Leitungswasser oder Mineralwasser: Die Qual der Wahl

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Ist das Wasser von guter Qualität?
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Ist das Wasser von guter Qualität?

Immer mehr Menschen vertrauen der Qualität von Leitungswasser nicht mehr und suchen Alternativen, wie Mineralwasser Quellwasser oder Tafelwasser.

Die Bandbreite an angebotenem Wasser ist enorm und die Entscheidung fällt vielleicht manchem nicht mehr leicht.

In erster Linie unterscheiden sich Leitungswasser und Mineralwasser durch ihren Mineralstoffgehalt. Aber auch Keim- und Schadstoffbelastungen im Leitungswasser sind wichtige Faktoren, die bei der Entscheidung Mineralwasser oder Leitungswasser zu trinken, berücksichtigt werden müssen.

Definition Leitungswasser

Als Leitungswasser bezeichnet man Wasser, das über Leitungen zum Verbraucher kommt. Dazu wird Quell- oder Grundwasser in den Wasserwerken gesammelt, vorgereinigt und untersucht. Die Trinkwasserverordnung regelt die Qualität des Wassers und gibt Grenzwerte für gesundheitsschädigende Stoffe an.

Definition "Natürliches Mineralwasser"

Mineralwasser ist ein Grundwasser, welches meist aus einer Quelle gewonnen wird. Durch das Absickern des Wassers in verschiedene Gesteinsschichten reichert sich das Wasser mit Mineralien an. Mineralwasser muss einen bestimmten Mineraliengehalt vorweisen, wird direkt an der Quelle abgefüllt und bedarf einer amtlichen Anerkennung. Mineralwasser ist abzugrenzen von Quellwasser (muss nicht direkt an der Quelle abgefüllt werden oder bestimmte Mineralien enthalten, keine amtliche Anerkennung notwendig) und Tafelwasser (Mischung aus Trinkwasser, Mineralwasser, Quellwasser und darf verarbeitet werden).

Ist Mineralwasser gesünder, als Leitungswasser?

Diese Frage kann nicht so leicht beantwortet werden, denn selbst Experten sind sich nicht einig. Am besten, es macht sich jeder selbst ein Bild von der gegebenen Situation. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt das Trinken von Leitungswasser und Mineralwasser.
  1. Natürliches Mineralwasser
    1. Ernährung: Durch den hohen Mineraliengehalt kann Mineralwasser zur Deckung des Mineralstoffbedarfs beitragen, insbesondere des Calciumbedarfs. Der Bedarf an Mineralien kann jedoch bei gesunder Ernährung durch feste Nahrung gedeckt werden. Nur bestimmte Personengruppen profitieren von einer zusätzlichen Zufuhr von Mineralien übers Wasser, z. B. Personen mit Lactoseintoleranz und Vegetarier, die auf Milch verzichten.
    2. Verunreinigung: Mineralwasser wird aus unterirdischen Quellen gewonnen, die vor Verunreinigungen geschützt sind. Dennoch können gefährliche Rückstände im Mineralwasser zu finden sein, die bei der Flaschenabfüllung oder Lagerung entstehen. So wurden hormonell wirkende Substanzen im Mineralwasser gefunden, welche aus dünnwandigen Einweg-PET-Flaschen ins Wasser übergingen.
    3. Verarbeitung: Im Gegensatz zu Leitungswasser darf Mineralwasser in seiner ursprünglichen Zusammensetzung kaum verändert werden. Durch die hygienisch einwandfreie Abfüllung ist Mineralwasser in der Regel keimarm und frei von krankheitserregenden Stoffen, wie Viren oder Bakterien. Mineralwasser unterliegt strengeren mikrobiologischen Grenzwerten, wie Leitungswasser.
  2. Leitungswasser:
    1. Ernährung: Die Inhaltstoffe im Leitungswasser schwanken, je nach geographischer Lage, enorm. In der Regel enthält Leitungswasser wesentlich weniger Mineralien, wie Mineralwasser. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist Leitungswasser ein optimales Getränk. Jedoch Risikogruppen, wie Säuglinge oder Schwangere sollten Leitungswasser nur trinken, wenn bestimmte Werte nicht überschritten werden (z.B. Nitrat- oder Urangehalt). Die Wasserwerke geben diesbezüglich Auskunft.
    2. Rückstände: Die Wasserwerke kontrollieren regelmäßig das Wasser auf gesundheitsschädigende Rückstände, Krankheitserreger (Viren), pH-Wert oder Wasserhärte. In erster Linie kann es zu größeren Kontaminationen des Wassers durch die Leitungen kommen. Vor allem Blei- und Kupferleitungen verunreinigen das Wasser mit Schwermetallen. Stagnationswasser sollte nicht getrunken werden, wegen möglicher Keim- und sonstiger Belastungen. Das Wasser sollte solange ablaufen, bis das kühlere Wasser nachkommt. Kritiker geben zu bedenken, dass sehr viele industriell verwendete Chemikalien und Medikamente nicht im Wasser untersucht werden und Wechselwirkungen derer unbekannt sind. Zum Bespiel Medikamentenrückstände, wie weibliche Hormone (von der Pille) sind im Wasser tatsächlich in kleinen Mengen zu finden.
      Aber die nachgewiesene Dosis entspricht einem zehntausendstel einer Tagesdosis. Inwiefern die regelmäßige Zufuhr von geringsten Mengen an Umweltschadstoffen oder Medikamenten einen Einfluss auf die Gesundheit und vor allem die Fruchtbarkeit von Männern haben, ist umstritten.

    Verarbeitung:

    Leitungswasser unterliegt teilweise erheblichen Eingriffen, bis es zum Verbraucher kommt. Durch die ständigen Kontrollen des Wassers (z.B. auf Keime und Giftstoffe) in Deutschland und Österreich ist das Wasser fast keimfrei. Die Qualität von Leitungswasser kann verbessert werden durch den Einbau von Nanofiltrationsanlage oder Umkehrosmoseanlagen. Diese entfernen kleine Partikel, wie Schwermetalle, welche durch das Abkochen von Wasser nicht entfernt können.

    Zusammenfassung:

    Leitungswasser ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz hochwertiges Trinkwasser und kann zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs verwendet werden.
    • Bei der Verwendung von Leitungswasser für Neugeborene/Babys (Zubereitung der Flasche), sollten einige Inhaltstoffe bekannt sein: Nitratgehalt, Natriumgehalt, Sulfatgehalt, Urangehalt, Fluorgehalt. Angaben sind bei den Wasserwerken zu erfragen. Leitungswasser aus Bleirohren ist für Babys nicht geeignet.
    • Stagnationswasser sollte nicht getrunken werden. Das Wasser laufen lassen, bis kühleres nachkommt.
    • Leitungswasser sollte in offenen Krügen und an warmen Orten nicht zu lange stehen.
    • Wer die Mineralstoffversorgung ergänzen will, sollte magnesium- und calciumreiches Mineralwasser trinken.
    • Mineralwasser mit hohem Bicarbonatgehalt kann die Verdauung unterstützen.
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