Wann, wann, wann?

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Warum die Eile?
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Warum die Eile?

„Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht.“
(Afrikanisches Sprichwort)

Als ich in der Woche, nachdem ich meinen zweiten Sohn entbunden habe, im November 2007 zu Hause im Wochenbett lag, hatte ich viel Zeit die Ruhe zu genießen und über einiges nachzudenken. Meine beiden Geburten haben bei mir sehr ähnliche Gedanken ausgelöst, nur diese Zweite, die hat mir etwas viel bewusster gemacht, nämlich der Gedanke wie schnell die Zeit vergeht.

In der ersten Lebenswoche meiner Söhne schien mir die Zeit ewig still geblieben zu sein: ich wusste nicht welches Datum wir hatten, wie spät es war und welches Wetter draußen ist. Ich habe im Hier und Jetzt gelebt und es war wunderschön. Der Unterschied war aber, dass ich bei meinem ersten Sohn schon sehr schnell angefangen habe darauf zu warten, dass sich bei ihm „etwas tut“. Habe sehnsüchtig auf das erste Lächeln gewartet, auf die ersten Greifversuche, auf die ersten Brabbeltöne.
 
Und jetzt beim zweiten Mal habe ich mich zwar riesig darauf gefreut das alles bald wieder erleben zu dürfen, aber noch mehr darauf das erst mal noch nicht zu haben. Ich wollte zuerst dieses kleine Wesen genießen, das gerade neben mir lag: den winzig kleinen Menschen mit den süßen Grimassen des Neugeborenen und mit dem honigsüßen Vanillegeruch von der Käseschmiere.
Und auf einmal konnte ich nicht mehr verstehen, warum wir Mamis immer alles so schnell haben wollen. Warum ist es uns Mamis immer eilig?
 
Es geht schon gleich am Anfang der Schwangerschaft damit los, dass wir es nicht erwarten können, dass unsere Periode ausbleibt. Kann man vielleicht früher testen? Dann müssen wir unbedingt schnellstmöglich wissen, welches Geschlecht unser Baby haben wird. Unsere Mütter haben es erst bei der Geburt erfahren.

Dann geht es weiter und wir überlegen, ob wir die Geburt nicht doch schon mal irgendwie einleiten könnten. Wir wollen nicht darauf warten bis das Kind sich dazu entscheidet auf die Welt kommen zu wollen. Wehencocktail, Rotwein, Kaminfeuer, Rizinusöl...oder doch noch schnell den Storch anrufen...? Wir sammeln Tipps und Tricks um der Schwangerschaft endlich mal ein Ende setzen zu können. Und dann sehnen wir uns monatelang nach dem alten Babybauch und nach dem letzten Kinoabend mit dem Partner.
 
Kaum ist das Baby da, stellen wir die Fragen: Wann kann ich den ersten Brei füttern? Kann ich bei meinem 11 Wochen alten Baby Karottensaft einführen? Wann darf ich mein Baby endlich hinsetzen? Wie kann ich meinem Kind das Laufen beibringen? Warum ist mein Kind zu faul mit 1 ½  Jahren zu sprechen? Und wie bringe ich den einjährigen Zwerg endlich dazu aufs Töpfchen zu gehen?

Wann wird er groß?
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Wann wird er groß?

Alles hat seine Zeit und alles was Zeit hat, soll noch warten“ hat mir meine Oma immer gesagt. Und jetzt, seit meinem zweiten Wochenbett denke ich, sie hatte recht. Es gibt so Vieles wonach man sich als Mutter sogar sehr schnell zurücksehnt. Es gibt so viel (Leistungs-)Druck rund herum in unserem Leben, dem wir stand halten müssen. Ja, auch zeitlichen Druck.

Das Gras wächst ja nicht schneller wenn man daran zieht. Wäre es dann nicht schöner auch mal zu lernen die Zeit mit unseren Kindern ohne Druck zu genießen?

Liebe Grüße

Eure

mameha

[mmh]

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