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Der Kälte trotzen: Kinder im Winter richtig anziehen

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Wäre Kleidung ist für Kinder im Winter besonders wichtig.
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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 22.11.2014Mehrfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung

Die richtige Kleidung für den Winterspaziergang

Je kälter es im Winter draußen wird, desto mehr Sorgen machst Du Dir vielleicht, ob Dein Kind warm genug angezogen ist. Praktisch soll die Kleidung sein, Kälte und möglichst auch Nässe abhalten, vielleicht sogar noch schick aussehen.

Fragt man die Kinder selbst, was sie für den Winter an Bekleidungswünschen haben, bekommt man wohl eher Antworten, die sich auf bestimmte Motive beziehen. Und die Schuhe müssen, geht es nach den Kleinen, auch nicht rutschfest oder gut gefüttert sein, solange sie die Lieblingsfarbe haben.

Natürlich möchtest Du Deinem Kind ein Mitspracherecht einräumen und somit sein Selbstbewusstsein fördern, aber Du bist auch hin und her gerissen, denn die Gesundheit geht schließlich vor.

Lesetipp: Hier findest Du einen interessanten Bericht zum Thema Secondhand Kinderkleidung.


Kompromisse müssen geschlossen werden

Wie ruhig war doch noch alles, so entspannt und einfach, als die Sprösslinge noch so klein waren, dass man ihnen anziehen konnte, was man wollte. Damals zählte ausschließlich der Wohlfühlfaktor. Doch auch bei diesem machen Eltern leicht Fehler, gerade weil sie es besonders gut meinen.

Hast Du auch schon Mütter beobachtet, die in der Fußgängerzone mit anderen Müttern sprachen, völlig verzweifelt dabei den Kinderwagen oder die Karre schaukelten und erklärten, dass sie sich kaum erklären können, warum ihr Kind im Moment jeden Spaziergang zum großen Gebrüll werden lässt?

Schaut man genauer hin, stellt man vielleicht fest, dass das Kind wirklich warm eingepackt ist. Es kann also nicht frieren. Aber es ist so dick vermummt, dass es sich auch kaum noch bewegen kann.


Kleidung muss Bewegungsfreiheit bieten

Wir wissen, wenn wir uns bewegen, also laufen, wärmen wir uns auf. Kinder, die im Wagen sitzen oder liegen, haben diese Bewegung nicht. Wir ziehen Rückschlüsse, wenn wir selbst in der Kälte verharren, ohne uns zu bewegen und wissen, dass wir dann schneller frieren. Also begehen wir nur allzu schnell einen Fehler, weil wir es nur gut meinen: Wir ziehen unsere Kinder im Wagen etwas zu dick an.

Mehrere Lagen Decken, darunter ein Kind im dicken Schneeanzug, unter dem es in weitere Lagen dicker Kleidung gehüllt steckt. So viel Kleidung, dass das Kind nicht nur fast bewegungsunfähig ist, sondern zudem auch noch schwitzt. Das ist nicht nur mehr als unangenehm, sondern auch gesundheitlich eine Gefahr.

Lesetipp: Hier kannst Du lesen, wie Du Dein Immunsystem stärkst.


Die optimale Bekleidung

Die richtige Kleidung für ein Kind im Wagen sollte natürlich warm sein, aber nicht übertrieben. Dabei ist zu beachten, dass die Kleidung so konzipiert ist, dass eiskalter Wind nicht eindringt und die eigene Körperwärme des Kindes unter der Kleidung bleibt. Normale Kleidung unter einem warmen Anzug und eine leichte, wärmende Decke reichen also völlig aus.

Wichtig ist, dass auch Hände durch Handschuhe und die Füße geschützt sind. Aber auch da reichen die warmen Socken oder die Winterstrumpfhose in gefütterten Schuhen. Eine Mütze sollte, egal in welchem Alter, im Winter immer ein Muss sein, denn der Kopf des Kindes kühlt leichter aus, als alle anderen Körperteile, die mit eigentlich immer mit Kleidung geschützt sind.


Jedes Kind hat seinen eigenen Modegeschmack

Keine Frage, Kinder möchten auch in ihrer Kleidung einen individuellen Geschmack ausdrücken. Der aktuell gerade angesagte Comicstar oder bestimmte Trends über Formen und Farben, bestimmen bereits im Kindergartenalter, was Kinder tragen möchten. Nicht immer gibt es dann jedoch die genau passende Kleidung auch in einer Ausführung für den Winter.

So sehr Du das Selbstbewusstsein Deines Kindes auch fördern möchtest, hat für Dich die Gesundheit Deines Sprosses Priorität. Doch wie kannst Du erreichen, dass es dann eben auch Kleidung trägt, die vor allem der Jahreszeit angepasst sind?

Manchmal müssen eben auch Eltern bestimmend sein und „Nein“ sagen. Gibt es die Jacke mit dem Motiv des Comicstars nur in einer leichten Ausführung für den Sommer, ist sie im Winter absolut ungeeignet.

Kompromisse finden

Aber es gibt vielleicht auch Kompromisse. Setze Dich mit Deinem Kind zusammen und versuche einen Mittelweg zu finden. „Ich möchte auf Deine Wünsche eingehen, aber wichtig ist vor allem, dass Du nicht frierst und durch zu dünne Kleidung krank wirst“. Das Kind erkennt also, dass Du besorgt bist und nicht einfach „Nein“ sagst, weil Du ihm diese top-modische Jacke nicht gönnst.

„Es gibt von Deinem Comicstar nun keine Jacke, die für den Winter geeignet wäre. Aber wir können Jacken in tollen Farben bekommen, die andere Motive haben“. Dann stelle ihm ruhig einige Jacken zur Auswahl. Erkläre, wo die Vorteile darin liegen. Während Du den Schwerpunkt auf das Wärmen legst, zählen für Dein Kind vielleicht die Anzahl der Taschen oder ob die Freunde von einem Emblem beeindruckt sein könnten. Triff also eine Vorauswahl, die sowohl in der Zweckmäßigkeit, als auch Deinen Preisvorstellungen liegt.


Das Zwiebelhautprinzip

Sich im Winter optimal wärmend zu kleiden, ist gar nicht so schwer. Der Trick dabei nennt sich Zwiebelhautprinzip.Damit ist gemeint, dass mehrere Schichten dünnerer Kleidung effektiver wärmen und bessere Bewegungsfreiheit versprechen, als nur wenige und besonders dicke Kleidungsstücke.

Der Vorteil dabei liegt auch darin, dass das Kind, wie ein Erwachsener auch, je nach Umgebung, Teile der Kleidung an oder ausziehen kann. Das gilt sowohl für die Oberbekleidung, als auch die Beine.

Beispielsweise ideal ist also, über der Unterwäsche oder einem T-Shirt, eventuell ein dünnes Shirt zu tragen, darüber dann eine Sweatjacke und dann erst die dicke Winterjacke.Betritt das Kind geschlossene Räume und bleibt dort länger, kann es nicht nur die Winterjacke ausziehen, sondern, je nachdem, wie warm es ist, auch die Sweatjacke. Es muss also weder drinnen noch draußen schwitzen oder frieren. Das Zwiebelhautprinzip lässt eine individuelle Anpassung zu.


Auf das Material der Kleidung achten

Wichtig ist auch das Material der Kleidung. Wärmende und wasserdichte Kleidung gehört grundsätzlich in die äußerste Schicht der Bekleidung, nicht aber direkt an den Körper. Grund dafür ist, dass wasserdichte Kleidung selten Atmungsaktivität gewährt. Es kommt also schneller zum Schwitzen. Das Kind wird wahrscheinlich versuchen, eine Art Ausgleich zu schaffen, die Jacke öffnen, vielleicht sogar ausziehen und ebenso die Kleidungsstücke darunter, bis zu dem Teil, unter dem es schwitzt.Die Folge ist, dass nun die Kälte den erhitzten und verschwitzten Körper schneller auskühlen kann.


Wichtig ist der Schutz des Kopfes

Der Kopf eines Kindes muss im Winter immer geschützt werden. Daher ist das Tragen einer Mütze oder Kapuze unablässig. Ein modebewusstes Kind wird das nicht gern einsehen, denn dann kann nicht jeder die neue und schicke Frisur sehen, aber Du solltest Deinem Kind verständlich machen, dass noch weniger Freunde eben diese Frisur bewundern können, wenn es krank ist.

Lesetipp: Hier kannst Du lesen, welche Hausmittel gegen Erkältungen helfen.

Zudem sind Mützen und andere warme Kopfbedeckungen vor allem im Winter doch absolut schick. Auch der Hals- und Nackenbereich kann im Winter schnell auskühlen. Ein Schal, hoher Kragen oder zumindest ein Halstuch, kann den kalten Wind jedoch gut abhalten.


Wollhandschuhe wärmen die Hände Deines Kindes

Allerdings nur, solange sie trocken sind. Spielt Dein Kind im Schnee, werden auch die Handschuhe schnell nass und zum Kälteleiter. Es kann daher vorteilhaft sein, Handschuhe in verschiedenen Materialien zu haben. Solche zum spielen und solche, die eben nur beim Einkauf oder Besuch der Oma angezogen werden, wenn es gilt, kurz eine Entfernung in der Kälte zurück zu legen.


Auf das richtige Schuhwerk achten

Bei den Schuhen gilt im Winter unbedingt auf eine rutschfeste Sohle zu achten. Ein dickes Profil garantiert noch keine Rutschfestigkeit. Besonders eine harte Kunststoffsohle kann bereits bei leichter Glätte für schwere Stürze verantwortlich sein, da sie darauf eher das Wegrutschen fördert.

Achte also eher auf eine Sohle, die, wenn Du sie über Deine Handfläche reibst, nur schwer oder gar nicht über Deine Haut gleitet. Ob Du nun als Obermaterial Leder bevorzugst oder ein Kunststoffmaterial, das wasserabweisend funktioniert, solltest Du auch vom Gebrauch abhängig machen. Spielt Dein Kind gern auch mal im Schneematsch, können die Füße schnell auskühlen. Dass Winterschuhe gefüttert sein sollten und eine warme Innensohle haben, ist daher selbstredend. Gerade die Füße habe draußen den meisten Kontakt mit dem frostigen Boden. Mache da also nur Kompromisse, wenn der wärmende Effekt der Schuhe Voraussetzung ist.



[SyKo]

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