Stillen, wenn die Brustwarzenform von der “Norm” abweicht

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Verschieden geformte Brustwarzen
Verschieden geformte Brustwarzen
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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 06.03.2017Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Nicht immer bietet die Form der Brustwarzen eine optimale Voraussetzung für das Stillen. Doch nur in sehr seltenen Fällen ist das Stillen unmöglich.

Die weibliche Brustwarze

Die weibliche Brustwarze ist normalerweise so konzipiert, dass sie beim Stillen die optimalen Voraussetzungen bietet, das Kind zu versorgen. Durch einen Unterdruck wird die Brustwarze der Mutter im Mund des Kindes zwischen Zunge und Gaumen, bis ans Ende der Mundhöhle gesaugt, wo dann die Milch direkt in die Speiseröhre fließt. Nicht immer ist allerdings die anatomische Beschaffenheit der Brustwarzen von Frauen so festgelegt, dass das Kind beim Stillen die Warze so optimal ansaugen kann. Dies kann sich beim Stillen dann als schwierige Hürde herauskristallisieren, zu Unannehmlichkeiten bei der Mutter führen oder auch das Kind nicht richtig trinken lassen.

Hinweis: Tipps und Informationen zur richtigen Stilltechnik erfährst Du in unserem Beitrag mit dem Thema Stillen - die richtige Stilltechnik.

Optische Darstellung der Brustwarzenformen


Mamiweb
Foto: Mamiweb
Hier seht ihr die gängigsten Brustwarzenformen grafisch nachgebildet. Die Flach- oder Schlupfwarze, die Hohlwarze und die "normale Brustwarze".

Selbsttest machen

Bereits vor der Schwangerschaft kann sich die Frau mit der anatomischen Beschaffenheit ihrer Brustwarzen befassen und beurteilen, ob diese eventuell zu Komplikationen beim Stillen führen könnten. Dazu wird etwa 2,5cm hinter dem Warzenansatz, durch Zusammendrücken mit Daumen und Zeigefinger, die Brustwarze hervor gehoben. Meist reicht dies schon für eine Stimulation der Brustwarze aus.

Brustwarzenform

Je nachdem, ob es sich um eine normale Form, Hohl-, Schlupf- oder Flachwarze handelt, wird sie nun eine typisches Verhaltensmuster zeigen.

Die normale Brustwarzenform richtet sich in der Regel ein gutes Stück auf, während sie verhärtet. Sie steht also gut sichtbar vom Warzenvorhof ab. Dies ist eine fürs Stillen gute Voraussetzung.
Verhärtet sich die Brustwarze, ohne sich wesentlich aufzurichten, bleibt also praktisch in Höhe des Warzenvorhofs, handelt es sich um eine Flachwarze. Sie ist nicht oder nur sehr bedingt in der Lage, sich soweit aufzurichten, dass das Baby beim Stillen einen Unterdruck aufbauen kann, der die Brustwarze unter dem Gaumen lang genug zieht.

Die Schlupfwarze zieht sich bei Stimulation eher nach innen, so dass der Eindruck entstehen könnte, an Stelle der Brustwarze formt sich eine Vertiefung. Diese Form der Brustwarze ist zum Stillen ohne Hilfsmittel gänzlich ungeeignet.
Eine weitere Brustwarzenform, die häufig mit der Schlupfwarze verwechselt wird, jedoch nur in etwa bei 1% der Frauen vorkommt, ist die Hohlwarze. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene anatomische Form, bei der die eigentliche Brustwarze fehlt und es lediglich eine meist leicht umrandete Vertiefung im Warzenvorhof gibt. Im Gegensatz zur Schlupfwarze, ist die Hohlwarze meist nur mit sehr wenigen Milchgängen verbunden und es bliebe medizinisch zu überprüfen, ob es überhaupt möglich ist zu stillen.

Brustwarze auf das Stillen vorbereiten

Medizinisch gesehen gibt es heutzutage Möglichkeiten, meist relativ simpel und oft in ambulanten Eingriffen, die Fehlstellungen der Brustwarzen so zu beheben, dass nach der Schwangerschaft und Geburt, ein Kind problemlos gestillt werden kann.
Entscheidet man sich gegen einen operativen Eingriff, gibt es zuweilen die Möglichkeit, durch eine Art Hütchen eine leichte Korrektur der Brustwarzen vorzunehmen. Hierbei werden Stillhütchen auf die Brustwarze gelegt, die durch Unterdruck an gewünschter Stelle verbleiben. Dieser Unterdruck zieht kontinuierlich und recht sanft an Haut und Brustwarze. So können sich die meist verkürzten Milchgänge langsam dehnen und ermöglichen der Brustwarze schließlich ein Aufstellen. Bereits vor und während der Schwangerschaft kann die Frau so täglich die Hütchen mit Unterdruck tragen und so zu sagen die Brustwarze langsam in eine optimalere Beschaffenheit modellieren.

Dies Funktioniert nicht immer dauerhaft und manchmal lässt sich ohne operativen Eingriff keine Umformung erzielen. Selbst in diesem Fall muss das Stillen jedoch nicht als gescheitert betrachtet werden. Eben diese Stillhütchen sind es dann, die das Stillen trotzdem ermöglichen. Sie bilden eine Art Adapter zwischen Brustwarze der Mutter und Mundhöhle des Kindes. Der Unterdruck befördert so die Milch ins Hütchen, von wo aus sie vom Kind abgesaugt werden kann.


[SyKo]

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