu unterstützen. Leider vergeht diese Phase recht schnell und der Alltag kehrt wieder ein.

Während die meisten anderen Familienmitglieder ihren geregelten Tagesabläufen nachgehen, heißt es für die junge Mutter nun zu Hause bleiben und sich um den Haushalt und um das Kind kümmern. Dies sorgt häufig dafür, dass die Frauen sich in ihrer Rolle nicht ganz wohl fühlen und obwohl sie den ganzen Tag mit ihrem Baby zusammen sind, sie sich schrecklich einsam fühlen, was ihre Stimmung drückt, aber im schlimmsten Fall auch für das Kind dramatische Konsequenzen haben kann.<(p>

Gründe für die häufig selbstgewählte Isolation

Häufig kann man beobachten, dass viele Frauen sich in einer selbst gewählten Isolation befinden, für die sie natürlich sinnvolle und gute Gründe haben, die sie aber trotzdem sehr vereinsamen lassen. Schnell kommen dann Fragen auf, ob es das wirklich schon gewesen ist und ob ein Kind wirklich die richtige Entscheidung war. Ein sehr großer Teil der jungen Mütter verlässt das Haus nach der Geburt deutlich weniger als vorher, bricht den Kontakt zu Arbeitskollegen, Freunden und Familie größtenteils ab und lebt nur noch für das Kind. Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber wir wollen im folgenden einmal auf die Hauptgründe dieses Phänomens eingehen.

Verantwortung und Überforderung

Die Vereinsamung der jungen Mutter ist häufig ein Resultat aus einer Mischung von Überforderung und Verantwortungsbewusstsein, welches in der Regel stark übersteigert ist. Die eine Sorte von Müttern will ihrem Kind einfach nicht zu viel zumuten. Sie bleiben lieber zu Hause im geregelten Umfeld, in dem sie alles kontrollieren können. Diesen Frauen ist überdeutlich bewusst, dass das Leben und die Entwicklung ihres Kindes vollkommen auf ihren Schultern ruhen. Sie wollen alles richtig machen und sie fürchten sich vor allem Unbekannten, da sie nicht abschätzen könnten, ob das Unbekannte vielleicht irgendwie schädlich für ihr Kind sein könnte. Hier kann man beobachten, dass die Frauen auch vermeiden, Besuch bei sich Zuhause zu empfangen, weil sie ihr Kind schonen wollen. Als Gründe dafür kann eine Überforderung des Kindes, die Angst davor, dass das Kind, wenn es überreizt wird, womöglich durchgängig schreit, aber auch die Furcht vor Krankheitserregern, genannt werden.

Viele dieser Frauen kennen die Schlafenszeiten der Babytabellen in- und auswendig und kommen nur schlecht damit klar, dass ihr Baby sich nicht an diese Standards hält. Häufig suchen sie für das Kind, das weniger schläft und mehr schreit, dann die Schuld bei sich und igeln sich immer weiter ein. Andere junge Mütter scheinen einfach komplett überfordert mit der Pflege ihres Babys zu sein. Der Grund hierfür liegt oft einfach darin, dass unsere eigenen Kinder oft die ersten Kinder sind, mit denen wir einen engeren Kontakt haben. Viele junge Mütter haben noch nie eine Windel gewechselt, noch irgendwelche anderen praktischen Erfahrungen mit Babys und Kleinkindern gemacht.

Ein Versäumnis durch unsere auf die Kernfamilie fokussierte Gesellschaft, dass uns hier in den Hintern beißt. Viele junge Mütter haben auch einfach unterschätzt, wie anstrengend ein Baby tatsächlich sein kann. Ein Baby zu haben bedeutet in der Regel, dass man 24 Stunden am Tag im Dauereinsatz ist und doch nirgendwo ankommt, zumindest fühlt es sich so an. Viele Frauen unterschätzen auch, wie wenig das Muttersein in der Gesellschaft angesehen wird und wie stark der Druck auch von außen sein kann, mehrere Dinge gleichzeitig auf den Weg zu bringen. Es ist also auch nicht weiter verwunderlich, dass sich viele Frauen in verschiedenen Stadien der Überforderung befinden. Die einen haben den Zeitaufwand und die Pflegebedürftigkeit eines Kindes womöglich gründlich unterschätzt und haben Probleme, die alltäglichen Dinge, ihren Tagesablauf und das Kind sinnvoll unter einen Hut zu bringen und brechen aus dieser Begründung Kontakte nach außen ab, da sie nicht eingestehen wollen, dass sie mit Haushalt und Kind einfach überfordert sind. Aber auch die Bedürfnisse des Kindes zu befriedigen ist nicht immer leicht und je schwerer es der Mutter fällt, angemessen mit ihrem Kind umzugehen, desto mehr wird sie sich isolieren. Die Furcht vor weiteren anstrengenden Dingen, wie zum Beispiel einer Krankheit sorgt nicht zuletzt dafür, dass die Mutter am liebsten in ihrer kleinen Blase bleiben würde, in der sie zwar sicher vor Kritik und unerwünschten Störungen ist, gleichzeitig aber auch unglaublich unzufrieden, da sie in diesem Zustand komplett vereinsamt.

Mehr zum Thema Überforderung kannst du hier lesen: Wenn Mutter müde ist.

Gefangen im Alltag

Doch selbst Frauen, die weder eine übertriebene Verantwortung an den Tag legen noch mit der Situation und dem Kind überfordert sind, ziehen sich teilweise aus ihrem Freundeskreis zurück bzw. isolieren sich selbst. Der Grund hierfür ist meistens ganz einfach darin zu finden, dass man zwischen Kind und Haushalt, welche perfekt versorgt und gemacht werden wollen, einfach keine Zeit mehr hat, um noch Freunde zu treffen. Auch ergibt sich hier oft ein zeitliches Problem, denn die Freunde sind weiterhin berufstätig, was häufig dazu führt, dass gemeinsame Unternehmungen deutlich erschwert werden. Als Hausfrau und Mutter ist man gerade bei jungen Kindern so heftig eingespannt, dass einem schlichtweg häufig die Zeit, aber auch häufig die Energie fehlt, um noch auszugehen, Freunde zu treffen oder Besuch zu empfangen. Diese Frauen reiben sich im Alltag auf und an ihnen ziehen die Wochen einfach so vorbei, ohne dass sie bemerkten, wie schnell die Zeit doch vergeht.

Depressionen und Einsamkeit eine Gefahr für Mutter und Kind

Aus der Einsamkeit, die viele Frauen verspüren, kann schnell eine depressive Verstimmung oder auch eine ausgewachsene Depression werden. In der Regel wird dieses nicht erkannt und so steigern sich die Depressionen häufig über die Zeit auf ein gefährliches Maß. In Deutschland werden in der Regel drei Kinder pro Woche getötet. Viele davon direkt durch ihre Eltern und relativ zeitnah nach der Geburt. Die Dunkelziffer dürfte durchaus deutlich höher liegen. Es gibt keine genaue statistische Erfassung, welche Gründe den Kindstötungen zugrunde lagen, doch es ist davon auszugehen dass nicht wenige davon durch Überforderung, Depression und Einsamkeit mitverursacht wurden. Auch berichten gerade Mütter, die ihre Kinder stark vernachlässigt, vielleicht sogar misshandelt haben, davon, dass ihnen einfach alles über den Kopf gewachsen ist und sie das Kind als Hauptschuldigen für ihre derzeitige Situation ausgemacht haben.

Natürlich wird nicht jede Mutter, die sich ein wenig einsam fühlt, ihrem Kind Schaden zufügen, doch man darf nicht außer Acht lassen, dass genau dies passieren könnte. Wenn der Druck, den die Frau durch die Einsamkeit empfindet und vielleicht auch einer entstehenden Depression zu groß wird, kann es durchaus passieren, dass das Kind vernachlässigt wird oder womöglich sogar misshandelt. Hierbei handelt es sich vor allem um eine sehr drastische Form von Konsequenzen, die wohl nur in den seltensten Fällen wirklich eintritt, über deren Gefahr man sich allerdings bewusst sein sollte.

Raus aus der Isolation

Die Isolation zu verlassen, ist in der Regel gar nicht so schwierig und kostet doch einige Überwindung, aber um das tun zu können, muss man sich zu aller erst einmal eingestehen, dass man ein Problem hat. Gehörst du zu den Leuten, die sich mit ihrem Kind nicht mehr so ganz wohl fühlen, die sich einsam fühlen, vielleicht auch depressiv, die Freunde schon seit Tagen, Wochen vielleicht sogar schon seit Monaten nicht mehr gesehen haben und außer mit dem Kind und eventuell dem Partner nach der Arbeit keinen Kontakt mehr zu irgendwelchen Leuten pflegen, dann solltest du dringend herausfinden, warum das so ist. Sobald einem bewusst wird, dass man sich selbst isoliert, kann man etwas dagegen tun. Zuallererst einmal muss man sich klar werden, dass es für jedes Problem, dass man kennt, in der Regel auch eine Lösung gibt. Hast du zum Beispiel Angst, dass du dein Kind überfordert ist, wenn du deine Wohnung verlässt oder Besuch empfängst, so könntest du dieses Thema bei einem Kinderarzt einmal ansprechen oder auch mit deiner Hebamme abklären. Auch ein beratendes Gespräch bei einer Erziehungshilfe kann hier durchaus wahre Wunder bewirken. Fühlst du dich selbst überfordert, ist es vielleicht notwendig, mehr über die Bedürfnisse deines Kindes in Erfahrung zu bringen und zu versuchen, mithilfe von etwas Zeitmanagement und dem Anhäufen von Wissen über die Zusammenhänge hier etwas gegenzusteuern. Verfängst du dich einfach nur im Alltag und bemerkst gar nicht, dass schon wieder einige Wochen ins Land gezogen sind, so hilft es einfach mit der Hilfe eines Terminkalenders feste Zeiten einzuplanen, an denen du etwas mit Freunden oder Bekannten unternimmst.

Des Weiteren bieten Krabbelgruppen, Schwimmkurse für Babys, Besuche im Park, aber natürlich auch diverse Anlaufstellen im Internet eine Möglichkeit mit anderen Frauen und Mütter in Kontakt zu kommen und sich mit diesen einmal auszutauschen. In der Regel kann man sagen, dass diese Aktivitäten auch den Kindern gut tun, denn man darf nie unterschätzen, wie stark sich das Wohlbefinden der Mutter auf das Wohlbefinden des Kindes auswirkt. Ist die Mutter gelassen und zufrieden, wird in der Regel auch das Kind deutlich gelassener und zufriedener sein als bei einer Mutter, die depressiv und einsam ist. Darüber hinaus kann es unglaublich wichtig sein, sich auch einmal eine Auszeit vom Mamisein zu verschaffen. Viele Mütter empfinden dies als sehr negativ, da sie dann den Eindruck haben, dass sie eine schlechte Mutter wären, doch das Gegenteil ist der Fall. Sich einzugestehen, dass man eine Pause braucht und sich diese auch zu verschaffen, ist nicht nur im Sinne der Mutter selbst, sondern auch im Sinne des Kindes, dem nicht damit geholfen ist, wenn es der Mutter nicht gut geht.

Verschaffe dir einfach ein wenig Zeit, wo du dich einmal nicht um das Baby kümmern musst, und überlasse das Kind kurzfristig deinem Mann oder einem Babysitter. Am besten ist es hier, wenn es regelmäßig kleinere Zeitfenster gibt, in denen du Dinge tun kannst, die du mit dem Kind selbst nicht tun kannst und wo du einmal nur für dich da sein musst. Bei starken Problemen solltest du den Rat eines Arztes konsultieren. Auch das Gespräch mit einer Erziehungsberatung kann Abhilfe schaffen und du solltest dir immer bewusst sein, dass es kein Zeichen von Versagen ist, dass auch du einmal Ruhe brauchst oder etwas anderes sehen möchtest als den Haushalt und dein Kind. Darüber hinaus weißt du nun, dass du nicht alleine bist. Ein großer Teil der jungen Mütter leidet unter der Einsamkeit, die das Muttersein teilweise mit sich bringt. Du kannst an der Einsamkeit jetzt sofort etwas ändern, indem du dich spontan anziehst und hinausgehst, so die Uhrzeit und das Wetter dementsprechend sind. Ist einer dieser Faktoren gerade nicht so günstig, könntest du zumindest zum Telefon greifen und jemanden anrufen, den du kennst oder dir ein Telefonat mit einem Freund für die nächste Zeit einplanen. Auch könntest du in ein Forum für Mütter gehen. Hier kannst du dir sicher sein, dass du Gleichgesinnte finden wirst und meist dauert es auch nicht lange, bis sich aus Bekanntschaften vom Spielplatz, der Krabbelgruppe oder auch aus dem Internet teilweise richtige Freundschaften entwickeln.

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