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Prüfungsangst

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Prüfungsangst wirkt schnell lähmend
Prüfungsangst wirkt schnell lähmend

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AutoreninfoKatharina Krause
aktualisiert: 17.09.2019Vierfache Mutter und Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Prüfungsangst ist ziemlich gemein, denn für die meisten Kinder bedeutet sie, dass sie nie ihr volles Potenzial in der Schule zeigen können. Wichtig ist es, die Angst vor Klassenarbeiten zu nehmen, Selbstbewusstsein zu stärken und Schritt für Schritt die Ängste zu nehmen.
Was du hier lesen kannst:
  • Was ist Prüfungsangst?
  • Symptome einer Prüfungsangst
  • Woher kommt die Angst?
  • Realistische Erwartungen haben
  • Druck vermindern
  • Lernatmosphäre entspannen
  • Fehler als Chance verstehen
  • Mit dem Kind über eigene Ängste sprechen
  • Richtige Lerntechniken verwenden
  • Nicht erst einen Tag vor der Arbeit lernen
  • Wiederholen zu merkwürdigen Zeiten
  • Klassenarbeiten zu Hause "schreiben"
  • Mantras können bei akuter Prüfungsangst helfen
  • Entspannen und tief durchatmen
  • Erst die leichten Aufgaben lösen
  • Hilfe holen

Was ist Prüfungsangst?


Von einer Prüfungsangst spricht man immer dann, wenn die bevorstehende Klausur keine Aufregung mehr, sondern regelrechte Panikattacken auslöst. Prüfungsangst sorgt im Endeffekt dafür, dass Kinder sich nicht mehr richtig konzentrieren können und dementsprechend ihre Leistungen stark absinken, weil sie mehr mit ihrer Angst beschäftigt sind, als mit den Aufgaben, die sie lösen sollen.

Symptome einer Prüfungsangst

Die Symptome einer Prüfungsangst können sehr vielfältig sein, da die meisten Kinder unterschiedlich auf diese reagieren. Die gängigsten Symptome sind allerdings exzessives Lernen oder gar Lernverweigerung, Aggressionen, Nervosität, Angespanntheit, negative Gedanken über die eigenen Leistungen, Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Zittern, Herzrasen und übermäßiges Schwitzen.

Woher kommt die Angst?

Es ist ganz wichtig, herauszufinden, was die eigentliche Angst überhaupt ist. Handelt es sich um die Angst vor der Prüfungssituation und mangelndes Selbstvertrauen, das dazu führt, dass das Kind der Meinung ist, dass es hier nicht wirklich irgendetwas reißen kann und womöglich selbst schlechte Erfahrungen mit einer Prüfungssituation gemacht hat oder handelt es sich einfach um die Angst vor einer schlechten Note. Gerade die Angst vor schlechten Noten kann das Kind schon vor der Arbeit in seiner Vorbereitung so stark hemmen, dass es in der Arbeit nicht passend vorbereitet ist. Wenn man weiß, woher die Angst kommt, ist es deutlich einfacher, sie wieder loszuwerden.

Realistische Erwartungen haben

Bei einer Prüfungsangst es ist ganz wichtig, dass man realistische Erwartungen an das Kind setzt und ihm dabei hilft, realistische Erwartungen an sich selbst zu stellen. Eine Prüfungsangst wird deutlich verschlimmert, wenn falsche Erwartungen auf Seiten der Eltern oder des Kindes an die nächste Prüfung gestellt werden. Das erhöht den Druck und sorgt dafür, dass die Prüfungsangst wieder voll durchschlägt. Realistische Erwartungen sollten grundsätzlich also gestellt werden und man sollte das Kind dazu anhalten, sich selbst einen Gefallen zu tun und nur realistische Ergebnisse von seinen Leistungen zu erwarten.

Druck vermindern

Ein ganz wichtiger Ansatz bei einer Prüfungsangst ist es, Druck zu vermeiden. Gerade Eltern machen den Kindern mit einer Prüfungsangst das Leben unnötig schwer, doch auch manche Lehrer setzen die Kinder erheblich unter Druck. Dabei ist es wichtig, bei einer vorhandenen Prüfungsangst jegliche Art von Druck zu vermeiden, da sich dieser in der Regel in schlechteren Ergebnissen und dem Durchschlagen der Prüfungsangst während der Prüfung bemerkbar macht. Jegliche Art von Druck muss also vermieden werden, damit das Kind sich seiner Prüfungsangst stellen und diese auch überwinden kann. Je mehr Druck auf das Kind ausgeübt wird, desto nervöser wird es und desto leichter wird die Prüfungsangst es haben, dem Kind das Leben schwer zu machen.

Lernatmosphäre entspannen

Gerade Kinder mit Prüfungsangst haben das Problem, dass sie wie besessen lernen und sich dabei richtig anstrengen und dann in der Prüfung doch wieder Opfer ihrer eigenen Prüfungsangst werden. Dann ist alles Gelernte für den Zeitraum der Prüfung weg. Hier ist es wichtig, die Lernzeiträume und -atmosphäre etwas zu entspannen, damit das Kind allgemein lernt, ruhiger zu werden und sich zu entspannen. Eine entspanntere Lernatmosphäre kann man dadurch erreichen, dass immer wieder kleine Pausen eingelegt werden, man vielleicht mit dem lernenden Kind zwischendurch hin und wieder einmal scherzt. Achtung, hier geht es nicht darum, das Kind permanent zu unterbrechen, sondern einfach darum, die Stimmung ein bisschen aufzulockern. Auch eine schöne Lernumgebung kann eine Hilfe sein, wenn es darum geht, korrekt zu lernen und sich dabei etwas zu entspannen.

Fehler als Chance verstehen

Fast alle Menschen, so auch unsere Kinder, haben Angst vor Fehlern. Fehler sind etwas Negatives. Wir lernen schon früh in der Schule, dass Fehler dafür sorgen, dass wir schlechte Noten kriegen, dass Fehler uns schlechter machen, als andere Kinder und diese Angst vor Fehlern behalten wir in der Regel bis in unser Erwachsensein bei. Es ist so schlimm mit den Fehlern, dass nicht wenige Menschen versuchen, ihre Fehler zu verstecken und so tun, als würden sie nie Fehler machen oder Dinge tatsächlich gar nicht erst anfangen, weil sie Angst haben einen Fehler zu begehen.
Dabei ist diese Einstellung zu Fehlern vollkommen blödsinnig, denn eigentlich sind Fehler etwas Gutes. Sie sind ein Hilfsmittel, das uns zeigt, wo unsere Schwachstellen liegen und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Je früher ein Kind lernt, dass gemachte Fehler nicht wirklich ein Problem sind, sondern uns zeigen, wo es noch Probleme gibt, desto eher wird es vielleicht auch verstehen, dass Fehler eher Chancen eröffnen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Natürlich ist dies innerhalb unseres jetzigen Schulsystems ein etwas schwieriges Unterfangen, zielen doch alle Bewertungen nur darauf ab, anhand von der Menge der Fehler die Kinder mehr oder weniger schlecht zu beurteilen. Trotzdem sollte es im Interesse von Eltern, Lehrern und Schülern liegen, gemachte Fehler als das anzuerkennen, was sie sind, nämlich als Chance, endlich herauszufinden, wo man noch Verbesserungsbedarf hat und diese Stellen dann gezielt verbessern zu können.

Mit dem Kind über eigene Ängste sprechen

Um einer Prüfungsangst richtig zu begegnen, ist es wichtig zu verstehen, vor was das Kind eigentlich genau Angst hat. Teilweise sind die Zusammenhänge nicht unbedingt direkt offensichtlich, aber es kann unglaublich interessant und wichtig sein, mit dem Kind über seine Ängste zu sprechen. Bei vielen Kindern sorgt dies schon dafür, dass die Eltern eine gewisse Einsicht gewinnen und womöglich gar kein Problem mehr besteht. Allgemein ist es sehr günstig, mit dem Kind einmal über seine Ängste zu sprechen, denn meistens löst sich ein Teil dieser Probleme in Luft auf, sobald man sie ausgesprochen und besprochen hat.

Richtige Lerntechniken verwenden

Manche Kinder schneiden deutlich schlechter in Tests ab, als sie es müssten, einfach nur deshalb, weil sie versuchen, eine für sie nicht ideale Lerntechnik zu verwenden. Vergleiche hierzu den Artikel über die verschiedenen Lerntypen, was diese ausmacht und welche Lerntechniken sich für die verschiedenen Lerntypen am ehesten eignen: Die verschiedenen Lerntypen. Sobald du weißt, welcher Lerntyp dein Kind ist, kannst du die entsprechend perfekte Lerntechnik ermitteln und ihm so helfen, effizient zu lernen.

Nicht erst einen Tag vor der Arbeit lernen

Ebenso wichtig wie die richtigen Lerntechniken ist es, dass das Kind kontinuierlich lernt und nicht versucht, erst vor der Arbeit den Stoff in den Kopf zu bekommen. Dieses Vorgehen sorgt im Normalfall nur dafür, dass die Noten schlechter ausfallen, als sie eigentlich ausfallen müssten und der Stoff nicht so behalten wird, wie man sich ihn einprägen sollte. Auf kurze Sicht scheint dies kein Problem zu sein, doch es erweist sich häufig auf lange Sicht zu einem ganz großen Problem: In unserem Schulsystem geht man davon aus, dass bestimmte Dinge und Themen, die gelernt werden müssen, aufeinander aufbauen, sodass es eine ziemliche Katastrophe ist, wenn das Kind einen bestimmten Themenkomplex nur kurzfristig in seinem Kurzzeitgedächtnis abgespeichert hat und schon zwei Wochen später nicht mehr weiß, was es dort gelernt hat. Dieses Vorgehen bringt jede Menge Probleme mit sich, die aufgrund der Notenvergaben und des ganzen Schulsystems leider meistens erst viel zu spät auffallen, dass es dann kaum noch möglich ist, diese verpassten Unterrichtseinheiten tatsächlich noch effizient nachzuholen.

Wiederholen zu merkwürdigen Zeiten

Manchmal schalten Kinder auch einfach ab, wenn sie zu festen Zeiten immer wieder dasselbe lernen sollen. Es kann hierbei unglaublich interessant sein, wenn man bestimmte Wiederholungen zu Themen einfach einmal zu ungewöhnlichen Zeiten stattfinden lässt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer kleinen Wiederholung des Einmaleins beim Aufräumen, einer kleinen Abfragerunde der letzten Vokabeln beim Kochen oder einem Gespräch über die Fotosynthese beim Einkaufen. Gerade dann, wenn es einem gelingt, solche Gespräche und Wiederholungen ganz zwanglos in den Alltag zu integrieren, schafft man damit die Voraussetzung, dass das Kind entspannt die Themen durchgehen kann, die es sonst mühsam erlernen muss. Fehler, die es hierbei macht, können direkt noch einmal korrigiert werden und sollten nicht allzu viel Beachtung finden und man kann dem Kind so auf spielerische Weise zeigen, dass es auch zwischendurch immer mal wieder lernen kann, ohne dass man große Zeitblöcke dafür reservieren muss.

Klassenarbeiten zu Hause "schreiben"

Ein weiteres interessantes Spiel kann eine Klassenarbeit zu Hause sein. Dies bedeutet nichts anderes, als dass du dich hinsetzt und aufgrund der Inhalte in den Mappen deines Kindes einfach eine kleine Klassenarbeit zu Hause entwirfst. Dann lässt du dein Kind sich hinsetzen und legst ihm die Klassenarbeit vor. Dabei versuchst du, die Situation bei einer echten Klassenarbeit zu simulieren. Dies kann dafür sorgen, dass das Kind diese Situation häufiger erlebt und sich womöglich allein dadurch die Reaktion der Prüfungsangst deutlich reduziert. Des Weiteren kann solch eine nachgespielte Prüfung dem Kind zeigen, wie gut oder schlecht es den Stoff tatsächlich schon beherrscht und im Endeffekt dafür sorgen, dass das Kind in der realen Prüfungssituation gar nicht mehr so nervös ist, da es ja schon weiß, dass es ähnliche Klassenarbeiten schon geschrieben und diese auch problemlos gelöst bekommen hat.

Mantras können helfen

Ein großes Problem bei Prüfungsangst sind negative Mantras oder negative Einstellungen. Viele Kinder denken, dass sie etwas nicht können, dass das wieder nicht klappt, dass sie die Prüfung nicht bestehen werden, dass sie wieder viele Fehler machen werden. Dabei ist es unglaublich wichtig, dass Kinder mit einer positiveren Denkweise an die Sache herangehen. Je nachdem wie aufgeschlossen das Kind für so etwas ist, kann man ihm raten, sich vor der Arbeit einfach immer und immer wieder "Ich schaffe das!" zu sagen. Auch diese Mantras können Prüfungsangst etwas mindern und vielleicht sogar dafür sorgen, dass die Auswirkungen der Prüfungsangst einfach an dem Kind abprallen. Positive Gedankenansätze und Sätzen, die man immer wieder vor sich hinsagen kann, sind eine schöne Sache, um sich selbst Mut zu machen und negative Einstellungen beiseite zu wischen.

Entspannen und tief durchatmen

Sollte die Prüfungsangst tatsächlich wieder zuschlagen, so ist es ganz wichtig, dem Kind zu erklären, dass es sich entspannen muss. Es sollte sich zurücklehnen auf dem Stuhl, für einen ganz kurzen Moment die Augen schließen und tief durchatmen. Meist sorgt das dann schon dafür, dass die ersten Wellen der Prüfungsangst erträglicher sind und das Kind noch in der Lage ist, sich halbwegs auf die Aufgaben zu konzentrieren. Immer wenn das Kind merkt, dass es wieder nervös wird, sollte es diese Übung einfach wiederholen.

Erst die leichten Aufgaben lösen

Das richtige Vorgehen bei einer Klassenarbeit muss auch gelernt werden und viele Kinder beherrschen dies bis ins hohe Schulalter hinein nicht. Eine der wichtigsten Grundregeln bei der Klassenarbeit ist, zuerst die leichten Aufgaben zu bearbeiten und die schweren auszulassen. Wenn das Kind erst die leichten Aufgaben bearbeitet, kann es sich dann den schwierigen, komplexen Aufgaben zuwenden. Dies sorgt dafür, dass das Kind auf jeden Fall die Aufgaben, die es kann, bearbeitet hat und dafür schon Punkte bekommt und nicht hinterher dasitzt und für die leichten Aufgaben keine Zeit mehr hat. Wer mit den leichten Aufgaben anfängt und und mit den schwierigen Aufgaben aufhört, fährt zumindest alle Punkte ein, die er bekommen kann und verliert höchstens die Punkte, die er vielleicht sowieso nicht erhalten hätte, weil er die Aufgabe nicht ohne weiteres lösen kann.

Hilfe holen

Sollte nichts davon helfen oder das Kind unter enormen Prüfungsstress leiden, ist es unglaublich wichtig, dass du dir und deinem Kind Hilfe holst. Passende Ansprechpartner kann man in der Schule, aber auch bei einem Kinderarzt ermitteln und man sollte sich nicht davor scheuen, sich diese Hilfe auch entsprechend zu holen.
[KaKra]

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