Frühförderung: Hilfe bei Entwicklungsauffälligkeiten

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AutoreninfoMag. Ann-Kathrin Landzettel
aktualisiert: 16.11.2019Gesundheits- und Präventionsberaterin
Gesundheit, Prävention, Medizin und Psychologie

Ein Problem, das frühzeitig entdeckt wird, kann in der Regel leichter behandelt werden als ein Problem, das erst spät entdeckt wird. Die Frühförderung will Entwicklungsauffälligkeiten direkt korrigieren und kann so teilweise sogar eine spätere Behinderung verhindern.

 

Inhalt des Beitrags:
  1. Frühzeitig erkennen
  2. Ganzheitliche Ansätze
  3. Ziele der Frühförderung
  4. Kostenübernahme

Frühzeitig erkennen

Grundsätzlich ist eine Entwicklungsverzögerung oder eine Entwicklungsstörung, die frühzeitig erkannt wird, das kleinste Problem. Aus genau diesem Grunde gibt es die Vorsorgeuntersuchungen in der Kinderzeit. Hat man die Möglichkeit, so sollte man die U10 und U11, die zwischen der Einschulung und der ersten Jugenduntersuchung angesiedelt sind, unbedingt wahrnehmen. Diese Untersuchungen werden in der Regel zwar nicht von der Krankenkasse bezahlt, trotzdem kann auch hier einiges frühzeitig in Angriff genommen werden, wenn es einem auffällt. Prinzipiell gilt das allgemeine Gesetz, je früher ein Problem entdeckt wird, desto früher ist man auch in der Lage gegen eben dieses Problem entsprechend vorzugehen.

Je früher ein Problem auftaucht, desto früher kann mit der Behandlung begonnen werden. So können oftmals Behinderung oder schwerere Symptome direkt in den Ansätzen behoben, korrigiert und teilweise sogar verhindert werden. Interdisziplinäre Frühförderungsstellen und sozialpädiatrische Zentren können bei Sprachstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Teilleistungsstörungen, einer drohenden Behinderung, einer vorliegenden Behinderung oder anderen Auffälligkeiten oder Beeinträchtigungen innerhalb der Entwicklung des eigenen Kindes helfen. In der Regel haben sozialpädiatrische Zentren ihren Schwerpunkt auf der medizinisch therapeutischen Betreuung und der Behandlung, während Frühförderungsstellen hauptsächlich pädagogisch psychologische und beratende Hilfe anbieten.

Ganzheitliche Ansätze

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Entwicklungsauffälligkeiten in seltenen Fällen gesondert auftreten und häufig solche Auffälligkeiten eines bestimmten Entwicklungsbereich auch Probleme in andere Bereiche ausstrahlen. So kann es zum Beispiel unter anderem dazu kommen, dass eine Sprachentwicklungsstörung auch durchaus motorische und soziale Entwicklungen beeinflusst. Aus diesem Grund ist die Leitidee der Frühförderung immer ein ganzheitlicher Hilfeansatz, der medizinische, pädagogische, soziale und psychologische Hilfe miteinander verknüpft. Aus diesem Grund kann man den Frühförderungsstellen auch immer Teams aus Psychologen, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, Ärzten, Sozial- und Heilpädagogen finden.

Ziele der Frühförderung

Die Frühförderung zielt darauf ab, grob- und feinmotorische Fähigkeiten zu schulen, Unterstützung bei der Sprachentwicklung und der Kommunikation zu geben, um bei dem Aufbau eines angemessenen Sozialverhaltens zu helfen. Auch die Förderung der Wahrnehmung und die Entwicklung lebenspraktischer Fähigkeiten, ebenso wie die Ermutigung zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung können zu den Aufgabenfeldern und Zielen der Frühförderung gezählt werden. Besonders interessant ist, dass es sowohl eine ambulante als auch eine mobile Frühförderung gibt. Die meiste Frühförderung findet in ambulanter Version statt und das bedeutet, die Eltern müssen mit ihren Kindern in die Behandlungsräume kommen. Die mobile Frühförderung hat den Vorteil, dass sie direkt zu den Eltern nach Hause kommt, was den Vorteil hat, dass das Kind in seiner gewohnten Umgebung geschult und gefördert werden kann. Einige Einrichtungen wie zum Beispiel manche Kindergärten haben einen mobilen Dienst, der das Kind im Kindergarten begleitet. Interdisziplinäre Förderstellen sind familiennah und versuchen durch ein interdisziplinäres und ganzheitliches Konzept gezielte Behandlungen zu bieten.

Zu den ganz besonderen Leistung der Frühförderungsstellen zählen Eltern- und Kindkurse sowie Wochenendseminare, aber auch mehrwöchige Kurse bei denen der Dialog zwischen Familie und Fachleuten vorgestellt und intensiviert wird.

Kostenübernahme

Besteht ein Förderbedarf beim Kind, kommt für die Frühförderung in der Regel die Krankenkasse auf. Sämtliche Arten der Frühförderung können vom Kinderarzt verordnet werden. Sehr häufig sind dies Therapiesitzung bei Ergotherapeuten, Logopäden oder ähnlich spezialisierten Ärzten. Komplexere Behandlungen müssen beantragt werden, werden aber, so die Notwendigkeit tatsächlich gegeben ist, von den Krankenkassen in der Regel komplett übernommen. Auch die interdisziplinäre Frühförderung in Kindergärten wird in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

 

[KaKra]

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