Babyentwicklung - 1. Lebensmonat

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Der angeborene Saugreflex ist für das Neugeborene enorm wichtig
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Der angeborene Saugreflex ist für das Neugeborene enorm wichtig

Kaum ist das Kind auf der Welt, will man als frisch gebackene Eltern natürlich wissen, was nun weiter mit dem Kind passiert. Wie die Babyentwicklung im 1. Lebensmonat aussieht, was es zu wissen und zu beachten gibt, kannst du hier lesen.
Was du hier lesen kannst:
  • Größe und Gewicht
  • Ernährung
  • Motorische Entwicklung
  • Beziehungsverhalten
  • Schlafentwicklung
  • Entwicklungssprung
  • Wie du deinem Kind helfen kannst
  • Beschäftigungsideen
  • Gefahren und Interessen

Größe und Gewicht

Mit der Geburt endet die automatische Versorgung des Kindes durch die Mutter. In der Regel hat dies zur Folge, dass Kinder innerhalb der ersten Tage nach der Geburt erst einmal abnehmen. Unter anderem liegt dies meistens auch darin begründet, dass sich der Milcheinschuss und somit die weitere Versorgung des Kindes erst einige Tagen nach der Geburt richtig einstellt. Ihr Geburtsgewicht erreichen die meisten Kinder erst wieder am zwölften Tag nach der Geburt, also nach etwa einem halben Monat. Hierbei kann es durchaus sein, dass die Kinder im Durchschnitt 3 bis 6% von ihrem Geburtsgewicht verlieren, bevor sie wieder zunehmen. Dies ist vollkommen normal und kein Grund zur Sorge.

Ganz allgemein kann man sagen, dass ein Kind eine Gewichtszunahme im ersten Lebensmonat von etwa 80-300g pro Woche an den Tag legen wird. Auch das Größenwachstum, also genauer gesagt die Körperlänge, nimmt rasant zu. Innerhalb der ersten drei Monate kann man beobachten, dass ein Kind im Durchschnitt etwa 3,5cm pro Monat wächst, was in etwa 1mm Körperlänge pro Tag entspricht. Das ist auch die Begründung dafür, dass gerade innerhalb des ersten Lebensjahres die Kleidung teilweise binnen weniger Wochen von zu groß auf zu klein wechselt. Auf die Messungen sollte man innerhalb des ersten Lebensjahres nicht allzu viel geben, da sich Säuglinge in der Regel nur sehr schlecht und sehr ungern messen lassen und diese hierdurch häufig recht ungenau sind. Auch das Kopfwachstum ist innerhalb des ersten Lebensjahres enorm. So nimmt der Umfang des Kopfes im Schnitt pro Monat um etwa 1cm zu.

Ernährung

Auch im Bereich der Ernährung muss sich das Kind nach der Geburt heftig umstellen. Bisher wurde es hervorragend und mit allem, was es braucht durch die Nabelschnur und den mütterlichen Organismus versorgt. Nach der Geburt muss das Kind alleine klarkommen. Hierbei lässt sich beobachten, dass binnen der ersten 5-10 Lebenstage sowohl die Nahrungsaufnahme als auch die Verdauung eines Säuglings noch nicht voll funktionsfähig sind. Hieraus resultiert häufig, dass die Kinder während der ersten Lebenstage an Gewicht verlieren, welches sie aber, wie oben schon genannt, wieder aufholen und spätestens am zwölften Tag ihr Geburtsausgangsgewicht wieder erreicht haben.

Für die Ernährung des Säuglings sind vor allem drei angeborene Reflexe von äußerster Wichtigkeit. Zum einen wäre dort der Suchreflex, der dafür sorgt, dass wenn etwas die Wange oder die Lippen des hungrigen Neugeborenen berührt, das Kind sofort beginnt, nach der Brustwarze zu suchen und sie in den Mund nimmt. Hierbei reicht es theoretisch schon aus, wenn das Kind die Körperwärme spürt, um mit Suchbewegungen zu beginnen. Der Säugling orientiert sich extrem an seinem Geruchssinn. Man weiß, dass schon ein fünf Tage alter Säugling den Geruch der mütterlichen Brust von dem Geruch anderer Mütter unterscheiden kann.
Ein weiterer wichtiger Reflex ist der Saugreflex. Sobald die Brustwarze die Lippen des Säuglings berührt, beginnt das Kind, die Brustwarze der Mutter tief in die Mundhöhle zu saugen, wo es sie mit Ober- und Unterkiefer letztendlich festhält. Mit der Zunge wird die Brustwarze unter den Gaumen gedrückt und durch die Saugbewegung werden die Milchzisternen der Brustwarzen von hinten nach vorn ausgedrückt. Dieser Reflex lässt sich in der Regel selbst mit einem Finger oder einem Schnuller sehr gut auslösen und beobachten. Nach etwa 2-3 Wochen hat sich an der Oberlippe ein kleines Hautpolster ausgebildet, das dem Neugeborenen erlaubt, die Brustwarze einfacher zu umfassen. Die Art wie ein Kind trinkt, ist sehr verschieden und hängt davon ab, ob es die Brust oder die Flasche bekommt. Die Technik an der Brust verlangt nicht unbedingt einen Unterdruck im Gegensatz zum Trinken aus einer Flasche, bei der der Unterdruck zwingend erforderlich ist. Diese unterschiedlichen Verfahren sind noch eine Begründung dafür, warum es manchen Kindern sehr schwerfällt, von der Flasche auf die Brust oder von der Brust auf die Flasche zu wechseln, da sich das Trinkverhalten hierbei anpassen muss. In der Regel ist dies aber mit etwas Geduld durchaus möglich. Darüber hinaus sollte man beim Saugreflex wissen, dass Babys nicht nur dann saugen, wenn sie hungrig sind, sondern auch, um sich selbst zu beruhigen. Hierbei können die Gründe sehr verschieden sein. Schlechte Laune, Langeweile, Müdigkeit, aber auch Schmerzen können zu einem Saugverhalten führen.
Der nächste elementar wichtige Reflex, den ein Kind ebenfalls mit auf die Welt bringt, ist der sogenannte Schluckreflex. Schon Monate vor der eigentlichen Geburt trinkt das ungeborene Kind Fruchtwasser und trainiert somit schon einmal dafür, dass es in der Lage sein wird, nach der Geburt seine Saug- und Atembewegungen sowie das Schlucken aufeinander abzustimmen.
Ein weiterer Reflex, der allerdings weniger wichtig ist, ist der sogenannte Greifreflex, den man beobachten kann, wenn man das Kind zum Trinken angelegt hat. Hierbei handelt es sich um einen Reflex, der dafür sorgt, dass sich das Kind häufig an den Kleidern der Mutter oder am eigenen Hemdchen oder der Flasche festhält.

Was trinkt das Baby?

Idealerweise wird das Kind nach der Geburt mit mütterlicher Milch aus der Brust ernährt. Schon während der Schwangerschaft wird die mütterliche Brust auf die Milchgabe durch eine erhöhte Konzentration von Progesteron und Östrogen eingeleitet. Spätestens ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat sind die Drüsen, die für die Milchbildung zuständig sind, durch die Hormone aktiviert worden und stehen theoretisch jederzeit für die Produktion bereit. Diese allerdings letztendlich zu aktivieren, setzt häufig nicht nur das Saugen an der Brust, sondern auch die hormonelle Umstellung zur Geburt voraus.
Durch den Milchbildungsreflex, der durch den Saugreiz des Kindes im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse ausgelöst wird und zur Ausschüttung von Prolaktin führt, kommt die Milchproduktion in Gang und die Brustdrüse wird zur Milchbildung angeregt. Hierbei gilt gerade in den ersten Tagen nach der Geburt: je häufiger das Kind angelegt und somit die Brustdrüse stimuliert wird, umso einfacher und besser gelingt die Milchproduktion. Der Saugreiz des Kindes sorgt gleichzeitig aber auch dafür, dass die Hirnanhangdrüse Oxytocin ins mütterliche Blut abgibt. Dieses Hormon wiederum ist dafür zuständig, dass die Muskelfasern, die sich um die Milchgänge und Milchdrüsen in der mütterlichen Brust winden, kontrahieren und somit die Milch aus der Brust herausgedrückt wird. Dieser Milchausscheidereflex kann durch sanfte Massagen der Brust und viel trinken gefördert, gleichzeitig aber auch durch Stress und psychische Belastungen, sowie Müdigkeit extrem gehemmt werden. Der Reflex wird allerdings nicht nur durch das Saugen ausgelöst, sondern es reicht teilweise schon, wenn das Kind hungrig ist und dieses Gefühl lautstark kundtut, um die Milch einschießen zu lassen.

Innerhalb des ersten Lebensmonats erhält das Kind so durch die mütterliche Brust vielfach drei verschiedene Arten an Milch: Zuerst bekommt es die sogenannte Vormilch oder auch Biest-Milch genannt, welche man in Fachkreisen als Kolostrum bezeichnet. Diese wird ausschließlich in den ersten drei Tagen nach der Entbindung ausgeschüttet. Diese Milch ist besonders reich an Abwehrstoffen und gilt deshalb als erste Schutzimpfung für das Neugeborene. Am 3.-7. Tag steigt dann in der mütterlichen Milch der Fett- und Energiegehalt extrem an und auch die Menge nimmt deutlich zu. Diese Milch wird als Übergangsmilch bezeichnet und bleibt dem Kind etwa eine Woche erhalten. Erst etwa 2-3 Wochen nach der Entbindung wird eine mehr oder weniger konstante Zusammensetzung der Milch erreicht, die man als "Reife Milch" bezeichnet und deren Fett- und Energiegehalt in den darauffolgenden Monaten nur noch geringfügig zunimmt.

Wie oft und wie viel trinkt ein Kind?

Im ersten Lebensmonat nimmt ein Neugeborenes in der Regel 5-10 Brustmahlzeiten oder 5- 6 Flaschen Mahlzeiten zu sich. Das sind etwa 150-210 ml/Kilogramm Körpergewicht und somit eine Gesamttrinkmenge von 400-800ml pro Tag.

Motorische Entwicklung

Die motorische Entwicklung direkt nach der Geburt ist eine recht zähe Angelegenheit. Zuerst einmal ist es wichtig, dass das Kind sich gegen die Schwerkraft durchsetzt. Dies ist gar nicht so einfach und der Hauptgrund, warum ein Neugeborenes in der Regel nicht in der Lage ist, sich zu bewegen. Die Gliedmaßen und der Körper sind innerhalb der ersten zwei Lebensmonate grundsätzlich stark gebeugt und es ist kaum in der Lage, alleine den Kopf zu drehen geschweige denn diesen zu heben.

Beziehungsverhalten

Damit sich ein Kind nach der Geburt auch wohlfühlen kann, müssen die Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wärme und körperliche Nähe erfüllt sein. Was genau sonst noch zu den Grundbedürfnissen eines Kindes gehört, kannst du im Artikel Grundbedürfnisse von Kindern nachlesen.
Die ersten Stunden nach der Geburt sind für die meisten Eltern und auch für das Kind sehr wichtig und eine unglaublich außergewöhnliche Zeit. In dieser Phase des gegenseitigen Kennenlernens fühlen und betrachten die Eltern ihr Kind und versuchen, von oben bis unten wirklich vertraut mit ihm zu werden. Interessant ist auch, dass die neugeborenen Kinder in den ersten Stunden nach der Geburt ungewöhnlich wach und aufmerksam wirken und zwar deutlich mehr, als sie das in den darauffolgenden Tagen jemals sind. Im Gegensatz zu den meisten Tieren, bei denen es ein zeitlich vorgeschriebenes Bindungszeitfenster gibt, nach dem Muttertiere die Babys nicht mehr annehmen, gibt es dieses bei uns Menschen nicht. Zwar sind die ersten Stunden nach der Geburt zweifelsohne eine ganz besondere Zeit für Mutter und Kind, doch der Bindungsvorgang ist beim Menschen kein zeitgebundenes Reflexgeschehen mehr, sondern etwas, das durch Erfahrung intensiviert wird. Somit kann man also auch sagen, dass die ersten Lebensstunden und die Erfahrungen in diesen keine Schlüsselrolle im Sinne einer bleibenden Mutter-Kind-Beziehung spielen. Bei Menschen entwickelt sich die Beziehung zwischen den Eltern und ihrem Kind langsam, aber dafür stetig und sie verändert sich im Laufe der Zeit drastisch.

Lächeln können Kinder kurz nach der Geburt übrigens nur im Schlaf. Erst wenn sie etwa 2 bis 4 Wochen alt sind, gelingt es ihnen auch im wachen Zustand, die Mundwinkel zu heben und zu lächeln oder vielleicht sogar zu lachen. In der ersten Zeit nach der Geburt reagiert das Kind grundsätzlich auf alle Menschen positiv und es gibt noch kein wirkliches Fremdeln. Dies kommt erst im weiteren Entwicklungsverlauf hinzu, wenn das Kind sicher in der Lage ist, bekannte von unbekannten Menschen zu unterscheiden.

Schlafentwicklung

Das Thema Durchschlafen ist schon bald nach der Geburt für die meisten Eltern sehr interessant. Die gerade geborenen Säuglinge werden allerdings in den ersten 2 bis 4 Lebenswochen einen vorgeburtlichen Rhythmus von Schlaf- und Wachzeiten beibehalten. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass in den ersten zwei Lebenswochen nach der Geburt die kurzen Wachphasen zwischen den einzelnen Schlafperioden in etwa 2 bis 4 Stunden betragen und gleichmäßig verteilt sind. Erst mit 2 bis 4 Lebenswochen beginnt sich langsam eine gewisse Regelmäßigkeit im Schlafverhalten einzustellen. Nun wird man beobachten können, dass das Kind abends immer zur selben Zeit ins Bett geht und auch zu denselben Zeiten tagsüber bzw. nachts wieder aufwacht. Hierbei verlagern sich nun auch die Wachperioden auf tagsüber, während sie in der Nacht deutlich kürzer ausfallen als bisher. Einen wirklich beständigen Schlaf-Wach-Rhythmus wird der Säugling allerdings erst mit etwa drei Monaten erreicht haben.

Eine weitere Frage, die Eltern in der Regel sehr beschäftigt ist die Frage, ob sie ihr Kind mit ins Bett nehmen sollen oder ob dies gefährlich ist. Hier gehen die Meinungen stark auseinander und man findet in der Regel immer eine Antwort mehr, als es Sprecher gibt. Gerade beim Stillen bietet es sich natürlich an, wenn das Kind im eigenen Bett ist, damit die Mutter auch ohne aus dem Bett heraus zu müssen das Kind füttern und beruhigen kann, wenn es unruhig wird. Des Weiteren schlafen viele Kinder im elterlichen Bett besser als allein in ihrem eigenen Bettchen oder Zimmer. Schöne Lösungen sind die sogenannten Beistellbetten, die direkt ans elterliche Bett angrenzen. Grundsätzlich schadet es den meisten Kindern nicht, wenn sie im elterlichen Bett schlafen. Weder rollen sich die Eltern in der Regel auf sie drauf, noch sterben sie häufiger am plötzlichen Kindstod - vorausgesetzt, man beachtet einige Regeln. Es muss tunlichst darauf geachtet werden, dass das Kind nicht im elterlichen Bett überhitzt, d. h. die Temperatur im Schlafzimmer sollte möglichst niedrig sein und gleichzeitig sollte das Kind in einem eigenen Schlafsack untergebracht werden und nicht unter der elterlichen Bettdecke. Wenn das Kind mit im Bett schläft, sollte Alkoholgenuss grundsätzlich tabu sein, da eine Alkoholisierung dazu führen könnte, dass man nicht mehr so aufnahmefähig ist und es somit tatsächlich zu einem Unglück kommt. Achtet man darauf, dass das Kind sich nicht in irgendwelchen Decken verfangen kann oder es in eine Position kommt, in der es durch Decken, Kopfkissen, Kuscheltiere oder was auch immer keine Luft mehr bekommt, dann spricht in der Regel nichts dagegen, das Kind bei sich im Bett schlafen zu lassen. Dies hat, wie oben schon angeführt, erhebliche Vorteile die Mutter, die zum Stillen und zum Beruhigen nicht jedes Mal aus dem Bett steigen muss und somit ihre Wachphasen möglichst gering halten kann.
Des Weiteren sagt man, dass die meisten Kinder deutlich ruhiger schlafen, wenn sie ihre Eltern atmen hören und diese Atemgeräusche ebenfalls dafür nutzen können, um ihre eigene Atmung zu regulieren.

Entwicklungssprung

Mit etwa vier Wochen steht der erste Entwicklungsschub ins Haus. Insgesamt wirst du im Laufe der ersten zwei Lebensjahre deines Kindes zehn solcher Entwicklungsschübe erleben und bei jedem erneut feststellen, dass dein Kind in seiner mentalen Entwicklung einen riesigen Sprung nach vorne macht.

Wie du deinem Kind helfen kannst

Gerade in dieser frühen Zeit der Entwicklung ist es kaum möglich, das Kind sinnvoll zu unterstützen und so kannst du nur Gelegenheiten und das passende Umfeld erschaffen, dass es deinem Kind ermöglicht, sich ohne Störung einfach zu entwickeln.

Beschäftigungsideen

Bei vielen Eltern stellt sich häufig die Frage, wie sie erkennen, ob ihr Kind ausreichend beschäftigt ist und wenn nicht, wie sie es in den ersten vier Wochen und darüber hinaus in seinen Wachphasen unterhalten und fördern können. Dies ist in der Regel gerade in den ersten Wochen nicht notwendig, da es für dein Kind genug zu entdecken und zu sehen gibt. Solltest du trotzdem das Bedürfnis haben, dein Kind zu beschäftigen, so könntest du in dem Artikel Spielideen für Babys ab fünf Wochen ein paar Inspirationen finden.

Gefahren und Interessen

Da dein Kind in dieser Phase der Entwicklung noch sehr eingeschränkt ist, gibt es recht wenige Gefahren, in die es sich selbstständig begeben kann. Genauso gibt es relativ wenige Dinge, die es im Moment wirklich interessieren - außer essen und schlafen.
[KaKra]

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