Trauer in der Familie – was sag ich jetzt dem Kind?

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Trauer in der Familie
Trauer in der Familie
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AutoreninfoMag. Reka Schausberger
aktualisiert: 22.02.2010Mehrfache Mutter
Erziehung, Familie, Psychologie

Wenn ein Familienmitglied stirbt, dann ist das für alle eine schwierige Situation. Besonders schwierig ist diese dann, wenn ein Kind vorhanden ist. Wie erklärt man dem Kind, das jemand gestorben ist, und sollte man dies überhaupt tun? Diesen Fragen gehen wir hier in diesem Artikel einmal nach.

Was du hier lesen kannst:

  1. Unser Umgang mit dem Tod
  2. Kinder und Tod
  3. Nicht verheimlichen
  4. Kindern helfen, den Tod zu verstehen
  5. Besuch auf dem Friedhof
  6. Trauer zulassen
  7. Hilfe suchen

1. Unser Umgang mit dem Tod

Der Tod ist ein Konzept, das sehr schwer zu begreifen ist, dass in der Regel alle Menschen mehr oder minder ängstigt. Dazu kommt die Tatsache, dass wir uns in unserer heutigen Gesellschaft quasi gar nicht mehr mit dem Tod auseinandersetzen müssen. War es früher noch so, dass wenn ein Verwandter gestorben ist, man noch etwas mit der Leiche zu tun hatte, ist es heute in der Regel so, dass man selbst erst im hohen Alter eine Leiche zu sehen bekommt und in der Regel mit dieser nichts mehr zu tun bekommt. In vielen Fällen haben wir also keinerlei Erfahrung mit dem Tod machen können, bis zu einem Zeitpunkt wo wir schon Kinder haben und wo wir dann plötzlich dafür verantwortlich sind, selbst mit dem Tod einer nahestehenden Person umzugehen und auch unseren Kindern einen Umgang mit diesem Thema beizubringen. Da wir in der Regel aber selbst gar nicht mehr richtig mit dem Tod umgehen können, ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir komplett überfordert sind unseren Kindern dieses Prinzip sinnvoll zu erklären. Der Tod ist für uns etwas weit Entferntes, das einfach nicht greifbar ist und mit dem wir in der Regel nur sehr selten konfrontiert werden. Kein Wunder also dass ein Trauerfall in der Familie für viele Fragen sorgt und der Umgang mit Kindern in dieser Zeit sich als überaus schwierig gestaltet.

2. Kinder und Tod

Der Tod ist ein Konzept, das schon für uns Erwachsene schwer zu greifen ist und für Kinder erst einmal kaum existent ist. Das nächstliegende, was Kinder in der Regel mit dem Tod verbinden, ist, wenn etwas kaputt geht. Im Prinzip keine ganz falsche Vorstellung aber die wirklich weitreichenden Konsequenzen können die Kinder gar nicht überblicken. Der Tod ist für Kinder in der Regel also etwas schwierig zu begreifendes und es ist an den Eltern, dafür zu sorgen, dass die Kinder zumindest verstehen, das die Person nicht wieder kommt. Viel mehr als dieser Fakt ist gerade bei kleinen Kindern kaum verständlich zu machen. Kann kann helfen, den Tod mit einer Reise zu vergleichen, von der der Verstorbene eben niemals zurückkommt.

3. Nicht verheimlichen

So ziemlich das dümmste was man mal versuchen kann, ist den Tod einer vertrauten Person zu verheimlichen. Kinder sind Experten darin, zu erkennen, wenn irgendetwas nicht stimmt und wenn Mama oder Papa wegen irgendetwas womöglich traurig sind. Es ist utopisch zu glauben, dass man den Tod einer nahestehenden Person einfach so verschweigen und unter den Tisch kehren könnte, um das Kind zu schützen. Vielmehr ist es so, dass man durch das Verheimlichen sein Kind noch weiter verunsichert. Dein Kind spürt auf jeden Fall, dass irgendetwas mit dir nicht stimmt. Es kann deine Trauer sehen, es kann deine Niedergeschlagenheit spüren und egal wie viel Mühe du dir auch gibst, in dem Moment, wo der Tod dich belastet, wird dein Kind dies wahrnehmen. D. h. dass etwas nicht stimmt, bekommt dein Kind auf jeden Fall mit. Wenn du nun aber verheimlichst, was los ist, wird das Kind sich seine eigenen Gedanken dazu machen können und müssen. Im schlimmsten Fall glaubt es womöglich sogar, dass es selbst der Grund ist, wieso du momentan traurig bist, und wird vermutlich vielleicht sogar versuchen, irgendetwas zu verändern, ohne dass es eigentlich genau weiß, was es falsch gemacht hat. Kindern so etwas zu verheimlichen, verunsichert sie in der Regel deutlich mehr, als den Kindern zu erklären, dass eine ihnen nahestehende Person, die sie kannten oder vielleicht auch nicht kannten, nun einfach nicht mehr da ist und dass dich das traurig macht, weil du sie auch nicht mehr besuchen kannst. In der Regel können die meisten Kinder mit dieser Erklärung hervorragend leben und auch akzeptieren, dass du traurig bist. Es ist also immer besser, ehrlich mit dem Kind zu sein und nicht zu versuchen etwas zu verheimlichen, was sich gar nicht wirklich verheimlichen lässt.

4. Kindern helfen, den Tod zu verstehen

Es ist deutlich schwieriger, den Kindern wirklich ein Konzept vom Tod zu vermitteln, und so kannst du nur auf Dinge zurückgreifen, die die Kinder kennen und die die Kinder schon verstehen. Je älter das Kind ist, desto vielfältiger werden auch die Möglichkeiten, die du nutzen kannst. Je jünger das Kind ist, desto schwerer wird es ihm Fallen das Prinzip zu verstehen. In allen Fällen solltest nur darauf achten, den Tod als etwas normales darzustellen und nicht etwas, vor dem man viel Angst haben muss. Bemühe dich einfach deinem Kind klarzumachen, dass eine Person die stirbt, einfach an einen anderen Ort geht, an dem man ihr nicht folgen kann. Hierbei spielt es keine große Rolle, ob du selbst daran glaubst oder wie deine genaue Vorstellung hier ist, denn es geht vor allem darum, dem Kind zu zeigen, dass dies ein natürlicher Prozess ist und dies auf eine Weise zu verdeutlichen, die das Kind wirklich greifen kann. Ein Bekannter, der einfach nicht mehr zu Besuch kommt oder so weit weg ist, dass man ihn nicht mehr besuchen kann, ist ein Prinzip, dass ganz viele Kinder schon sehr früh verstehen. So hilft dieses Bild des Unerreichbaren, auch den Tod für das Kind begreifbar zu machen.

5. Besuch auf dem Friedhof

Auch Besuche auf dem Friedhof können helfen mit der Trauer besser klar zu kommen denn gerade Kinder lassen sich in der Regel ganz einfach darauf ein, dass man hier durchaus noch einmal Kontakt mit jenen aufnehmen kann, die nicht mehr da sind. Es gibt quasi kein Patentrezept, wie du mit Fragen deines Kindes umgehen kannst, aber das Einfachste ist sich keinen allzu großen Kopf darum zu machen und dem Kind einfach Möglichkeiten zu zeigen, mit seiner Trauer umzugehen. Gerade auf dem Friedhof gibt es einfache Wege, kann das Kind und auch du darüber reden, dass die Person vermisst wird. Regelmäßige Besuche auf dem Friedhof helfen vielleicht also nicht nur dem Kind, sondern auch dir mit der Situation besser klarzukommen und einen Weg zu finden, deine Trauer irgendwann zu überwinden. Dein Kind selbst, sollte an diesem Prozess teilhaben, denn nur wenn es von dir lernen kann, durch diesen Prozess zu gehen, wird es selbst irgendwann in der Lage sein sinnvoll mit solchen Vorkommnissen umzugehen. Des Weiteren kann es ein schönes Ritual sein, einfach einmal in der Woche am Grab eines geliebten Menschen vorbeizuschauen, die Blumen zu richten und vielleicht zu erzählen, was es neues gibt. Gerade Kinder tun dies sehr gerne und es hilft ihnen die Dinge zu verarbeiten, die sie erleben.

6. Trauer zulassen

Das wichtigste überhaupt ist die Trauer zuzulassen. Heutzutage leben in einer Zeit, in der wir permanent den Eindruck haben funktionieren zu müssen. Doch wenn wir etwas in uns hineinfressen, dann ist es nicht wirklich weg, sondern es wartet nur auf eine Gelegenheit, um zu zeigen, dass es noch da ist. Auch gerade dann, wenn du Kinder hast, solltest du deinem Kind zeigen, dass es die Trauer zulassen darf und dass auch du die Trauer zulässt, einfach weil das die einzig funktionierende Art ist, über diesen Verlust hinwegzukommen. Es ist auch nicht schlimm, wenn das Kind weint, denn Kinder sind in der Lage Emotionen viel besser aufzunehmen und zu verarbeiten und zu spiegeln als wir selbst. Und manchmal kann es unglaublich befreiend sein einfach gemeinsam zu weinen. In den allermeisten Fällen kannst du davon ausgehen, dass dein Kind einen Weg finden wird, mit seiner Trauer klar zukommen, solange du selbst auch einen Weg findest, mit dieser klar zukommen.

7. Hilfe suchen

In ganz besonderen Fällen kann es nötig sein, dass man sich Hilfe von außen sucht. Dies ist vor allem immer dann der Fall, wenn du selbst mit der Situation nicht ganz klar kommst oder wenn die Person für dein Kind so unglaublich wichtig war, dass das Kind sich wirklich schwertut diesen Verlust zu akzeptieren und zu überwinden. In den allermeisten Fällen sind es nicht die Kinder die Hilfe brauchen, sondern meistens die Erwachsenen, die selbst mit der ganzen Situation nicht richtig umgehen können. Bei älteren Kindern, die eine starke emotionale Bindung zu demjenigen hatten, den sie verloren haben, sieht das Ganze teilweise etwas anders aus. Grundsätzlich ist gegen eine Woche Trauer nichts einzuwenden, solange man merkt, dass das Leben irgendwann wieder anfängt, bisschen bergauf zu gehen. Hast du den Eindruck, dein Kind kommt auch nach einigen Tagen mit dieser Information gar nicht klar, kann es durchaus ratsam sein ein klares Gespräch zu führen. Aber auch, wenn du mit der Situation nicht klar kommst oder nicht weißt, wie du damit umgehen sollst, kann es hilfreich sein, sich einfach Hilfe bei einem Trauerberater zu suchen und zu versuchen, mit diesem den Verlust aufzuarbeiten. Hierbei kann es durchaus ratsam sein, dass du dein Kind begleitest, oder mitnimmst, je nachdem wer das Stärkeproblem von euch beiden hat. Dir sollte aber immer klar sein, dass es nicht schlimm ist, sich Hilfe zu suchen oder diese einfach anzunehmen.

 

[KaKra]

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