Hodenhochstand bei kleinen Jungen

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Hodenhochstand und seine Ausprägungen
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Hodenhochstand und seine Ausprägungen

Es ist allgemein bekannt, dass bei einer Frau die Eier durch die Eileiter wandern. Dass jedoch auch die Hoden kleiner Jungs auf Wanderschaft gehen, dürfte für viele Menschen neu sein.

Bei der Entwicklung des männlichen Embryos reifen die Hoden anfangs in der Nierengegend heran und wandern dann entlang zweier fingerförmiger Ausstülpungen des Bauchfells nach unten. Im siebten Schwangerschaftsmonat erreichen sie schließlich den Leistenkanal, um dann – im Falle einer termingerechten Geburt – in den Hodensack des Neugeborenen zu gelangen. Soweit der Idealfall.

Manchmal passiert es allerdings, dass die Hoden partout nicht da sitzen wollen, wo sie eigentlich hingehören. Ärzte sprechen in diesen Fällen dann vom sogenannten Hodenhochstand.

Ursachen für einen Hodenhochstand

Etwa drei bis sechs Prozent der männlichen Neugeborenen - bei Frühgeburten sogar 30 Prozent - sind von dieser Hodenfehllage betroffen. Deren Ursachen sind meist Störungen im hormonellen Regelkreis oder aber anatomische Hindernisse, wie beispielsweise ein zu kurzer Samenstrang. Auch ein zu enger Leistenkanal kann die Hoden auf ihrem Weg nach unten behindern. Sicheres Indiz für einen Hodenhochstand ist die Tatsache, dass sich ein oder sogar beide Hoden nicht im Hodensack befinden und daher dort nicht ertastet werden können.

4 Formen des Hodenhochstands

Generell unterscheidet man vier unterschiedliche Formen des Hodenhochstands, immer abhängig davon, wo im Körper des Jungen der Hoden "hängen geblieben" ist. Diese möglichen Erkrankungen müssen allerdings zuerst vom gar nicht erst vorhandenen Hoden unterschieden werden, dessen Fehlen angeboren oder durch eine Minderdurchblutung in der Frühentwicklungsphase des Kindes entstanden sein kann.

Bauchhoden

Ärzte sprechen vom so genannten Bauchhoden, wenn dieser in der Bauchhöhle zurückbleibt, nicht tastbar ist und mit Ultraschall geortet werden muss.

Leistenhoden

Der so genannte Leistenhoden lässt sich im Leistenkanal ertasten, kann aber nicht in den Hodensack verschoben werden.

Gleithoden

Dies ist beim Gleithoden möglich, der aber nach dem Herunterziehen sofort wieder in die Leiste zurück schnellt.

Pendelhoden

Der mit 60 Prozent am häufigsten vertretene Pendelhoden wiederum befindet sich die überwiegende Zeit im Hodensack und wandert nur bei Kälte oder Berührungen nach oben. Der Pendelhoden ist die einzige Ausprägung des Hodenhochstands, der nicht behandelt werden muss. Bei allen anderen Formen sollte die Behandlung spätestens mit Ende des zweiten Lebensjahres abgeschlossen sein.

Der Grund hierfür: Auf Dauer ist es dem Samengewebe in den Hoden im Bauchraum zu warm, was das Risiko, später an Unfruchtbarkeit oder sogar Hodenkrebs zu erkranken, erhöht.

Die Diagnose

Üblicherweise erfolgt die Diagnose Hodenhochstand bereits sehr früh im Leben des Neugeborenen, wenn nämlich der Kinderarzt während der U1 den Hodensack routinemäßig auf Auffälligkeiten untersucht (zur U1-Untersuchung lies unseren Beitrag: APGAR-Test und die U1-Untersuchung). Bei zirka drei Viertel aller kleinen Jungen erledigt sich das Problem innerhalb des ersten Lebensjahres, wenn der oder die Hoden ganz von allein in den Hodensack wandern. Eine Behandlung ist somit nicht notwendig.

Behandlung eines Hochhodenstandes

  • Homöopathische Behandlung
    In den übrigen Fällen kann mittels einer homöopathischen Behandlung die Wanderung des Hodens in den Hodensackmit gutem Erfolg erreicht werden.
  • Hormontherapie
    Bringt die homöopathische Behandlung nicht das gewünschte Ergebnis, kommt eine Hormontherapie als Alternative in Frage, bei der man zwischen dem Einsatz eines speziellen Nasensprays und einer Spritzenbehandlung wählen kann. Die Hormontherapie ist umso erfolgreicher, je weiter unten sich der Hoden im Leistenkanal befindet.
  • Operation
    Sollte die Hormonbehandlung allerdings auch erfolglos sein, bleibt nur noch die Möglichkeit einer Operation, bei der die Hoden samt Samenstrang am tiefsten Punkt des Hodensacks fixiert werden. Der Eingriff wird bei Kindern immer in Vollnarkose durchgeführt und dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten.

[AKH]

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