Väter: Eifersüchtig auf den Nachwuchs?

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Eifersucht: Viele Väter kennen das nagende Gefühl.
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Eifersucht: Viele Väter kennen das nagende Gefühl.

Auch Väter kennen Eifersucht

Hört man Vätern im Gespräch zu, filtert man häufig Aussagen heraus wie „Seit das Kind da ist, hat sich vieles verändert“ oder „Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser gewesen wäre, mit der Entscheidung zu einem Kind noch zu warten“. Diese Sätze sind meist untermalt von einem Seufzen und besonders, wenn die Mutter ihres Kindes diese Äußerungen mit anhört, bleibt in ihr Besorgnis oder sogar ein Gefühl des Verletztseins.

In Ausnahmefällen kann es sogar zu Aussagen wie „Wäre es möglich, die Uhr noch einmal zurück zu drehen, würde ich mich gegen ein Kind entscheiden“ kommen. Wie kann der Vater nur so etwas über sein Kind sagen? Liebt er es gar nicht so, wie er immer behauptet?

Vatergefühle mit Schatten

Spricht ein Mann, der sonst vielleicht doch auch so intensiv und fröhlich mit dem Nachwuchs spielt, derartige Dinge aus, meint man Eifersucht heraus zu hören und beginnt an den Vatergefühlen zu zweifeln. Wer sein Kind liebt, ist doch opferbereit, selbstlos und endlos glücklich, aber ganz sicher nicht eifersüchtig!

Ist das wirklich so?

Bevor der Mann zum Vater wird...

In den meisten Fällen sind Mann und Frau zunächst eine längere Zeit ein Paar, bevor sie bewusst die Entscheidung zu einem Kind treffen. Sie lernen sich kennen, erleben eine Zeit des Verliebtseins, das sich nach und nach in tiefere Liebe wandelt und der Beziehung eine Gewisse Ruhe und Stabilität verleiht.

Am Anfang der Beziehung sind noch viele Unsicherheiten Begleiter des Paares. Erst im Laufe der Zeit weichen diese und machen der Sicherheit Platz, die man mit dem Partner empfindet.

Gemeinsam baut man sich eine Zukunft auf, bereitet alles für das Leben an der Seite des Anderen auf und sieht sich, blickt man in die erträumte Zukunft, auch noch in vielen Jahrzehnten, als das gealterte, aber noch immer miteinander glückliche Paar.

Alles will man zusammen er- und durchleben, zusammenhalten, glücklich sein.

Einem Paar, das sich liebt , käme nie in den Sinn, dass es bei den Wegen des gemeinsamen Lebens auch Momente geben kann, in denen sie nicht das Gefühl der innigsten Verbundenheit haben könnten. Das darf es nicht geben, denn vom Gefühl her, könnte das ja bedeuten, in Gefahr zu laufen, den Anderen zu verlieren.

Die Beziehung ist nie gleichbleibend stabil

Nein, die Beziehung sollte nach Möglichkeit gleichmäßig stabil und mit konsequenter, starker Verbundenheit gesegnet sein. Dann wird das gemeinsame Kind geboren, die Krönung ihrer Liebe. Könnte es für eine perfekte Beziehung etwas Schöneres geben?

Die Pläne sind hoch. Mann und Frau beschließen, wie eine Einheit in der Elternrolle zu sein, gemeinsam zu entscheiden, Seite an Seite zu stehen, was die Versorgung des Nachwuchses angeht und ihrem Kind vorzuleben, dass Eltern ein grundsätzlich zusammen gehörendes Team sind. Sie sehen häufig das Kind nicht als einen kleinen Menschen, der seine eigenen und individuellen Bedürfnisse hat, sondern eher wie eine Auszeichnung ihrer Gefühle zueinander.

Spannungen in der Schwangerschaft

Doch bereits in der Schwangerschaft kann es zu Spannungen in den Empfindungen des werdenden Vaters kommen. Die Partnerin verändert sich nicht nur äußerlich und lässt den werdenden Vater stolz auf den wachsenden Babybauch blicken, der den Beweis liefert, das dort die Krönung der Liebe gedeiht. Auch das Wohlbefinden der Frau kann beeinträchtigt werden.

All die hormonellen Schwankungen, die eventuell Stimmungswechsel verursachen, machen der Partnerin zu schaffen. Wohl jeder Mann, der bereits Vater ist, kann sich daran erinnern, dass er sich in der Schwangerschaft manchmal fragte, ob diese Veränderungen im Verhalten der Frau möglicherweise dauerhaft sind.

All die Sicherheit, mit der der Mann in die Vaterrolle startete, scheint auf einmal Verunsicherung zu weichen. Ängste kommen auf, die sich darauf beziehen, ob er überhaupt ein guter Vater sein wird und die Partnerin, die mit sich und der Schwangerschaft eins zu sein scheint, will der Mann nicht mit den Ängsten belasten.

Auch Männer haben Ängste

Er beginnt möglicherweise eine Distanz aufzubauen. Nicht aus mangelnder Liebe, sondern viel mehr, weil er die Frau nicht belasten will. Schließlich hat er vor der Zeugung des Kindes doch noch fest geplant, unerschütterlich an ihrer Seite zu stehen.

Ihr gegenüber will er dieses Versprechen halten. Aber dieses Kind macht es ihm nicht leicht. Es fordert die Mutter, beansprucht sie scheinbar für sich und entfremdet sie dem werdenden Vater.

Das sind Gefühle, die vielen Männern nicht fremd sind. Dahinter steckt keine Boshaftigkeit. Nicht einmal zwangsläufig Egoismus, die Partnerin nicht teilen zu wollen, sondern, in den meisten Fällen, nichts als pure Angst, die Zweisamkeit zu verlieren.

Wird das Baby dann geboren, vertieft sich, in den Augen des Vaters, die Distanz zwischen ihm und der Partnerin noch. Sie ist ständig um das Kind bemüht, unterbricht die Gespräche mit dem Mann, sobald das Baby sich bemerkbar macht, scheint übermüdet, weil sie in der Nacht mehrfach aufstehen und das Kind füttern oder beruhigen muss und irgendwie erlebt der Vater es, als sei das Kind nicht nur die Krönung der Beziehung, sondern auch eine Prüfung für eben diese, an der sich entscheidet, ob das Paar tatsächlich füreinander bestimmt und seine Liebe stark genug ist.

Im Wechselbad der Gefühle als Vater und als Partner

Natürlich weiß der Mann, dass das Kind nicht im entferntesten plant, die Beziehung seiner Eltern zu stören. Er ist sich bewusst, dass das Baby die Liebe und den Schutz von beiden Elternteilen sucht.

Die Mutter erkennt dies meist instinktiv. Sie hatte auch körperlich, in der Schwangerschaft und durch die verstärkte Ausschüttung von Hormonen, die ihre Muttergefühle intensivieren, eine Vorbereitung auf die Rolle der Mutter.

Das fehlt dem Mann. Er fühlt sich ausgeschlossen, nicht als der Teil, der er in der Theorie, bei der Planung des Kindes, noch sein wollte.

Ohne Zweifel liebt er sein Kind, ist stolz auf dieses kleine Wesen. Aber die Angst, die Aufmerksamkeit seiner Partnerin und vielleicht sogar ihre Zuneigung zu verlieren, blockiert ihn teilweise.

Viele Männer ziehen sich zurück

Viele der Männer, die diese Gefühle erleben, ziehen sich zurück und überlassen der Mutter den Großteil der Fürsorge für das Kind. So bauen sich immer mehr Spannungen in der Beziehung auf, denn auch für die Mutter zeichnet sich die Veränderung auf.

Sie fühlt sich mit dem Baby im Stich gelassen, spürt die Eifersucht in ihrem Partner und stellt sich instinktiv schützend vor ihr Kind.

Für den Mann ein weiterer Beweis, dass dieses Kind eben nicht nur glückliche Verbindung seiner Eltern ist. Und so entwickelt sich ein scheinbar endloser Kreislauf aus Ängsten, Missverständnissen und Zweifeln, die nicht nur die Beziehung des Paares zueinander, sondern auch die des Vaters zu seinem Kind belasten.

Kann man gegen die Eifersucht nichts tun?

Natürlich kann man gegen die Eifersucht etwas tun. Allerdings erfordert das eine Aufrichtigkeit beider Partner, großes Vertrauen und Ehrlichkeit. Optimal ist es, wenn Mann und Frau bereits in der Schwangerschaft über mögliche Ängste sprechen. Dem werdenden Vater sollte es gestattet sein, zu sagen, wie ihn die Veränderungen an seiner Partnerin verwirren.

Jedoch muss er selbst auch Bereitschaft zeigen, für sie Verständnis aufzubringen und anerkennen, dass es für die werdende Mutter, körperlich und seelisch, auch eine Belastung sein kann, die Verantwortung für das in ihrem Körper wachsende Leben zu tragen.

Sie möchte diese Verantwortung vielleicht teilen. Er kann ihr dabei helfen, indem er versteht, was sie belastet und ihr zur Stütze werden. Die Schwangerschaft sollte keinen der beiden Elternteile ausschließen.

Offenheit - auch nach der Geburt

Aber auch nach der Geburt gilt es, gemeinsame Momente zu finden und in diesen auch zuzulassen, dass sich einmal eben nicht alles nur noch um das Kind dreht, sondern auch um das Paar allein. Ob das nun ein paar Minuten am Abend sind, wenn das Baby schläft oder auch hin und wieder ein Babysitter auf das Kind aufpasst, damit die Eltern ausgehen können, ist dabei nicht primär wichtig.

Es zählt die Zeit, die Mann und Frau miteinander finden, wie kleine Inseln, auf die sie sich für einen Augenblick verkriechen und dort nichts anderes sind, als das Paar, dass sie vor dem Elterndasein waren.

Auf diese Weise baut der Mann meist schneller seine Ängste und Eifersucht ab. Er sieht, dass er nicht ausgeschlossen ist, sondern Teil dieser, seiner Familie. Noch immer geliebt und respektiert, sowohl von seiner Partnerin, als auch seinem Baby.

So wie ein Paar sich dazu entschließt, Eltern zu werden, sollte beiden Partnern bewusst sein, dass sie als Paar gefordert sind, an sich zu arbeiten. Das war vor dem Kind selbstverständlich. Früher hätten Mann und Frau nicht zugelassen, dass sie sich voneinander entfernen und sich gegenseitig immer wieder ihre Gefühle füreinander bewiesen.

Zeit nehmen und die Beziehung bejahen

So dürfte es jetzt auch selbstverständlich sein, dass sie als Eltern erst Recht erkennen, wie großartig sie sowohl in der Beziehung als auch ihrer Elternrolle sein können, je inniger sie zusammenhalten.

„Störenfried“ einer Beziehung ist wohl kaum ein Kind, sondern vielmehr verhindert ein Defizit in der Kommunikation des Paares, dass sie zu dem Team werden, das sie einst planten zu sein.

Auch wenn die Frau dabei eine wichtige Schlüsselrolle inne hat, ihrem Partner zu zeigen, wie wichtig er nach wie vor für sie ist, benötigt es jedoch auch vor allem Stärke des Mannes, sich seiner Gefühle bewusst zu sein und den Willen zu besitzen, daran zu arbeiten.

Das Kind wünscht sich glückliche Eltern

Das Kind selbst kann nicht ahnen, was in seinem Vater vorgeht. Es sieht seinen Papa, den es liebt und braucht, wie auch seine Mutter. Und ist es für einen Mann nicht auch eine erfüllende Aufgabe, diesem zerbrechlichen Baby und seiner Mutter, sowohl Halt als auch Stütze zu sein, bei der Frau und Kind zu ihm aufblicken und ihm versichern, wie stolz sie auf ihn sind und ihn lieben?

Ja, ein Kind zu bekommen ist eine Umstellung und erfordert von beiden Elternteilen, das Leben ein Stück weit zu ändern. Aber es fordert in keinem einzigen Punkt, dass Vater und Mutter sich entfremden.

[SyKo]

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