Das Blut wird beim
Neugeborenen normalerweise aus der Ferse entnommen (daher auch die gängige Bezeichnung: Fersentest). Es reicht bereits
eine geringe Menge, um angeborene und behandelbare
Stoffwechselstörungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, rechtzeitig zu erkennen und
zu behandeln. Das Ergebnis liegt nach etwa 2 bis 3 Tagen vor. Bei ambulanten Geburten kann die Nachsorgehebamme diesen Test bei der Wöchnerin zu Hause durchführen.
Weiters findet bei der
U2 eine allgemeine Beurteilung von
Haut, Organen und
Geschlechtsteilen statt. Viele Babys entwickeln nach der Geburt eine
Neugeborenengelbsucht, die jedoch meist harmlos ist und bald wieder
verschwindet. Nur wenn diese Erkrankung stark ausgeprägt ist, ist eine Behandlung mittels Phototherapie
nötig, um Schäden für das Kind zu vermeiden. Eine entstehende
Gelbsucht ist bei der U2 meist bereits sichtbar. Der Arzt erklärt
den Eltern dann, worauf sie in den folgenden Tagen achten müssen.
Der behandelnde Arzt wird
außerdem mit den Eltern die Gabe von Vitamin D- und
Fluoridpräparaten besprechen. Da der Körper von
Neugeborenen
Vitamin D noch nicht ausreichend selbst bilden kann und
der Vitamin-D-Anteil in der Muttermilch nicht ausreicht, erhalten Kinder im ersten Lebensjahr zur Prophylaxe täglich eine Vitamin-D-Tablette.
Fluorid sorgt für einen
stabilen Zahnschmelz, der die Zähne unempfindlicher gegen
Karies-Bakterien macht. Um Karies vorzubeugen, wird heute daher empfohlen, Kindern bereits vor dem Durchbruch der ersten Milchzähne
Fluorid zu verabreichen. Meist geschieht dies zumindest Anfangs in
Verbindung mit dem Vitamin D.
Seit einigen Jahren ist
es üblich, spätestens mit der U2 einen
Hörtest durchzuführen. Dieser wird inzwischen auch von den Krankenkassen
bezahlt. Eine rechtzeitige Diagnose von Hörschäden kann
Sprachentwicklungsstörungen vorbeugen sowie die Entstehung sozialer
und emotionaler Fehlentwicklungen verhindern. Wurde der Hörtest
bereits bei der U1 durchgeführt, wird er bei der U2 wiederholt, sollte er ein auffälliges Ergebnis gezeigt haben. Allerdings können
Überreste von Fruchtwasser im Ohr oder ein noch nicht völlig
ausgereifter Gehörgang den Test kurz nach der Geburt
beeinträchtigen.
Bei der U2 wird das Baby
außerdem erneut
gemessen und gewogen. Meist ist das Kind wenige Tage nach der Geburt etwas
leichter als bei der Geburt. Das Baby braucht eine gewisse Zeit, bis sich Körper und Verdauung an die neue Umgebung gewöhnt haben. Daher ist es möglich, dass der Gewichtsverlust erst nach bis zu 14 Tage wieder aufgeholt ist.
Abschließend wird der
Arzt mit der Mutter, beziehungsweise den Eltern, im Rahmen eines
Beratungsgesprächs wichtige Themen wie das Stillen, die Vorbeugung von Allergien und die Vermeidung eines
plötzlichen Kindstodes (SIDS) besprechen. Auch vor der Gefahr des Passivrauchens für das Baby wird gewarnt. Eltern sollten zudem wissen,
woran sie bei ihrem Kind einen auffälligen Stuhlgang erkennen.
Wie bereits nach der
Geburt erhält das Baby
Vitamin-K-Tropfen, um die Blutgerinnung zu
fördern und so die Entstehung innerer Blutungen zu verhindern.
[BS]