Wie du deinem Kind mit etwa 17 Monaten helfen kannst

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Insekten werden genauestens untersucht
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AutoreninfoKatharina Krause
aktualisiert: 30.11.2018Vierfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Was du hier lesen kannst:
  • Begreifen des Selbst
  • Moralische Prinzipien
  • Du und Ich
  • Aus den Augen ist nicht mehr aus dem Sinn
  • Mein Besitz
  • Ordnung muss sein
  • Fantasie lernen
  • Spiele erfinden
  • Kunstwerke schaffen
  • Kommunikation
  • Mein Zuhause
  • Konzept Familie
  • Verwandte, Bekannte und Freunde
  • Physikalische Grundlagen
  • Zeitempfinden
  • Baukunst
  • Es kreucht und fleucht
  • Seltsame Ängste

Begreifen des Selbst


In seiner Entwicklung hat dein Kind nun einen elementaren Schritt vorwärts getan, denn es ist sich seiner selbst nun wirklich bewusst. Es hat verstanden, dass es ein eigenständiger Teil der Familie ist, genau wie auch seine Eltern und seine Geschwister. Es hat nun auch verstanden, dass seine Wünsche, Bedürfnisse und Ideen nicht unbedingt denen entsprechen müssen, mit denen seiner Familienmitglieder. Es wird lernen, dass es manchmal Kompromisse eingehen muss und dass nicht unbedingt jeder die Welt mit den gleichen Augen wie es selbst sieht. Es erkennt, dass es einen eigenen Körper hat, den es selbstständig bewegen kann und mit dem es auch viele Dinge selbst tun möchte. Die Möglichkeit eigenständig etwas zu erledigen, treibt dein Kind immer weiter an und du merkst, wie es immer mehr versucht, selbstständiger zu werden und bestimmte Probleme selbst zu lösen.
Gleichermaßen begreift dein Kind aber auch, dass es einen eigenen Willen hat und manchmal versucht es, diesen auch durchzusetzen. Dein Kind testet auch aus, wie weit es damit kommt, Macht auszuüben und will hin und wieder auch einfach mal etwas zu sagen und zu bestimmen haben. Für dein Kind ist dies eine unglaublich spannende aber auch sehr anstrengende Phase, denn dadurch, dass es sich nun selbst als eigenständiges Individuum wahrzunehmen beginnt, stößt es natürlich auch auf diverse Probleme, die mit dieser Wahrnehmung einhergehen.

Moralische Prinzipien

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass dein Kind bisher noch nicht in der Lage war, sich wirklich für bestimmte Dinge zu schämen und dass dein Kind auch nicht wirklich einsichtig war, wenn du mit ihm geschimpft hast, weil es überhaupt nicht verstanden hat, warum du eigentlich mit ihm geschimpft hast. Erst jetzt ist es wirklich in der Lage zu erkennen, dass es Regeln, Werte und Richtlinien innerhalb der Familie gibt, an die sich jedes Mitglied zu halten hat und wer dieses nicht tut und dagegen verstößt, muss in der Regel mit Konsequenzen rechnen. Diese moralischen Prinzipien, die die Umwelt, die Eltern, aber auch dein Kind selbst von sich und von allen erwarten, sind etwas vollkommen Neues für dein Kind und es ist nicht weiter verwunderlich, dass diese dein Kind verwirren.
Regeln sind in dieser Zeit ganz wichtig, denn du musst deinem Kind irgendwie zeigen, bis wohin es gehen kann und wo die Grenzen sind, die es nicht überschreiten darf. Hierbei sollte man grundsätzlich versuchen, so wenig Regeln wie möglich, aber so viele wie nötig aufzustellen und ganz wichtig ist es, dass einmal aufgestellte Regeln auch tatsächlich beibehalten werden. Es bringt niemanden etwas, wenn du deinem Kind heute irgendetwas verbietest und es morgen dann plötzlich erlaubst. Tust du das, musst du damit rechnen, dass es jedes Verbot und jede Regel, die du jemals aufstellen wirst immer auf Herz und Nieren prüfen wird und diese über einen langen Zeitraum sehr intensiv immer wieder auf die Probe stellt, um herauszufinden, ob du nicht eventuell auch hierbei irgendwann nachgeben und es machen lässt, was es möchte.
Die meisten Probleme, die Eltern mit ihren Kindern in den nächsten Jahren haben resultieren nicht zuletzt daraus, dass viele Eltern einfach zu bequem sind, einmal aufgestellte Regeln tatsächlich auch durchzusetzen. Das ist ein Problem, welches im ersten Moment nicht wirklich bewusst ist, sich aber hinterher zu einem riesengroßen Haufen angestauter Probleme zusammenfindet, die du dann womöglich mit drei oder vier Jahren erst richtig klären kannst und dafür dann aber umso dringender klären musst. Je früher du damit anfängst, dass dein Kind merkt, dass es bestimmte Regeln und Verhaltensweisen gibt, an die es sich zu halten hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass dein Kind dich nicht in einigen Jahren in den Wahnsinn treiben wird.

Du und Ich

Etwas, was sicher in den letzten Wochen und Monaten für etwas Verwirrung gesorgt hat, ist der Unterschied zwischen dem "Du" und "Ich". Bisher hat dein Kind sich noch nicht als losgelöstes Individuum wahrgenommen und hatte sehr große Schwierigkeiten zu verstehen, dass auch jede andere Person, der es begegnet, ein eigenständiger Mensch ist, der vollkommen autonom funktioniert und agiert. Nun, da es in der Lage ist, diese kleinen aber feinen Unterschiede festzustellen, erkennt es auch genau die Unterschiede und natürlich auch die Übereinstimmungen, die zwischen unterschiedlichen Personen oder zwischen Personen und ihm selbst liegen.

Aus den Augen ist nicht mehr aus dem Sinn

Dein Kind hat nun verstanden, dass Gegenstände und Personen, die nicht mehr in seinem Sichtfeld sind, trotz allem weiter existieren. Im gleichen Atemzug hat es auch verstanden, dass es selbst, sowohl für Mama als auch für Papa weiter existiert, selbst wenn diese es auch nicht mehr sehen können. Es versteht, dass die visuelle Wahrnehmung nicht so einen großen Einfluss auf die Welt nimmt, wie es bisher angenommen hatte. So wundert es sich auch nicht mehr, dass du womöglich nicht einfach hinter der Tür stehst, wo du gerade verschwunden bist, sondern irgendwo ganz anders im Haus unterwegs bist. So versteht es nun vor allem auch, dass es, wenn es jemanden sucht, ob im innerhalb eines Spiels oder nicht, es nicht nur dort nachsehen muss, wo es die Person oder den Gegenstand das letzte Mal gesehen hat, sondern womöglich an vielen anderen Stellen im Haus ebenfalls, um ausschließen zu können, dass sich die Person oder der Gegenstand nicht vielleicht doch irgendwo versteckt, wo es vielleicht nur noch nicht hingesehen hat. Dies kannst du hervorragend trainieren, wenn du mit deinem Kind abwechselnd verstecken spielst und ihm so die Gelegenheit gibst, dieses Phänomen des "Weiter-Existierens" selbst dann, wenn man nicht mehr gesehen wird, ausgiebig zu erforschen.

Mein Besitz

Mittlerweile hat dein Kind ebenfalls gelernt, was es bedeutet, wenn ihm etwas gehört. Dieses Prinzip von Dingen, die einem gehören und die man dementsprechend auch davor schützen muss, dass sie einem weggenommen oder beschädigt werden, ist deinem Kind in der Regel noch ganz neu und dementsprechend wundert es auch keinen, dass es damit nicht besonders gut umgehen kann. Es gibt nicht wenige Kinder, die nun anfangen, ihren Besitz mit allem zu verteidigen und nichts und niemanden mehr an ihre Spielzeugkisten heranlassen wollen. Für sie geht immer dann eine Welt unter, wenn irgendjemand es wagt, ihren Besitz in die Hand zu nehmen, damit zu spielen oder es gar forttragen zu wollen. Du kannst regelrecht beobachten, wie dein Kind ein regelrechtes territoriales Verhalten an den Tag legt und sein Revier, in dem Falle meist das Kinderzimmer, auch vor anderen Kindern und manchmal sogar vor einigen Erwachsenen zu schützen versucht. Du solltest im gewissen Maße deinem Kind diese Freiheit gestatten, denn es lernt in der Regel sehr schnell, dass man seinen Besitz gar nicht so heftig zu verteidigen braucht.

Ordnung muss sein

Interessanterweise scheinen Kinder in diesem Alter extremen Wert auf Ordnung zu legen. Es ist dementsprechend nicht verwunderlich, wenn du dich hin und wieder fragst, was in dein Kind gefahren ist, dass es versucht, alles wieder aufzuräumen und jedes Teil an seinen richtigen Platz zu packen. Allerdings solltest du dich nicht der Illusion hingeben, dass dies besonders lange anhalten wird. Meistens dauert diese Phase, in der dein Kind Ordnung in sein Zimmer und am besten die ganze Welt bringen möchte, nicht allzu lange und womöglich wirst du viele Jahre darauf warten müssen, bis solch eine Phase erneut eintritt. Im Moment jedoch kann dir auffallen, dass es für dein Kind unglaublich wichtig ist, dass alles systematisch und vernünftig aufgeräumt ist. Doch egal, was du tust, finde dich jetzt schon damit ab, dass irgendwann dieses Bedürfnis wieder verschwindet und dann wird es bei dir im Kinderzimmer genauso aussehen wie in jedem anderen Kinderzimmer auch.

Fantasie lernen

Fantasie ist zwar grundsätzlich immer ein Teil der Grundausstattung jeden Kindes, doch inwieweit diese Fantasie auch tatsächlich geschult wird und inwieweit sie sich ausprägen lässt, ist individuell von Kind zu Kind verschieden. Dies hängt unter anderem ein wenig davon ab, wie häufig und in welchem Zusammenhang dein Kind seine Fantasie benutzen muss. Kinder, denen viel abgenommen wird, indem sie für alles quasi das richtige Gerät haben, wann immer sie etwas tun wollen oder die viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, haben in der Regel eine nicht ganz so ausgeprägte Fantasie, wie Kinder, die versuchen mit relativ wenigen elementaren Spielzeugen auf sich allein gestellt und ohne ständige Ablenkungen von einem Fernseher oder ähnlichem sich zu beschäftigen. Hierbei geht es in keiner Weise darum, dass du dein Kind vernachlässigen sollst, doch Kinder brauchen den Freiraum und die Zeit, ihre Fantasie zu schulen und das können sie nun einmal nur dann, wenn sie in die Lage kommen, dass sie sich etwas überlegen müssen.
Des Weiteren ist natürlich nicht jedes Kind gleich fantasievoll oder begabt und so fällt es den einen deutlich einfacher, sich mit Hilfe ihrer Fantasie bestimmte Lösungen zu überlegen, während andere zu überhaupt keiner Lösung kommen und eine recht eingeschränkte Fantasie haben, die nicht so wirklich in die Gänge kommen will. Hierbei solltest du also darauf achten, dass es deinem Kind bei allem, was du versuchst, gut geht und dass du ihm zwar genug "freie" Zeiten einräumst, es aber nicht dazu zwingst, sich endlos zu langweilen, weil es nicht genug Fantasie hat, um sich selbst etwas auszudenken. Manchmal ist dies eine Gratwanderung, doch grundsätzlich lässt sich zumindest sagen, dass der Fernseher der größte Feind der Fantasie deines Kindes ist. In der Regel sind Kinder deutlich fantasievoller veranlagt, als die meisten Erwachsenen.

Spiele erfinden

Dein Kind ist in alle Richtungen kreativ und so verwundert es wohl auch kaum, dass es ebenfalls versucht, seine ganz eigenen Spiele zu erfinden. Ob es sich hierbei um Variationen zu schon bekannten oder vorhandenen Spielen handelt oder um das Ausdenken von ganz neuen Spielkonzepten, ist vollkommen egal. Erstaunlicherweise erfassen selbst Kinder in diesem Alter schon bestimmte Gegebenheiten und können diese so aneinandersetzen, dass sie komplexe und in sich funktionierende Spiele kreieren können, deren teilweise doch recht ausschweifenden Regeln selbst den Erwachsenen zu denken geben dürften. Gerade wenn man das Spiel von mehreren Kindern beobachtet, so kann man feststellen, dass es in der Regel durchaus komplexe Vorgaben an ein Spiel gibt, an die sich in der Regel dann alle Kinder halten. Wie sie diese Regeln nun genau miteinander kommunizieren, scheint dabei noch ein großes Rätsel zu sein, doch jedes Kind ist in der Lage, sich ganz eigene Spiele auszudenken und diese mit passenden Regeln zu versehen. Warum diese Fähigkeit im Laufe des Alterns immer weiter zurückgeht, ist noch nicht hinlänglich untersucht. Fakt ist nur, dass gerade kleine Kinder am einfachsten dazu in der Lage sind, Spiele zu erfinden, die es so noch nicht gegeben hat und die es so vermutlich auch niemals wieder geben wird.

Kunstwerke schaffen

Kinder sind keine kleine Künstler. Nicht nur beginnen sie jetzt zu begreifen, was es mit den Spielsachen und dem Besitz auf sich hat, sondern auch, dass sie sich auf eine bestimmte Art und Weise selbst versuchen können auszudrücken, indem sie zum Beispiel mit Farben auf einem Papier malen. In diesem Alter wird dein Kind nun versuchen, die ersten Dinge, die real existieren, tatsächlich auf ein Blatt Papier zu bannen. Auch das Selbstporträt deines Kindes wird nun nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Du kannst davon ausgehen, dass du in der nächsten Zeit sehr viele Malbücher kaufen wirst und mit dem Verwalten der Kunstwerke deines Kindes gar nicht mehr hinterherkommst.
Doch nicht nur im Bereich der Malerei und Farben hat dein Kind in diesem Alter ganz erstaunliche Fähigkeiten, sondern ist dein Kind in diesem Alter schon zu einigen Dingen befähigt, die uns Erwachsene immer wieder in Staunen versetzen. Wusstest du zum Beispiel, dass es durchaus zweijährige Kinder gibt, die bereits Geige spielen können? Es sei nun einmal dahingestellt, ob es sinnvoll und wünschenswert ist, dass ein zweijähriges Kind schon in der Lage ist, ein solch komplexes Instrument zu beherrschen. Doch allein die Tatsache, dass es dies kann und selbst das Klavierspielen von einem Kind in diesem Alter erlernt werden kann, zeigt uns, was für erstaunliche Fähigkeiten schon kleine Kinder mit sich bringen. Egal, was dein Kind also tut, du kannst davon ausgehen, dass es sich auf die eine oder andere Art und Weise immer um eine Art Kunstwerk handelt, das seinesgleichen sucht.

Kommunikation

Die Sprachentwicklung setzt bei Kindern in der Regel zwischen dem 17. und 22. Lebensmonat ein und macht in der nächsten Zeit riesige Fortschritte. Dass dein Kind mittlerweile eine ganze Menge Worte versteht und auch von vielen Dingen die Bedeutung genau kennt, hat bisher nur bedeutet, dass es in der Lage war, Anweisung auszuführen, aber in keiner Weise konnte es darüber hinaus mit dir kommunizieren. Dies ändert sich nun schlagartig und du wirst feststellen können, dass sich die Sprachentwicklung in Riesenschritten den Sprachfähigkeiten eines Erwachsenen annähert. Der aktive Wortschatz, also jener, mit dem sich dein Kind tatsächlich verständlich machen kann, wird von Tag zu Tag größer und aus einzelnen Worten werden erst Zwei-Wort-, dann Drei-Wort-Sätze und zum Schluss wird es gar nicht mehr aufhören zu reden.
Es ist nun zudem ebenfalls in der Lage, auch verschiedene Sprachen auseinanderzuhalten und bestimmte Aspekte in seinem Umfeld, zum Beispiel störende Geräusche oder ein zweites Gespräch, einfach zu ignorieren und sich auf das zu fokussieren, was es versteht. Wenn dein Kind etwa 18 Monate alt ist, wirst du feststellen können, dass es einen interessanten Entwicklungssprung macht, was auch das Verstehen von komplexeren Zusammenhängen, die du ihm versuchst zu verdeutlichen, betrifft. Wichtig ist hierbei, sich immer vor Augen zu halten, dass die Sprachentwicklung eine sehr individuelle Entwicklung ist und dass sich nur sehr wenig über die konkreten Zeiträume sagen lässt. Einige Kinder können zu Beginn des zehnten Entwicklungsschubs schon viele Wörter aussprechen, während andere noch nicht in der Lage sind, mehr als "Mama" oder "Papa" über die Lippen zu bringen. Es lässt sich zu diesem Zeitpunkt auch absolut keine Prognose stellen, ob das Kind weiterhin eher ein langsamer Sprecher bleiben wird und somit sehr lange braucht, bis es seine Sprachfähigkeiten auf ein gewisses Niveau gehoben hat oder ob dein Kind irgendwann plötzlich einen Riesensprung nach vorne macht und an anderen Kindern vorbeischießt, die sonst immer in der sprachlichen Entwicklung vor ihm gelegen haben. Dies ist aber auch gar nicht weiter interessant, da in der Regel spätestens mit dem Eintritt in die Grundschule die meisten Kinder über einen ähnlichen Wortschatz und eine ähnlich gut entwickelte Sprachfähigkeit verfügen sollten. In diesem Alter wirst du jedoch noch feststellen können, dass sich dein Kind häufig damit behilft, dir pantomimisch mit Händen und Füßen klarzumachen, was es denn jetzt eigentlich möchte, wenn es dieses nicht vernünftig ausdrücken kann.

Mein Zuhause

Dein Kind begreift nun ebenfalls, dass euer Haus, die Umgebung in der es wohnt, eben sein Zuhause ist. Es versteht, dass es in diesem Haus oder in dieser Umgebung bestimmte Regeln gibt, die sonst nirgendwo gelten, dass alles einen festen Platz hat, dass es Orte und Dinge gibt, an und mit denen es nicht spielen darf und Situationen, in denen es einfach nicht erwünscht ist. Das Zuhause ist für dein Kind nun ein wohl bekannter Hort, der es nur noch selten aus der Fassung bringt und an dem ihm alles vertraut ist. Von diesem sicheren Nest aus kann man hervorragend anfangen, seine Streifzüge hinaus in die Welt zu machen und wenn man müde und erschöpft ist, dann kann man einfach nach Hause zurück, wo man sich sicher und geborgen fühlt.

Konzept Familie

Seine Familie begreift es nun endlich zum einen als eigenständige Individuen, die alle ihre eigenen Pläne, Ziele und Wünsche verfolgen, aber auch als geschlossenes Ganzes, das einen ganz eigenen Regelsatz und eine ganz eigene Umgangsform hat und in der Regel nicht mit anderen Gruppen zu vergleichen ist. Die Familie ist ebenfalls eine Art sicherer Hort, bei dem dein Kind immer Zuflucht finden wird und zu dessen Mitgliedern dein Kind das meiste Vertrauen aufbauen kann. Es begreift, dass seine Mutter, seine Geschwister und sein Vater zu seiner Familie gehören, dass aber ein anderes Kind ebenso solch eine Gruppe an Menschen hat, die eben zu dessen Familie gehören, die aber wiederum nichts mit deinem Kind selbst zu tun haben muss. Was für uns recht logisch klingt, ist für ein Kind in diesem Alter ein wirklich kompliziertes, soziales Gefüge.

Verwandte, Bekannte und Freunde

Auch versteht dein Kind nun, dass das Verhalten zu weiter entfernten Verwandten und Freunden ein ganz anderes ist und ganz anderen Regeln folgt, als jenes Verhalten, welches es tagtäglich innerhalb seiner Familie erlebt. Er stellt hierbei also fest, dass es innerhalb dieser Gruppen verschiedene Regeln und Vorstellungen gibt, wie etwas zu funktionieren hat. Ihm ist auch begreiflich, dass Dinge, die bei ihm zu Hause auf die eine Art laufen, bei seinen Freunden auf eine ganz andere Art laufen können und wenn es dort zu Besuch ist, dass plötzlich die Regeln dieses fremden Haushalts auch für es selbst gelten.

Physikalische Grundlagen

Solltest du dich beim Spielen deines Kindes, schon das ein oder andere Mal gefragt haben, ob dein Kind vielleicht gerade mit physikalischen Phänomenen herumexperimentiert, so kannst du ziemlich sicher sein, dass du dir das nicht nur eingebildet hast, sondern dass du tatsächlich dein Kind dabei beobachtest, wie es hochkomplexe Untersuchungen anstellt, um den physikalischen Gesetzmäßigkeiten auf unserem Planeten auf die Schliche zu kommen. Das erste, was du diesbezüglich sicher schon bemerkt hast, ist, dass dein Kind wahnsinnig viel Freude daran hat, bestimmte Gegenstände fallen zu lassen, damit du sie wieder aufhebst, ihm zurückgibst, damit er sie dann erneut fallen lassen kann, um dann zu sehen, dass wieder genau das selbe passiert, wie schon beim ersten Mal. Diese Spielchen können Kinder in diesem Alter immer noch über Stunden hinweg spielen und es wird ihnen dabei nicht langweilig. Doch auch andere physikalische Phänomene reizen dein Kind und so kannst du es ausgiebig seine Welt erkunden lassen. Du kannst ihm zeigen, was passiert, wenn du eine kleine Schale mit Wasser ins Gefrierfach stellst, kannst ihm einen Eiswürfel zum Spielen geben und ihm dadurch deutlich machen, was passiert, wenn sich Eis wieder erwärmt und andere ganz tolle Dinge, die dir einfallen und die bestimmten physikalischen Grundgesetzen folgen. In der Regel finden Kinder solche Experimente unglaublich faszinierend und sind gerne sehr lange bei der Sache.

Zeitempfinden

Auch das Zeitempfinden deines Kindes nimmt nun deutlich mehr Gestalt an. Es vergisst nun nicht mehr, was gestern war und versteht das Prinzip von etwas, was in der Zukunft passieren wird. Zwar ist das alles für dein Kind noch recht nebulös, doch du wirst feststellen können, dass es nun immer häufiger passiert, dass dein Kind sich an bestimmte Orte, Personen oder Gegebenheiten erinnert und versucht, dir dieses klar zu machen. Darüber hinaus wächst sein Verständnis für die Vorstellung, was genau es bedeutet, wenn etwas erst in der Zukunft passieren soll. Hierbei solltest du dich nicht der Illusion hingeben, dass dein Kind vergessen würde, dass du ihm etwas versprochen hast. Du kannst deinen Hintern darauf verwetten, dass sich dein Kind ganz genau daran erinnern wird und dies dann auch gegebenenfalls einfordert. Erhält es das Versprochene dann nicht, reagiert dein Kind beleidigt und womöglich sogar wütend darauf. Viele Kinder verhalten sich dann ungezogen und versuchen, ihrer Frustration auf irgendeine Art und Weise Ausdruck zu verleihen.

Baukunst

Alles, was mit Bauen zusammenhängt, finden Kinder in diesem Alter ebenfalls sehr interessant. So können nicht gerade wenige Kinder stundenlang an einer Baustelle stehen und beobachten, wie die Bauarbeiter dort ein Gebäude errichten. Es selbst wird ebenfalls viel Spaß daran haben, Bauwerke aus Bauklötzen, Legosteinen oder vielleicht auch nur aus Sand zu errichten. Hierbei wirst du deutlich feststellen können, dass das feinmotorische Geschick deines Kindes deutliche Fortschritte macht und es schon bald wahre Kunstwerke zustande bringen wird. Unterstützen kannst du dies, indem du dein Kind immer wieder versuchst dazu zu animieren, ein größeres Projekt oder eine andere aufwändigere Bauart auszuprobieren und ihm hilfst, wenn es irgendwo einmal nicht weiter kommt.

Es kreucht und fleucht

Andere Lebewesen funktionieren im Normalfall nach anderen Prinzipien und haben ganz eigene Verhaltensweisen, die es zu erforschen gilt. In der Regel reagieren alle Kinder vollkommen fasziniert auf sämtliche Arten von anderen Lebewesen. Ihnen ist es egal, ob es sich dabei um eine kleine Stubenfliege, einen Fisch im Aquarium, eine Spinne im Keller oder einen Hund im Garten handelt. Alles, was irgendwie lebendig ist und sich bewegt, wird von Kindern vollkommen fasziniert begutachtet und sie könnten Stunden damit zubringen, herauszufinden, wie dieses kleine Wesen genau funktioniert, was es alles kann und womit es dein Kind vielleicht sogar noch überrascht.

Seltsame Ängste

Wie auch schon in den Schüben, die du schon hinter dir hast, wirst du auch hier feststellen können, dass dein Kind wieder beginnt, Angst vor Dingen zu entwickeln, die in deinen Augen vollkommen sinnlos sind. Dies liegt wieder einmal daran, dass sich die Welt deines Kindes abrupt verändert und es deutlich mehr Zusammenhänge und Unterschiede wahrnehmen kann. Durch seine Fähigkeit immer mehr zu erfassen, immer mehr Übereinstimmungen und Unterschiede zu erlernen, teilweise schon zu wissen, was als Nächstes passiert oder sich zurück an Dinge aus der Vergangenheit erinnern zu können, die deinem Kind widerfahren sind, sorgt nun dafür, dass aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird und dein Kind vor kleinen Sachen, vor denen man vielleicht Respekt haben könnte, plötzlich eine echte Angst entwickelt. In der Regel halten diese Ängste nicht besonders lange und verschwinden genauso schnell wieder wie sie gekommen sind. Du solltest dich allerdings selbst bei diesen Ängsten beobachten, denn viele Ängste schauen sich die Kinder von uns Erwachsenen ab. Wenn dein Kind zum Beispiel feststellst, dass du direkt in Panik gerätst und schreiend davon läufst, wenn du eine Spinne siehst, dann kannst du dich auch darauf verlassen, dass dein Kind dies nachahmen wird und in seinem Gehirn abspeichert: Klein und acht Beine bedeutet große Gefahr und damit Flucht. Grundsätzlich solltest du wie immer versuchen zu verstehen, wovor dein Kind Angst hat und vor allem Mitgefühl zeigen, denn für dein Kind sind seine Ängste sehr real, auch wenn das für dich teilweise lächerlich erscheinen mag.
[KaKra]

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