Die 10 häufigsten Irrtümer in der Kinderernährung

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Süßigkeiten in Maßen, aber nicht verbieten
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Süßigkeiten in Maßen, aber nicht verbieten

Den meisten Mamis liegt die gesunde Ernährung ihrer Kinder ganz besonders am Herzen. Dabei ist natürlich wichtig, dass die Mütter auch das entsprechende Wissen über Kinderernährung haben.

Nicht nur über die Wahl der Lebensmittel herrscht oft Unklarheit. Sind Milch, Spinat, alternative Süßungsmittel & Co nun wirklich gesund? Auch über das Essverhalten ist oft widersprüchliches zu hören. Soll nun ein Kind selbst das Essen wählen dürfen und wie oft am Tag soll überhaupt gegessen werden?

Hier findest Du kompetente Antworten für all Deine Fragen:

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1. Was ist Babywasser?

Babywasser ist ein Mineralwasser, das speziell auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt ist. Nicht nur die Keimzahl auch der Mineralstoffgehalt unterscheiden sich von herkömmlichem Mineralwasser. Insbesondere auf einen niedrigen Natrium-, Nitrat- und Sulfatgehalt wird bei der Herstellung geachtet. Die kindliche Niere kann nur geringe Natriummengen ausscheiden und eine hohe Sulfatzufuhr wirkt beim Säugling abführend. Besonders die Nitratzufuhr muss in den ersten Monaten niedrig sein, denn eine hohe Zufuhr kann für den Säugling tödliche Folgen haben.

Das herkömmliche Trinkwasser unterliegt strengen Kontrollen bezüglich des Nitratgehalts und ist diesbezüglich in der Regel unbedenklich. Auch der Mineralstoffgehalt ist üblicherweise im Leitungswasser für den Säugling verträglich. Nicht aber im "Natürlichen Mineralwasser". Nur, wenn auf der Flasche "zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" steht, ist der Mineralstoffgehalt entsprechend niedrig gehalten. Natürliches Mineralwasser muss aber im Gegensatz zu Babywasser abgekocht werden.

2. Wann ist Babywasser notwendig?

Die Trinkwasserqualität im deutschsprachigen Raum ist in den meisten Gebieten sehr gut. Trinkwasser ist das am meisten kontrollierte Lebensmittel und kann laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in der Regel für die Herstellung von Babynahrung verwendet werden. Aber einige Ausnahmen gibt es dennoch:
  1. Wenn Wasser aus Blei- und Kupferrohren fließt, darf dies nicht für die Herstellung von Babynahrung verwendet werden.
  2. Wenn das Wasser mit Nitrat belastet ist. Dies kann in stark landwirtschaftlich genutzten Gebieten oder privaten Hausbrunnen der Fall sein. Vor allem in den ersten Monaten (bei Flaschenkindern) muss dann anderes Wasser verwendet werden.
  3. Alles Wasser, das im Mineralstoffgehalt unterhalb dieser Grenzwert liegt, ist für Babynahrung geeignet: Natrium < 20 Milligramm pro Liter (mg/l), bei Sulfat < 240 mg/l, bei Nitrat < 10 mg/l, bei Nitrit < 0,02 mg/l und bei Fluorid < 0,7 mg/l. Messwerte für Leitungswasser können beim Wasserwerk erfragt werden, bei "Natürlichen Mineralwasser" stehen die Werte auf dem Etikett. Kritiker finden den Nitratgrenzwert zu hoch. Idealerweise wird kein Nitratgehalt nachgewiesen. In diesem Fall steht am Etikett "Nitrat nicht nachweisbar". Auch Uran sollte im Wasser nicht vorhanden sein.

3. Was passiert, wenn die Flasche mit Babywasser einmal offen ist?

Babywasser ist keimfrei, das heißt, krankheitserregende Keime wurden entfernt. Sobald die Flasche länger offen ist, bilden sich Keime. 24 Stunden nach öffnen der Flasche muss das Wasser wie jedes andere abgekocht werden. Nach der Verwendung wird Babywasser idealerweise gleich wieder verschlossen und im Kühlschrank aufbewahrt.

4. Warum keimfreies Babywasser oder abgekochtes Wasser verwendet werden muss?

Im Wasser befinden sich Bakterien und Keime, die sich an der Wärme (beziehungsweise im Milchpulver) rasch vermehren. Durchfall oder andere Erkrankungen können die Folge sein. Babywasser ist vom Hersteller durch spezielle Filtertechniken keimfrei gemacht worden und muss somit nicht abgekocht werden. Leitungswasser oder herkömmliches Mineralwasser sollte 2 bis 3 Minuten (kalkhaltiges Wasser 5 Minuten) abgekocht werden und darf dann maximal 24 Stunden aufbewahrt werden.

5. Wie lange sollte keimfreies Wasser verwendet werden?

Ein Abkochen des Wassers ist für das Herstellen von Säuglingsmilch aus Milchpulver immer notwendig, da sich auf dem Pulver die Keime rasch vermehren. Laut Forschungsinstitut für Kinderernährung muss das Wasser zum Trinken ab dem Alter von einem halben Jahr nur mehr erwärmt werden. Für die Entwicklung des Immunsystems ist der Kontakt mit Keimen im Wasser sehr wichtig. Aus diesem Grund ist von einem Abkochen des Trinkwassers über ein Jahr abzuraten.

In unserem Magazin findest Du weitere Informationen darüber, was Du beim Wasser für dein Baby generell beachten sollst.

  1. Milch ist und bleibt ein gesundes Nahrungsmittel für Kinder. Milch liefert nicht nur lebenswichtiges Kalzium, auch die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß ist durch Milch gewährleistet. Sofern Kinder unter einer Lactoseintoleranz leiden, kann auf lactosefreie Milch zurückgegriffen werden. Bei einer Milchallergie muss diese natürlich gemieden werden. In diesem Fall ist auf eine hohe Kalziumzufuhr in der Ernährung zu achten, etwa durch Gemüse, Samen und Mineralwasser. In unserem Magazin findest Du noch mehr zum Thema, ob Kuhmilch wirklich gesund ist .
  2. Das Meiden von allergenen Lebensmitteln zur Allergieprävention ist bei gesunden Kindern nicht nötig. Wie neueste Studien feststellten, ist das sogar eher nachteilig. Ab einem halben Jahr sollte einem Baby in kleinen Mengen alles zum Essen gegeben werden. Wohlgemerkt: in kleinen Mengen. Mehr zum Thema Allergien findest Du in unserem Mamiweb-eXtra: Allergie.
  3. Kuhmilch darf schon ab einem halben Jahr zur Herstellung des Breis verwendet werden. Die Vermeidung von Kuhmilch im ersten Lebensjahr hat die Zahl der allergischen Kinder nicht gesenkt! Experten vermuten möglicherweise sogar erhöht. Ab einem halben Jahr sollte sich ein Baby in kleinen Mengen an das Milcheiweiß gewöhnen. Dazu kann Kuhmilch (anfangs verdünnt) für den Brei verwendet werden. Als Flaschenmilch darf Kuhmilch erst ab einem Jahr gegeben werden. Unsere Mamiweb-ErnährungseXpertin gibt Dir Tipps, wie Du eine Allergie durch die richtige Babymilch vermeiden kannst.
  4. Kinder sollten Wasser trinken. Saft ist kalorienreich und zahnschädigend. Vor allem Kinder mit Tendenz zu Übergewicht sollten ausschließlich Wasser trinken. Ein Saftgetränk aus reinem Fruchtsaft mit Wasser gemischt kann zum Essen getrunken werden, aber nicht zwischendurch. Unsere ErnährungseXpertin gibt Tipps dazu, was und wieviel Kinder trinken sollen.
  5. Kinder brauchen Fett. Für Kinder ist fettarmes Essen nicht nur weniger sättigend, es ist vor allem auch nährstoffarmer. Für die Gehirnentwicklung, optimale Zellfunktionen und hormonelle Abläufe ist die Versorgung mit Fett und zwar mit essentiellen Fettsäuren zwingend notwendig. Das heißt, Kindern sollten die richtigen Fettquellen zur Verfügung gestellt werden: Pflanzenöle, Nüsse, Fisch oder Samen. Gesättigte Fette in Wurst, Fleisch, Süßigkeiten und stark verarbeiteten Lebensmitteln sollten allerdings nur in Maßen gegessen werden. Mehr zum Them Fett, kannst Du unter: "Fett in der Ernährung" lesen.
  6. Alternative Süßungsmittel dürfen nicht als Freibrief zum ‚süß essen’ gesehen werden. Alternative Süßungsmittel können eine gute Alternative für Zucker sein, aber sie sollten nur in Maßen gegessen werden. Sie sind genauso wie Haushaltszucker kalorienreich, zahnschädigend, rasch verdaulich und wenig sättigend. Einem Kind die Süßigkeiten ganz zu verbieten, ist aber auch keine Lösung: Wenn sich ein Kind zu 80 Prozent gesund ernährt, können die restlichen 20 Prozent ungesunde Speisen, wie Süßigkeiten, Fast Food und Co sein. Unsere ErnährungseXpertin gibt Dir genaueren Tipps zu alternativen Süßungsmitteln .
  7. Light-Produkte oder mit Nährstoffen angereicherte Produkte sind für Kinder nicht notwenig. Die Zusatzstoffe und der hohe Kohlenhydratanteil dieser Produkte belasten den kindlichen Körper nur unnötig. Durch den Verzehr von frischen Lebensmitteln ist die Versorgung mit allen Nährstoffen gewährleistet. Hintergrundinformationen zu diesem Thema findest Du unter: "Das Geschäft mit den Light-Produkten".
  8. Kinder brauchen keine Kinderlebensmittel, diese sind meist nur süßer, fetter, kaloreinreicher, teurer und weniger sättigend. Beim Verzehr von frischen Lebensmitteln ist der Bedarf an Nährstoffen besser gedeckt als mit speziellen Kinderlebensmitteln. Tipps zur Gesunden Kinderernährung kannst Du in unserem Mamiweb-eXtra: Gesunde Ernährung für Kinder holen.
  9. Kinder brauchen häufig kleine Mahlzeiten. Wer das Gewicht des Kindes mit der Mahlzeitenhäufigkeit kontrollieren will, sollte vorsichtig sein. Denn Kinder brauchen für eine optimale Energie- und Nährstoffversorgung täglich 5 bis 6 kleine Mahlzeiten. Laut neuesten Studien haben jene Kinder weniger Gewicht, die mindestens 5 Mahlzeiten zu sich nehmen. Mamiweb gibt Dir Tipps zur Ernährung von übergewichtigen Kindern.
  10. Kinder sollten nicht zum gesunden Essen gezwungen werden. So erreichen Eltern in erster Linie, dass Kinder mit gesundem Essen Zwang verbinden. Kinder wissen sehr wohl, was ihnen gut tut und was nicht. Oft steckt hinter einer Abneigung eine unerkannte Nahrungsunverträglichkeit. Laut Studien spüren Kinder intuitiv, was ihnen gut tut. Dieser Mechanismus funktioniert aber nur bei möglichst frischem Essen. Bei stark verarbeitetem Essen konnte dieses instinktive Verhalten nicht mehr festgestellt werden. Was man jedoch tun kann, um Kindern das gesunde Essen schmackhaft zu machen, kannst Du unter " Mein Kind will nicht Essen" lesen.

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