In der Regel findet die
Tauffeier statt, wenn das Kind zwischen drei und acht Monate alt ist. Viele Eltern wählen einen späteren Zeitpunkt, damit das Kind die Zeremonie
bewusst wahrnehmen kann. Das Alter des Täuflings spielt keine
Rolle. Und: Wer einmal getauft ist, bleibt es für immer. Rückgängig
machen kann man die Taufe nicht.
Doch was ist, wenn die Eltern
nicht Mitglieder der Kirche sind? Können sie ihr Kind trotzdem
taufen? Bei der evangelischen Kirche entscheidet darüber die
jeweilige Landeskirche beziehungsweise die zuständige
Kirchengemeinde. Zumindest ein Elternteil sollte Mitglied der
evangelischen Kirche sein. Eventuelle Ausnahmen müssen mit der
Gemeinde geklärt werden. Ein katholischer Pfarrer kann die Taufe
nicht verweigern, wohl aber verschieben und mit den Eltern über
deren Kirchenaustritt sprechen. Nicht möglich ist, die Taufe gegen
den Willen des anderen Elternteils durchzuführen, wenn kein alleiniges Sorgerecht vorliegt.
Die katholische Kirche
tauft auch dann, wenn beide Elternteile einer anderen Religion
angehören. Allerdings spielt in einem solchen Fall der Pate eine
wichtige Rolle. Er ist dann verstärkt für die christliche Erziehung
des Kindes verantwortlich und muss selbst katholisch getauft und
gefirmt sein. Christen anderer Konfessionen dürfen die Taufe aber
als Zeugen mitgestalten. Bei den Protestanten ist es von Landeskirche
zu Landeskirche unterschiedlich.
Alle Fragen, auch die zum
Taufpaten, können während des Gespräches (im Idealfall rund zwei Monate vor
dem Wunschtermin) mit dem jeweiligen Pfarrer besprochen werden.
Zusammengefasst kann man aber sagen: Die Taufe darf nicht verweigert
werden. Taufpate darf sein, wer getauft und nicht aus der Kirche
ausgetreten ist. In der katholischen Kirche muss einer der Taufpaten
katholisch getauft und gefirmt sein. Ein Taufzeuge darf evangelisch
sein. In der evangelischen Kirche hingegen darf jeder Christ einer
anderen Konfession Taufpate werden. Es kann einen oder zwei Taufpaten
bei der Taufe geben, aber auch ohne Paten ist die Taufe gültig.
Taufpate zu sein, ist ein
Ehrenamt in christlichen Kirchen. Der Pate ist Zeuge der Spende des Sakramentes und wird im Kirchenbuch aufgeführt. Die Aufgabe
des Paten ist die Begleitung des Täuflings bei der Taufe und auf
seinem weiteren Lebensweg. Er achtet darauf, dass das Kind den
Glauben kennenlernt, mit ihm aufwächst
und ihn auch selbst lebt. Der Pate ist Ansprechpartner in allen Lebenslagen
und unterstützt das Patenkind, wo er kann. In einigen Fällen
übernimmt er auch die Vormundschaft, falls die Eltern des Kindes
sterben. Der Taufpate muss mindesten 16 Jahre alt sein. Es ist nicht
möglich, dass die Eltern gleichzeitig auch Taufpaten sind. Das
Patenamt kann weder zurückgenommen noch abgegeben werden, erlischt
aber, wenn der Pate aus der Kirche austritt. Formal erlischt in der
evangelischen Kirche das Patenamt nach der Konfirmation. Dabei bekräftigt der
Konfirmand seinen Glauben selbst aktiv und ist ab diesem Zeitpunkt
selbst verantwortlich, ein Leben nach christlichem Glauben
zu führen. In der katholischen Kirche endet die Patenschaft nicht.
[AKL]