25. Woche - Die Welt der Zusammenhänge

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Zusammenhänge werden jetzt fleißig getestet
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Zusammenhänge werden jetzt fleißig getestet

Zwischen der 25. und 27. Woche ist es wieder soweit: dein Kind lernt eine neue Fähigkeit hinzu. Es ist nun erstmals in der Lage, Zusammenhänge in seiner Umgebung wahrzunehmen und diese zu begreifen. Was das genau bedeutet, kannst du in diesem Artikel lesen.
Das kannst du hier lesen:
  • Erste Anzeichen
  • Probleme
  • Was hat sich verändert?
  • Zwischenzeit

Erste Anzeichen

Mit etwa 26 Wochen öffnet sich für dein Baby das erste Mal die Welt der Zusammenhänge. Einer der wichtigsten Zusammenhänge überhaupt, den dein Baby jetzt wahrnehmen kann, ist die Entfernung zwischen zwei Gegenständen oder Menschen. Was in unseren Augen eine Selbstverständlichkeit ist, ist für dein Baby eine alarmierende neue Entdeckung, die eine grundlegende Veränderung in seiner Welt hervorruft. Verständnis und Geduld sind nun wieder gefragt, um diese anstrengende und turbulente Zeit zu meistern. Wieder einmal empfindet dein Baby seine Umgebung als verwirrend und darüber hinaus auch als extrem beängstigend. Jetzt wird ihm zum ersten Mal bewusst, dass ein Gegenstand der außerhalb seiner Reichweite liegt, womöglich unerreichbar ist. So ist es auch, wenn du das Zimmer verlässt. Das Baby kann dir nicht folgen und empfindet diese Situation so, als wärst du einfach im Nichts verschwunden. Dass du noch existierst, auch wenn es dich nicht mehr sehen kann, ist für das Baby nicht verständlich und somit sorgt dein Verschwinden meist für regelrechte Panik.

Selbst wenn dein Baby schon etwas krabbeln kann, so ist es noch nicht in der Lage, dir zu folgen und ihm wird dieser Umstand das erste Mal wirklich bewusst. Es erkennt, dass es bei deinem Tempo nicht mithalten kann und dass du ihm sozusagen entwischen könntest, egal wie sehr es sich auch anstrengen mag. Diese Erkenntnisse können dein Baby so dermaßen ängstigen, dass die folgenden Wochen eine ziemlich harte Zeit für Eltern und Kind werden. Hier ist es wieder einmal sehr hilfreich zu wissen, weshalb sich dein Baby so benimmt. Nur so kannst du es in dieser Phase sinnvoll unterstützen und die notwendige Geduld aufbringen, um diese Zeit gut zu überstehen.

In der Regel fängt diese Umstellung etwa mit der 23. Woche an. Schon zu diesem Zeitpunkt lässt das Verhalten deines Babys erkennen, dass es einen Entwicklungsschub durchmacht. Es wird von Tag zu Tag etwas schwieriger, da es bemerkt, wie sich seine Welt verändert und wieder zunehmend bedrohlicher und verwirrender wird. Der natürliche Reflex deines Babys ist hierbei einfach zurück zu Mama, bei der man sicher und geborgen aufgehoben ist und die das Baby vor allem beschützt. Diese überaus schwierige Phase dauert in der Regel bei den meisten Babys etwa vier Wochen, kann sich aber auch nur über eine oder gar fünf Wochen erstrecken. Spätestens um die 29. Woche herum wird das Kind noch einmal besonders schwierig, obwohl es zu diesem Zeitpunkt schon vollauf mit seinen neuen Fertigkeiten beschäftigt ist.
Verständlich wird dieses Verhalten, wenn du dir klar machst, dass seine neue Fertigkeit darin besteht, die Entfernung zwischen sich und dir oder seinem Vater zu erkennen und damit zurechtzukommen. Vielleicht kannst du dich selbst auch noch daran erinnern, wie du dich als Kind gefühlt hast, wenn du deine Eltern in einem Laden aus den Augen verloren hast.
Eine Auflistung der konkreten Anzeichen findest du hier: Konkrete Anzeichen des 5. Entwicklungsschubs.

Probleme

Diese Phase zerrt in der Regel nicht nur an den Kräften des Babys, sondern vor allem auch an den Nerven seiner Eltern. Häufig sind die Eltern von Babys, die viel Aufmerksamkeit fordern, in dieser schwierigen Phase müde und nicht selten gereizt. Spätestens gegen Ende dieser Zeit hat fast jedes Baby seine Eltern geschafft. Magen-, Rücken- und Kopfschmerzen sowie Nervosität sind keine Seltenheit und sollten auch nicht abgetan werden. Sich Hilfe bei Freunden oder Verwandten zu suchen, ist eine gute Idee und kann nur empfohlen werden.

Es ist verständlich, dass es den meisten Eltern immer etwas unheimlich ist, wenn sie nicht direkt begreifen, was mit ihrem Baby los ist. Kurz nach der Geburt und in den ersten Wochen danach denken die meisten Eltern direkt an Koliken. Jetzt vermuten sie, dass das Baby schwierig ist, weil es Probleme mit dem Zahnen hat. Zwar ist es korrekt, dass in diesem Alter bei den meisten Babys die ersten Zähne durchkommen, doch besteht kein direkter Zusammenhang zwischen den Schwierigkeiten, die ein Baby infolge eines Entwicklungsschubs hat und dem Zahnen. Kinder bekommen ihre Zähne in einer unkomplizierten Phase genauso wie in einer schwierigen Phase. Solltest du allerdings das Pech haben, dass dein Baby genau dann die Zähne bekommt, wenn seine Entwicklung einen Sprung macht, dann kann es dadurch natürlich noch nerviger werden, als es ohnehin schon ist. Hilfreich können in dieser Phase homöopathische Mittel wie Arnika oder Charmomilla sein.

Es ist absolut verständlich, wenn du dich darüber aufregst und ärgerst, dass dein Baby eigentlich gar keinen Grund hat, so lästig und schwierig zu sein. Gerade gegen Ende dieser schwierigen Phase verstärkt sich dieses Gefühl noch einmal. Trotzdem solltest du niemals vergessen, dass dein Kind nicht weiß, was mit ihm passiert und es aus Angst und Unsicherheit so reagiert.
Ebenfalls üblich in dieser Schubphase ist es, dass es während der Mahlzeiten jetzt zu Konflikten kommen kann. Sowohl die meisten Mütter als auch die meisten Väter finden es einfach nur furchtbar, wenn ihr Baby nicht essen will. Sie bieten ihm immer wieder etwas zu essen an, versuchen es spielerisch, manchmal auch mit Zwang, aber sie haben meistens keinen Erfolg. Viele Eltern reagieren auf die Nahrungsverweigerung direkt wahnsinnig besorgt. Gerade Babys, die einen starken eigenen Willen haben, können in diesem Alter sehr hartnäckig in ihrer Weigerung sein und dies sorgt nicht selten dafür, dass die Eltern wiederum, die aus purer Besorgnis auch hartnäckig werden, regelrecht wütend auf das Baby reagieren. Die Hilflosigkeit und Ratlosigkeit entlädt sich bei vielen Erwachsenen schnell in Wut. Hieraus folgt nicht selten, dass der familiäre Esstisch zu einem Kriegsschauplatz wird. Das Einzige, was hier hilft ist, Ruhe zu bewahren und einfach mit dem Kämpfen aufzuhören. Es ist dir nicht möglich, dein Baby zum Essen zu zwingen und du bist mit diesen Problemen ganz sicher nicht allein.
Nimm es gelassen hin und bedenke immer, dass das nur eine vorübergehende Phase ist. Je mehr Zwang du ausübst, desto größer ist die Gefahr, dass dein Baby die Mahlzeiten auch dann noch verweigert, wenn die schwierige Phase schon längst hinter ihm liegt. Das wird dann zur Gewohnheit und diese wieder loszuwerden ist besonders schwierig. Tief durchatmen, wenn es dir zu viel wird, das Kind an einen sicheren Ort legen - hier eignen sich ein Laufstall oder das Kinderbettchen besonders gut - rausgehen und das Kind einen Moment allein lassen, auch wenn es schreit. Niemals darfst du dein Kind schütteln, auch wenn dies wohl jeder Elternteil in diesen schwierigen Zeiten gern einmal tun würden. Wenn du also merkst, dass dir alles zu viel wird, verlasse den Raum und versuche, dich zu beruhigen. Eventuell kümmert sich auch jemand anderes für die ein oder andere Stunde um dein Kind.

Was hat sich verändert?

Um die 26. Woche solltest du es endlich hinter dir haben und du entdeckst, dass dein Baby plötzlich wieder mehr kann, als du dachtest. Es wird dich mit immer neuen Dingen überraschen, die du bei ihm noch nie beobachtet hast. Der Grund für diesen Wandel in seinem Verhalten ist die Fähigkeit, Zusammenhänge als solche wahrzunehmen und mit ihnen zu spielen. Wie bei den vorangegangenen Sprüngen auch wählt das Baby aufgrund seiner Anlagen, Vorlieben und seinem Temperament seine ganz individuelle Auswahl an neuen Fähigkeiten aus und wird ausgiebig auf Entdeckungsreise gehen und sich immer neue Dinge aneignen, die ihm bisher verwehrt geblieben sind.

Es ist unglaublich spannend, das Baby dabei zu beobachten, wie es zum ersten Mal allerlei Arten von Zusammenhänge erkennen und auch herstellen kann. Es erlebt, dass alles in der Welt durch Zusammenhänge verknüpft ist. Das eine hat immer auch etwas mit dem anderen zu tun. Eine der spannendsten Sachen überhaupt, die dein Baby nun verstehen kann ist, dass eine Sache eine andere verursacht. Besonders beliebt sind hierbei alle Arten von Knöpfen, die Musik oder Bilder auslösen. Es will sich damit beschäftigen und wird angezogen von Dingen wie Radio oder Fernsehgeräten und Kinderspielzeug, das Melodien spielt. Auch beginnt es jetzt, bestimmte Situationen mit zum Beispiel Geräuschen zu verknüpfen. So kann das Geräusch des Schlüssels an der Wohnungstür für das Kind das Signal sein, das bedeutet: Papa kommt nach Hause. Damit ist dies auch die Grundlage für die sprachliche Entwicklung deines Kindes, denn es gibt ja zwischen einem Gegenstand und einem Wort auch einen wichtigen Zusammenhang, den man erkennen muss, um diese Verbindung ziehen zu können.

So interessant diese Fähigkeiten auch schon sein mögen, sie sind nichts gegen die Fähigkeit zu erkennen, dass zwischen zwei Menschen oder Dingen etwas nicht stimmt. Hierbei sind es vor allem Dinge, die aus Versehen passieren und somit etwas Unnormales darstellen, die dein Kind absolut faszinieren. Wenn du zum Beispiel durch das Zimmer hüpfst statt wie gewohnt zu gehen, kannst du dir sicher sein, dass sich dein Baby für nichts anderes interessieren wird. Allerdings reagiert nicht jedes Kind auf unnormale Ereignisse fasziniert oder gar lachend. So gibt es auch einige Kinder, die direkt furchtbar verängstigt und eingeschüchtert sind und dies oftmals lautstark kundtun. Du solltest mit deinen Experimenten immer ein wenig vorsichtig sein, um dein Kind nicht zu erschrecken.

Zwischenzeit

Zwischen der 30. und 35. Woche hast du es in der Regel endlich geschafft. Hier beginnt wieder eine unkomplizierte Phase. Auch dein Kind kann sich jetzt freuen, denn für die nächsten ein bis drei Wochen wird es in der Regel ausführlich für seine Fröhlichkeit, seine Selbstständigkeit und seine Fortschritte gelobt. Dies solltest du auch tun, denn das sorgt dafür, dass dein Kind mit Freude bei der Sache bleibt und sich weiterhin anstrengt. Mit etwa 37 Wochen, bzw. mit etwa achteinhalb Monaten wartet schon der nächste Schub auf dich und dein Baby. Es gilt also, die Ruhe vor dem nächsten Sturm zu nutzen.
[KaKra]

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