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Die 5 größten Irrtümer über Ernährung in der Stillzeit

spargel
Bettina-Stolze/Pixelio.de
Ist Spargel in der Stillzeit tabu?
Bild: Bettina-Stolze/Pixelio.de
AutoreninfoErnährungsberaterin Lala
aktualisiert: 29.11.2010Ernährungswissenschaftlerin
Ernährung, Gesundheit, Familie
Vor allem in der Stillzeit machen sich viele Frauen Gedanken über die Ernährung. Welche Nahrungsmittel sind optimal für einen guten Milchfluss?

Und verträgt das Baby blähende Lebensmittel? Oftmals finden Mütter keine fachlichen Antworten zu den Fragen und so gibt es viele Irrtümer über die Ernährung in der Stillzeit. So muss zum Beispiel Spargel und Knoblauch nicht für jede Mutter in der Stillzeit ungeeignet sein. Und Stilltee, insbesondere Fencheltee sollte nicht in großen Mengen getrunken werden. Auch das rasche Abnehmen in der Stillzeit ist nicht ungefährlich.

Die 5 Irrtümer während der Stillzeit

  1. Stillen darf nicht dem Abnehmen dienen!
    Eine voll stillende Frau verbraucht pro Tag etwa 650 kcal zusätzlich. Das heißt, wenn eine Frau während der Stillzeit wenig isst, nimmt sie in der Regel langsam ab. Rasches Abnehmen in der Stillzeit ist mit Gefahren für das Baby verbunden. Denn bei zu raschem Abbau des Körperfettes werden die im Fett gespeicherten Umweltgifte nicht ausgeschieden, sondern gehen in die Muttermilch über. Dies belastet den kindlichen Körper und kann die Entwicklung beeinträchtigen. Die Belastung des mütterlichen Fettgewebes mit Umweltgiften hängt vom Wohnort, der Ernährung und dem Lebensstil in den Jahren vor und während der Schwangerschaft ab.
  2. Alkohol erhöht langfristig nicht die Milchbildung!
    In der Muttermilch befindet sich eine Stunde nach dem Konsum von Alkohol dieselbe Konzentration, wie im Blut der Mutter. Nachweislich kann Alkohol in der Muttermilch beim Baby zu Schädigungen führen. Dennoch wird immer wieder Sekt zur Milchbildung empfohlen. Eine aktuelle Studie kam zu dem Ergebnis, dass zwar kurzfristig die Milchbildung mit Sekt angeregt werden kann. Aber langfristig der Milchfluss weniger wird. Alkohol beeinflusst jene Hormone, die für den Milchfluss zuständig sind und Experten sind sich einig: Alkohol sollte in der Stillzeit nicht getrunken werden. Oder zumindest 3 Stunden nach dem Konsum eines Glases Alkohol darf nicht gestillt werden.

    Hinweis: Mehr zum Thema Koffein und Alkohol in der Muttermilch lies bitte in unserem Beitrag Koffein und Alkohol in der Muttermilch.

  3. Dürfen stillende Frauen Knoblauch oder Spargel essen?
    Schon das Fruchtwasser hat je nach den Essgewohnheiten der Mutter einen eigenen Geschmack und dieser Geschmack findet das Baby in der Muttermilch wieder. Am liebste mögen Babys nach der Geburt den bekannten Geschmack, das heißt dasselbe Essen der Mutter wie in der Schwangerschaft. Speisen mit viel ätherischen Ölen, wie Knoblauch und Spargel beeinflussen den Geschmack der Milch ganz besonders. Und je nachdem wie experimentierfreudig das Baby ist und ob die Mutter in der Schwangerschaft Knoblauch und Spargel gegessen hat, mag es das Baby oder eben nicht. Tatsächlich wenden einige Kinder den Kopf ab, sobald sie intensive neue Geschmäcker, wie Knoblauch in der Muttermilch wahrnehmen. In so einem Fall muss das Lebensmittel weggelassen werden. Bei den meisten Babys ist es nur eine vorübergehende Reaktion. Die Mutter muss einfach das Baby dazu bringen, die gewohnte Milch (einige Stunden später) wieder zu trinken.
  4. Blähende Lebensmittel sind nicht von vornherein für stillende Frauen tabu!
    Die Babys sind so verschieden, wie die Mütter. Und so gibt es Babys, die einfach alles vertragen und andere wiederum sind sehr empfindlich. Von vornherein einfach alle blähenden Lebensmittel wegzulassen ist nicht zu empfehlen. Denn auch die Mutter muss sich gesund ernähren und das wird immer schwieriger, je mehr Lebensmittel nicht erlaubt sind. Meist verträgt das Baby jene Speisen nicht gut, die auch für die Mutter schwer verdaulich sind. Am besten findet die Mutter gemeinsam mit ihrem Baby die optimale Ernährung. Alle für die Mutter gut verträglichen und möglicherweise blähenden Speisen werden in kleinen Mengen ausprobiert.
  5. Große Mengen Stilltee sind nicht optimal für die Milch!
    Stilltee wirkt sich positiv auf die Verdauung des Babys aus und kann die Milchbildung unterstützen. Dennoch werden diese Eigenschaften nicht verstärkt, wenn große Mengen Stilltee getrunken werden. Ab 4 Liter pro Tag kann die Milchproduktion wieder reduziert werden. Zudem führte in Tierversuchen eine größere Menge Fencheltee zu Leberkrebs. Das heißt, beim Stilltee lautet die Regel: Weniger ist mehr.

    Tipp der Redaktion: Zum Thema "Trinken in der Stillzeit" lies bitte unseren gleichnamigen Artikel Trinken in der Stillzeit

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