Die Geschichte vom Vatertag

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Der Vatertag hat eine lange Tradition
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Der Vatertag hat eine lange Tradition

In vielen Ländern der Erde wird der Vatertag gefeiert, wenn auch mit unterschiedlichen Traditionen und an verschiedenen Daten. Während in einigen Ländern der Vatertag den Familien gehört und ähnlich dem Muttertag zelebriert wird, dominieren in anderen Ländern ganz andere Traditionen. Gerade in Deutschland herrscht vielerorts die Meinung, es gäbe im Grunde gar keinen Vatertag und dieser sei nur eine Erfindung eifersüchtiger Männer, die den Müttern ihren Ehrentag neiden. Doch schauen wir uns die Entstehungsgeschichte des Vatertags an, wird schnell klar, dass ganz andere Beweggründe dahinter standen.
Wer heute in Deutschland sagt „Es gibt gar keinen Vatertag. Der wurde nie offiziell als Feiertag anerkannt“, sollte auch wissen, dass es nach diesem Maßstab dann eigentlich auch keinen Muttertag geben würde. Denn dieser wurde ebenfalls im deutschen Gesetz nie zum offiziellen Feiertag erklärt. Es mag auch unterschiedliche Intentionen gegeben haben, den Vatertag aus seinem Ursprungsland, den USA, zu übernehmen. Die Grundidee ist allerdings der des Muttertags sehr ähnlich.
Die Begründerin des Vatertages hieß Sonora Louise Smart Dodd. Im Jahr 1909 gedachte sie im Gottesdienst, bei dem der noch recht jung eingeführte Muttertag das zentrale Thema war, ihrem Vater William Jackson Smart. Dieser Mann hatte für seine Zeit eine nicht alltäglich und schon gar nicht gewöhnliche Leistung vollbracht: Er hatte seine sechs Kinder allein großgezogen, nachdem seine Frau 1898 bei der Geburt des jüngsten Kindes gestorben war.

William Jackson Smart war Kriegsveteran, der im US-amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) gekämpft hatte und danach mit seiner Familie ein Leben als Farmer führte. Allein schon die Arbeit auf einer Farm war Kraft zehrend und forderte den Menschen sehr viel ab, um überleben zu können. Denn in keinem anderen Beruf war man so sehr darauf angewiesen, das Beste aus den Folgen der Unberechenbarkeit des Wetters zu machen. Starb die Frau eines Farmers und hinterließ kleine Kinder, die sich noch nicht selbst versorgen und mitarbeiten konnten, waren die Väter oft gezwungen, kleine Kinder zu Verwandten oder in Waisenhäuser zu geben. Denn gleichzeitig die Arbeit auf der Farm und die Versorgung der Kinder zu bewerkstelligen, war nicht möglich. Für William Jackson Smart war es allerdings nie ein Thema, seine Kinder weg zu geben. Er bewirtschaftete seine Farm und zog sechs Kinder liebevoll groß.

Sonora, seine Tochter, war sich bewusst, dass ihr Vater eine Leistung vollbracht hatte, die nicht selbstverständlich war. Die Ehrungen der Mütter am Muttertagsgottesdienst hatte sie dann dazu veranlasst, ab 1909 auch zu einem Tag für die Väter aufzurufen. 1910 gelang es ihr, die Kirchengemeinde ihrer Heimatstadt Spokane, Bundesstaat Washington, für das Vorhaben zu begeistern. Sonora schlug als Datum für den ersten Vatertag den 5. Juni vor, der in dem Jahr auf einen Sonntag fiel und Geburtstag ihres Vaters war. Organisatorisch war diese Datum jedoch zu kurzfristig gewählt und man einigte sich auf den 19. Juni 1910. An diesem Sonntag wurde nun der erste offizielle Vatertag nach dem Vorbild des Muttertags gefeiert.

Schnell fanden sich immer mehr Anhänger dieser Idee und innerhalb weniger Jahre wurde bereits in der Mehrzahl der US-amerikanischen Staaten am 3. Sonntag im Juni der Vatertag mit Gottesdiensten begangen. Im Jahr 1924 bekamen die Initiatoren des Vatertags mit Präsident Calvin Coolidge prominente Unterstützung, denn er befürwortete es, den Vatertag zum nationalen Feiertag zu erklären. Dennoch dauerte es noch mehr als vier Jahrzehnte bis Präsident Lyndon Johnson eine Proklamation unterzeichnete, die den 3. Sonntag im Juni zum Vatertag erklären sollte. Zum offiziellen Feiertag ernannte dann im Jahr 1974 Präsident Nixon den Vatertag und gab ihm damit auch vom Gesetz her einen Status wie dem Muttertag.

International konnte sich der Vatertag nie mit der gleichen Verbreitung durchsetzen wie der Muttertag. Das erkennt man auch daran, dass beispielsweise die Schweiz, die als eines der ersten europäischen Länder bereits ab 1917 den Muttertag feierte, erst ab etwa 2007 überregional den Vatertag einführte. Auch die Traditionen veränderten sich im Laufe der Zeit und wurden den Vorlieben der Männer angepasst, die diesen Tag auf ihre Art feiern wollten. Daher ist vielerorts der Vatertag, der in Deutschland immer an 'Christi Himmelfahrt', dem vorletzten Donnerstag vor Pfingsten gefeiert wird, eher ein allgemeiner 'Männertag'. Seine Festlegung auf 'Christi Himmelfahrt' führen dazu, dass der Vatertag gelegentlich vor dem Muttertag stattfindet. Etwa, wenn Muttertag und Pfingsten auf den selben Tag fallen oder Pfingsten am 3. Maisonntag ist.

[SyKo]

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