Die Phase der Trennungsängste beim Baby kann nicht nur verkürzt, sondern auch erleichtert werden. Dazu brauchen wir zwar – wie zu jeder Erziehungsmaßnahme – viel Konsequenz und Disziplin, aber diese führen in der Tat bald zum Erfolg. In dem Beitrag "Was können wir bei Trennungsangst tun?" haben wir bereits zwei Methoden vorgestellt. Eine weitere sanfte Möglichkeit, Trennungsängste zu besiegen, besteht darin, unser Kind an einen „Kuschelfreund“ gewöhnen.
Wenn unser Kind bisher noch keinen „Kuschelfreund“, d.h. ein Kuscheltierchen, ein Schmusetuch oder etwas ähnliches gefunden hat, dann wählen wir einen für ihn aus, und gewöhnen es daran. Es kann alles sein, was das Baby gerne um sich hat. Denken wir aber daran, dass der „Kuschelfreund“ uns noch lange begleiten wird und oft auch mitgenommen werden muss. Suchen wir also etwas aus, was strapazierfähig (vielleicht nicht gerade den Teddy aus Omas Kindertagen), leicht zu handhaben und gut zu verstauen ist, und nach Möglichkeit vom Kind selbst mitgenommen werden kann - darum besser nicht den großen Sitzsack oder das Kissen aus dem Kinderzimmer.
Und wie können wir das Baby daran gewöhnen, dem „Kuschelfreund“ zu vertrauen?
Nehmen wir den Freund eine Zeit lang immer und überall mit. Dadurch wird der Freund vertraut. Bereits nach wenigen Tagen können wir den ersten Versuch starten: Verlassen wir kurz das Zimmer und sagen dem Baby, dass wir gehen werden. Wir geben ihm den „Kuschelfreund“ in die Hand und erklären ihm: „Mama geht jetzt kurz raus. Sie kommt in drei Minuten wieder. Siehst du: Hier ist dein Freund. Er wird auf dich aufpassen, während ich draußen bin“.
Ältere Kinder kann man bei den ersten Malen sogar darum bitten: „Hier ist der Plüschlöwe. Pass bitte auf ihn auf, während die Mama nicht im Zimmer ist“. Schon bald wird sich das Kind mit dem „Kuschelfreund“ selbst beruhigen und damit den Zeitraum der Trennung gut überwinden können. So wird es nicht das Gefühl haben, dass es alleine gelassen wurde. Es kann nützlich sein, wenn wir vom „Kuschelfreund“ mehrere Exemplare haben. Das erleichtert nicht nur das Waschen, sondern entkräftet Katastrophensituationen wie zum Beispiel, wenn der „Kuschelfreund“ bei der 500 km weit entfernt wohnenden Oma liegen bleibt.
Da sich Kinder an den Geruch und sogar an die Dreckflecken auf dem „Kuschelfreund“ gewöhnen und ihn ohne diesen Macken womöglich nicht mehr akzeptieren, ist es besser, die Freunde öfters zu waschen. Man sollte alle Tiere im Umlauf haben, damit die Abnutzung bei ihnen ähnlich verläuft.
[mmh]
Teile des Beitrags basieren auf dem Buch: "Secrets of the baby whisperer for toddlers" von Tracy Hogg-Melinda Blau
daumen hoch...ein sehr informativer beitrag!!! ich habe mir schon oft den kopf darüber zerbrochen, wie meine maus und ich diese schwierige phase, mit so wenig tränen wie möglich, bewältigen. beim lesen diesen beitrags ist mir ein halber mount everst vom herzen gefallen. jetzt kann ich beruhigter auf diese phase warten und werd dort dann viel gelassener sein. es hilft einem sehr, wenn man die gefühlswelt seines baby's verstehen tut. ...hihi... das größte problem wird nur sein einen passenden kuschelfreund auszusuchen...