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Fünf Hormonelle Verhütungsmethoden

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Vincitrice/sxn.hu
Die Pille
Bild: Vincitrice/sxn.hu

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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 16.11.2019Mehrfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung

Verhütung ist ein wichtiges Thema im Leben jeder Frau. Hier stellen wir einmal die möglichen Verhütungsmethoden vor, die auf hormoneller Basis funktionieren. Wir erklären kurz, wie diese genau funktionieren und wie teuer diese sind und was es sonst zu beachten gibt.

 

Inhalt des Beitrags:
  1. Pille
  2. Drei-Monats-Spritze
  3. Spirale
  4. Vaginalring
  5. Hormonstäbchen

Pille

Die Pille oder auch Mikropille oder Minipille gehört sicher zu den mit am häufigsten verwendeten hormonellen Verhütungsmitteln, die heutzutage genutzt werden. Alle Pillensorten gemeinsam haben, dass sie auf Grundlage von verschiedenen Hormonen funktionieren und Einfluss auf das hormonelle Gleichgewicht und die hormonellen Abläufe im weiblichen Körper nehmen. Hier gibt es durchaus verschiedene Ansätze. Einige Präparate unterdrücken einfach den Eisprung, während andere die Möglichkeiten der Einnistung einschränken oder den Aufbau eines schützenden Schleimpfropfes unterstützen. Es ist durchaus möglich, dass eine Kombination aus allen verschiedenen Wirkung stattfindet. Die meisten Präparate enthaltene Östrogene und Gestaden (Gelbkörperhormone). Ihre Hauptwirkungen entfalten diese Empfängnisverhütungsmittel, indem sie im Gehirn die Bildung von Botenstoffen hemmen, die normalerweise den Eisprung einer Frau auslösen. Diese Mittel werden gemeinhin auch als Ovulationshemmer bezeichnet. Ohne Eisprung kann eine Eizelle nicht befruchtet werden, während gleichzeitig die Gelbkörperhormone zu einer Veränderung des Schleims im Gebärmutterhals führen, sodass männliche Samenzellen die Gebärmutterhöhle nicht mehr erreichen können. Darüber hinaus verhindern diese Stoffe in den meisten Fällen auch eine ausreichende Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut, sodass es einer befruchteten Eizelle nicht möglich ist, sich in der Gebärmutter einzunisten. Minipillen enthalten in der Regel nur Gestagen und keine Östrogene und müssen möglichst zur gleichen Uhrzeit jeden Tag eingenommen werden. Grundsätzlich muss die Antibabypille von einem Frauenarzt verschrieben werden. Sie hat eine hohe Verlässlichkeit, der im sogenannten Pearl Index mit etwa 0,2-2,0 angegeben ist. Der Pearl Index besagt, wie viele Frauen trotz der korrekten Benutzung des Verhütungsmittels schwanger geworden sind. Gemessen wird der Pearl Index an 100 Frauen, die ein Jahr lang dieses Verhütungspräparat genutzt haben. Anhand von leicht zu machenden Verwendungsfehlern, gerade bei der Pilleneinnahme, kann es durchaus zu einem erhöhten Risiko kommen schwanger zu werden. Die Kosten für die Pille liegen etwa zwischen zehn und 20 € im Monat und hängen stark vom verwendeten Präparat und dessen Hersteller ab.

Drei-Monats-Spritze

Mit der Depotspritze, die einen sehr hohen Anteil Gestagen einem Gelbkörperhormon hat, wird letztendlich der Eisprung der Frau unterdrückt. Hierbei kommt es dazu, dass der Körper der Frau in einen den Wechseljahren ähnlichen Zustand versetzt wird und somit nicht mehr fruchtbar ist. Die Depotspritze gibt über acht bis etwa zwölf Wochen hinweg eine regelmäßige, kontinuierliche Dosis von Gestagen ab, und schränken so die Möglichkeit für Einnahmefehler deutlich ein. Der Pearl Index der Depotspritze liegt in der Regel bei 0,3-1,4. Die Kosten sind niedriger als bei der Antibabypille und betragen in der Regel zwischen 20 und 30 € für drei Monate.

Spirale

Die Spirale gibt es in zwei verschiedenen Varianten. Zum einen gibt es die Hormonspirale, zum anderen gibt es die Kupferspirale. Beide Spiralen werden vom Gynäkologen in der Gebärmutter platziert. Bei der Kupferspirale werden kleinste Mengen Kupfer abgegeben, die die Beweglichkeit der Spermien stark eindämmen und die Gebärmutterschleimhaut so beeinflussen, dass sich keine befruchtete Eizelle darin einnisten kann. Die Verweildauer einer Kupferspirale in der Gebärmutter liegt je nach Präparat bei zwischen drei und zehn Jahren. Allerdings erhöht die Kupferspirale das Risiko einer Gebärmutterentzündung und sollte daher von Frauen nur dann genutzt werden, wenn sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Die Hormonspirale wiederum Gestagen ab, die die Schleimhautbildung anregt und so eine Schleimschicht über den Gebärmuttermund zieht. Hierdurch wird ebenfalls das Aufsteigen der Spermien und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindert. Die Verweildauer einer Hormonspirale im Körper liegt bei etwa fünf Jahren.

Die häufigsten Nebenwirkungen der Spirale sind Zwischenblutungen. Die Zuverlässigkeit beider Spiralen ist unterschiedlich, während die Kupferspirale ein Pearl Index von 0,9-3,0 aufweist, reicht die Hormonspirale ein Wert von 0,16. Preislich liegt die Kupferspirale bei etwa 120-250 € während die Hormonspirale 250-350 € kostet.

Vaginalring

Auch der Vaginalring wirkt in der Regel wie eine Pille, da er täglich kleinere Dosen von Hormonen abgibt. Ähnlich wie ein Tampon wird der gut 5 cm große Vaginalring in die Scheide eingeführt und dort am Muttermund platziert. In der Regel verbleibt er dort für ganze 21 Tage, währendessen er beständig eine Kombination aus Östrogenen und Gestaden abgibt. Über die Schleimhäute werden die Hormone aufgenommen und gehen so in das Blut der Frau über und verhindern einerseits den Eisprung andererseits verändern sie die Schleimhautzusammensetzung, sodass sich eine Eizelle nicht einnisten kann. Nach 21 Tagen wird der Ring regulär entfernt und es gibt eine siebentägige Pause. In dieser Zeit findet die sogenannte Entzugsblutung statt und nach Ablauf dieser sieben Tage wird der nächste Vaginalring eingesetzt. Der Pearl Index für den Vaginalring liegt bei 0,2-1,2 und ist damit etwa so sicher wie die Pille. Auch der Vaginalring ist natürlich verschreibungspflichtig und kostet etwa 40 € für drei Monate.

Es kann vorkommen, dass der Vaginalring vorzeitig zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr herausrutscht. Kommt dies vor, kann er ohne größere Probleme abgespült und bis zu 3 Stunden später wieder eingesetzt werden.

Hormonstäbchen

Bei dem Hormonstäbchen handelt es sich, um genau zu sein, um ein Hormonimplantat. Dieses wird in der Regel von einem Gynäkologen unter örtlicher Betäubung eingesetzt. Das etwa 4 cm lange und 2 mm breite Kunststoffimplantat wird etwas oberhalb der Ellenbeuge an der Innenseite des Oberarms eingesetzt und soll für einen Zeitraum von etwa drei Jahren eine regelmäßige Dosis Gestaden abgeben. Durch das Gelbkörperhormon soll bewirkt werden, dass sich ein Schleimpfropfen vor den Muttermund legt und die Gebärmutterschleimhaut so verändert wird, dass keine Schwangerschaft möglich ist. In vielen Fällen kann man beobachten, dass in den ersten zwei Jahren auch kein Eisprung stattfindet, da dieser ebenfalls unterdrückt wird. Nach etwa drei Jahren wird das Implantat durch den Arzt wieder mit einer lokalen Betäubung entfernt. Allerdings muss man hier sagen, dass etwa 20-30 % der Anwenderinnen das Implantat aufgrund von Nebenwirkungen vorzeitig entfernen lassen. Um herauszufinden, ob man mit dieser Art von Verhütungsmittel klarkommt, ist es sinnvoll, vor dem Einsetzen des Hormonstädtchens drei Monate lang eine Pille mit dem Hauptwirkstoff Desogestrel einzunehmen. Zeigen sich hierbei schon unangenehme Nebenwirkung, so sollte von einem Hormonimplantat grundsätzlich abgesehen werden. Mit einem Pearl Index von unter 0,14 gilt das Hormonimplantat allerdings als die sicherste Verhütungsmethode, die derzeit auf dem Markt ist. Die Kosten für das Einsetzen des Städtchens liegen bei etwa 350 € und für die Entfernung werden noch mal 50 € fällig. Obwohl die Kosten recht hoch erscheinen, sind sie im Gegensatz zur Pille relativ günstig und liegen etwa gleichauf mit der Dreimonatsspritze.

 

[KaKra]

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