Mit Kindern essen: Worauf kommt es an?

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Mit Kindern essen: Rücksicht nehmen und ausprobieren lassen.
Mit Kindern essen: Rücksicht nehmen und ausprobieren lassen.
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AutoreninfoMag. Ann-Kathrin Landzettel
aktualisiert: 31.01.2020Gesundheits- und Präventionsberaterin
Gesundheit, Prävention, Medizin und Psychologie

Mit Kindern essen ist in manchen Familien ein leidiges Thema. Das muss aber gar nicht so sein. Wir verraten dir, wie du mit wenig Aufwand deine Kinder an vernünftiges Essen gewöhnst und erzählen dir, worauf es ankommt.

Inhalt des Beitrags:
  1. Vorbild sein
  2. Rausfinden was Kindern schmeckt
  3. Kein Zwang
  4. Aufklärung

Vorbild sein

Das wichtigste überhaupt bei Kleinkindern ist die Tatsache, dass du immer ihr Vorbild bist. D. h. auch beim Essen, dass sie sich all jene guten Eigenschaften und all jene schlechten Eigenschaften von dir ab schauen, die du ihnen so vorlebst. Isst du zum Beispiel zu wenig Obst und Gemüse, dann musst du dich nicht wundern, dass auch deine Kinder nicht sonderlich begeistert von Obst und Gemüse sind. Bist du eher ein wählerischer Esser oder isst sehr viel Fleisch, dann kannst du häufig beobachten, dass deine Kinder genau dasselbe tun. Wenn du also möchtest, dass deine Kinder das tun, was du von ihnen willst, dann bleibt dir nichts anderes übrig als vorauszugehen und es ihnen vorzumachen. Wenn es also um das Essen geht, musst auch du dich am Riemen reißen und genau so leben, wie es dein Ziel ist, dass die Kinder mit dem Essen umgehen und leben. Du kannst dir sicher sein, jeder kleine Fehltritt wird von den Kindern registriert und von ihnen in der Regel auch kopiert. D. h. mach am besten ganz viel mit deinen Kindern zusammen und zeige ihnen, wie es richtig geht, dann übernehmen sie viele Dinge, die für sie dann ganz selbstverständlich werden und mit denen du selbst keine Probleme hast.

Rausfinden was Kindern schmeckt

Natürlich essen wir nicht alle dasselbe und nicht jedem von uns schmeckt dasselbe gleich gut. So kannst du also auch bei deinen Kindern beobachten, dass sie bestimmte Sachen einfach viel lieber essen als andere. Das ist im Prinzip auch kein großes Problem, denn solange das Ganze nicht in die Richtung läuft, dass die Kinder all das gerne essen, was ungesund ist und all das nicht gerne essen, was gesund ist, ist das in der Regel kein großes Drama. Damit die Kinder entdecken können, was ihnen selbst am besten schmeckt, ist es wichtig, dass du ihnen eine Vielzahl an Angeboten machst, bei denen sie selbst herausfinden können, was ihnen schmeckt und was ihnen eben nicht schmeckt. Du solltest hierbei aber darauf achten, dass du nicht womöglich nur die Dinge deinen Kindern zeigst, die dir schmecken, sondern ihnen auch Dinge zeigen, die du persönlich selbst nicht magst. Hierbei ist es lediglich wichtig, den Kindern nicht zu sagen, dass du sie nicht magst, sonst kannst du in einem gewissen Alter davon ausgehen, dass sie es nicht einmal probieren wollen, weil du es schließlich auch nicht isst. Prinzipiell ist es immer gut, wenn die Kinder schon früh eine große Vielfalt an Dingen kennenlernen dürfen, die gesund sind und aus denen sie ihre persönlichen Favoriten herausziehen können. Es kommt nicht selten vor, dass es hierbei Dinge gibt, für die das Kind sogar Schokolade oder Süßigkeiten links liegen lässt, weil es einfach viel zu gut schmeckt.

Kein Zwang

Gibt es einen Zwang beim Essen, ist dies immer ein Problem. Aus diesem Grund solltest du auf jegliche Art von Zwang verzichten. Neben der Tatsache, dass man die Kinder zwingt etwas zu essen, was sie nicht essen wollen, kommt es aber auch häufig vor, dass man sie zwingt auch zu Ende zu essen. Beide Sachen sind etwas, dass du tunlichst vermeiden solltest, denn die Kinder bekommen so falsche Signale gesendet. Gehen wir auf die beiden Probleme direkt einmal ein. Wenn du deine Kinder dazu zwingst etwas zu essen, was sie nicht mögen, ist das ein großes Problem, denn vielleicht gibt es ja einen guten Grund, weswegen sie es nicht mögen. Stelle dir selbst einmal vor, du isst keine Tomaten, kannst dich an den Geschmack von Spinat nicht gewöhnen oder verabscheust rohe Zwiebeln. Und nun stell dir bitte vor, du hast genau eines von diesen Dingen plötzlich vor dir auf dem Teller liegen und irgendjemand versucht dich dazu zu bringen, dass zu essen. Das ist keine schöne Erfahrung! Du solltest durchaus akzeptieren, dass auch dein Kind seinen ganz eigenen Geschmack hat und bestimmte Dinge vielleicht einfach nicht essen mag. Natürlich muss man einen Riegel vorschieben, wenn die Kinder dazu tendieren, alles das was gesund ist zu verschmähen und nur noch Dinge essen zu wollen, die ungesund sind, aber bis zu diesem Moment solltest du den Kindern durchaus einräumen, dass sie bestimmte Dinge nicht essen müssen. Ist man hier ein bisschen aufmerksam, findet sich leicht heraus, welche Dinge die Kinder wirklich nicht essen wollen oder können und bei welchen es einfach der Versuch ist, lieber etwas Leckereres zu bekommen. Wer will schon langweilige Kartoffeln essen, wenn er stattdessen vielleicht ein Stück Kuchen bekommen kann?

Ein zweites großes Problem, dass sich so eingebürgert hat, ist die Tatsache mit dem Aufessen. Prinzipiell kommt das „Aufessen müssen“ aus einer Zeit, als die Nahrung knapp war und man sich nicht sicher sein konnte, dass man für die nächste Mahlzeit wieder etwas auf den Tisch bringen konnte. In Zeiten mit Nahrungsknappheit macht es durchaus Sinn dafür zu sorgen, dass man die vorhandenen Ressourcen auch tatsächlich nutzt und kein Essen verschwendet. Dies ist aber heutzutage gar nicht mehr der Fall. In der Regel sind unsere Vorratskammern vollgestopft mit Dingen, die essbar sind und wir haben nur selten die Tatsache, dass wir hungern müssen. Vielmehr ist es heutzutage ein großes Problem, dass die meisten Menschen zu viel essen und in vielen Fällen das natürliche Sättigungsgefühl vollkommen verloren haben. Gegessen wird, bis der Magen schmerzt und nichts mehr hineinpasst. Damit unsere Kinder nicht auch mit diesem Problem zu kämpfen haben, müssen wir akzeptieren, dass ihr Sättigungsgefühl noch funktioniert und dass, wenn sie keinen Hunger haben oder nicht mehr weiter essen möchten, in der Regel sie auch nicht mehr hungrig sind. Es ist durchaus nichts dagegen einzuwenden, die Reste beiseitezustellen und wieder hervorzuholen, wenn das Kind das nächste Mal Hunger hat, aber auf genau dieses Hungergefühl sollte gewartet werden. Zwingt man sein Kind, zu essen, obwohl es keinen Hunger mehr hat, verlernt es auf sein Sättigungsgefühl zu hören, und die Folge werden in der Regel Übergewicht und alle damit verbundenen Probleme sein. Aus diesem Grund ist Zwang beim Essen immer eine blöde Sache und sollte bei dir eins von den beiden oder etwas Ähnliches vorkommen, solltest du diesen Zwang ganz dringend überdenken.

Aufklärung

Schokolade, süße Getränke und Kuchen reizen natürlich jedes Kind und egal, wie gut du als Vorbild auch sein magst, es dürfte dir schwer fallen, diese Dinge tatsächlich aus dem Leben deines Kindes zu verbannen bzw. es dazu zu bringen, solche Dinge nicht mehr anzufassen. Zum Einen musst du das auch gar nicht und zum Anderen reicht Vorbild sein allein auch nicht aus. Je älter dein Kind wird, desto mehr beginnt es zu hinterfragen, warum bestimmte Sachen so oder so gehandhabt werden. Beim Essen ist es wichtig, dass du dein Kind über das Essen aufklärst. Woher kommen die Dinge, die es essen soll? Warum darf man nur so wenig Süßigkeiten essen, obwohl diese doch so gut schmecken? Warum kann man nicht nur gesüßte Getränke trinken, sondern muss regelmäßig auch langweiliges Wasser trinken? Wieso muss man Früchte Tee trinken und greift nicht einfach zu dem leckeren Eistee? Solange die Kinder auf diese Fragen keine Antworten haben, werden sie nicht verstehen, warum du diese oder jene Entscheidung triffst. Für einen gewissen Zeitraum wird es sicher funktionieren, dass die Kinder trotzdem tun, was du ihnen vorlebst, aber ohne ein Verständnis dahinter, warum Dinge so sind, wie sie sind, werden die Kinder sie selten lange als Regel akzeptieren. Aus diesem Grund solltest du dein Kind regelmäßig zum Einkaufen mitnehmen und ihm Dinge erklären, die es wissen muss, um entscheiden zu können, ob etwas gesund oder ungesund ist. Übrigens noch ein kleiner Tipp am Rande. Obwohl es vielleicht reizvoll erscheinen mag, einfach die Dinge, die das Kind nicht essen soll zu verbieten, so wenig sinnhaft ist dieses doch. Gerade Verbotenes wirkt in der Regel auf Kinder extrem reizvoll und gerade dann, wenn sie nicht verstehen, warum es verboten ist, ist die Versuchung gleich doppelt so groß. Wenn du also nicht möchtest, dass dein Kind womöglich sich heimlich mit ungesunden Sachen vollgestopft, solltest du die ungesunden Sachen nicht verbieten, sondern auf Aufklärung setzen und versuchen, das Kind davon zu überzeugen und immer wieder daran zu erinnern, warum diese Lebensmittel bei euch nur sehr selten oder vielleicht auch gar nicht vorkommen. Selbst kleine Kinder sind in der Regel schon recht clever und werden von ihren Eltern meistens stark unterschätzt. Du kannst mit dem Aufklären deiner Kinder gar nicht früh genug anfangen. Wann immer du eine Entscheidung triffst, gerade auch was das Essen angeht, nimmst du dir einfach die Zeit und versuchst, deinen Kindern nahezubringen, warum du etwas so oder so machst. Dieses Vorgehen hilft den Kindern später auch einmal ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre eigenen Entscheidungen auch zu hinterfragen und zu begründen.

Hältst du dich in diese recht simplen Anweisungen, kannst du davon ausgehen, dass es relativ wenig Probleme mit deinem Nachwuchs und dem Essen gibt. Da bleibt einem dann nur eines übrig: Wir wünschen guten Appetit.

 

[KaKra]

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