Gefahren für das Kind: Sind Väter entspannter als Mütter?

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Gefahren? Väter sind meist entspannter als Mütter.
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Gefahren? Väter sind meist entspannter als Mütter.

Väter haben oft die Ruhe weg

Für viele Eltern wird der Umgang mit möglichen Gefahren für die Kinder zum häufigen Streitpunkt. Auch wenn die Rollenverteilung nicht immer klar der Mutter oder dem Vater zuzuordnen ist, zeigt sich eine deutliche Tendenz zur eher vorwurfsvollen Mutter, die dem Vater nachsagt, leichtsinnig Risiken zu unterschätzen.

Im Gegenzug halten Väter die Mütter oft für überängstlich. Doch welche Seite hat Recht, beide oder keine?

Gefahren für das Kind: Unterschied zwischen Mutter und Vater

Klettert das Kleinkind allein auf einen Stuhl, stellt sich auf die Sitzfläche, um von dort die Tischplatte zu erklimmen und wie ein Bergsteiger am Gipfelkreuz die Arme empor zu reißen, sind es meist die Väter, die ihren Nachwuchs stolz und überschwänglich loben.

Währenddessen springt wahrscheinlich schon die Mutter herbei, schließt das Kind behutsam in die Arme und hebt es vom Tisch, während sie ihm erklärt, dass es solche Kletterpartien zukünftig doch besser unterlässt, weil es herunter fallen und sich weh tun könnte.

Der Vater steht Kopf schüttelnd daneben, wird vielleicht argumentieren, dass die Mutter etwas überreagiert. So hoch sei doch der Tisch gar nicht und überhaupt, nimmt die Ängstlichkeit der Mama dem Kind die stolze Freude, an dem, was es da gerade bewältigt hat.

Und die Mutter antwortet dann dem Vater höchstwahrscheinlich, dass er die Gefahr unterschätzt. Auch aus geringer Höhe zu fallen, kann schwere Verletzungen einbringen. Und überhaupt, ist es heute ein Tisch, morgen vielleicht der Schrank und wer weiß, was dann übermorgen folgt, bis irgendwann wirklich ein Unfall passiert. Solche und ähnliche Diskussionen, sind der Mehrzahl der Eltern bekannt.

Hat der Vater mit seinem Verhalten Recht?

Doch wie ist das Verhalten der Väter einzuschätzen, in Bezug auf die Ängstlichkeit des Kindes? An dieser Stelle ziehen wahrscheinlich viele Mütter die Augenbraue hoch, denken sich „Manchmal...“ und aus ihrer Sicht würden sie sicherlich jederzeit unterschreiben, dass man Vätern besser mehr auf die Finger schaut, weil sie einfach, wenn es um Gefahren geht, selbst wie Kinder erscheinen und nicht an mögliche Folgen denken.

Doch betrachten wir einmal die positiven Seiten an der Risikobereitschaft des Papas. Denn, so unglaublich das in den Ohren der besorgten Mütter anhört, gibt es diese wirklich.

Spätestens jetzt ist die Mehrheit der Mütter, die diesen Artikel liest, vollends davon überzeugt, dass hier ein Mann schreibt, der, aus der Sicht des Vaters, nach Rechtfertigungen sucht. Aber da liegen die Damen leider falsch. Auch wenn es mir, selbst Mutter, schwer fällt, dies zuzugeben, bringt der manchmal etwas risikobereite Vater seinen Kindern tatsächlich Vorteile. Nur, das zuzugeben, fällt auch mir schwer.

Lesetipp: Hier kannst Du lesen, was einen guten Vater ausmacht.

Väter machen Kindern Mut

Was soll denn nun Vorteil für Kinder sein, wenn der Vater Gefahren nicht ausreichend einschätzt? Wir Mütter wollen unsere Kinder vor allen Gefahren schützen. Dazu sind wir da. Unbeschwert und möglichst sicher sollen unsere Kleinen aufwachsen, frei von Risiken, die zu Unfällen führen, um ihnen Verletzungen und Tränen zu ersparen. So löblich dieses Vorhaben auch ist, verhindern wir damit aber auch allzu leicht, dass unsere Kinder sich erproben, lernen, Risiken selbst einzuschätzen und fördern damit eine gewisse Abhängigkeit zu uns.

Väter, die viel und ausgelassener mit den Kindern toben, sie animieren, ihre eigenen Grenzen kennen zu lernen, helfen ihrem Nachwuchs, ein größeres Selbstvertrauen zu entwickeln und Gefahren besser einschätzen zu können.

Grenzen gibt es dennoch

Natürlich sollte auch das Grenzen haben. Alles, was unberechenbare Bedrohungen mit sich bringt, wird auch für Väter zum Tabu. So feuert der Papa sein Kind sicher nicht noch an, wenn es eine morsche Brücke betritt und darauf herum springt. Und er wird es auch nicht den Grill anzünden lassen, in dem die Holzkohle mit Brandbeschleuniger durchtränkt wurde.

Das alles sind nur einige Beispiele, die teilweise vielleicht sogar etwas überzogen erscheinen können. Sie sollen auch nur eine Gesamtansicht darstellen, die uns Müttern, so schwer uns dies auch zu akzeptieren fällt, anzeigt, dass wir unseren Kindern nicht immer nur einen Gefallen tun, wenn wir sie pausenlos vor allem, manchmal sogar sich selbst, beschützen wollen.

Und im Gegensatz dazu, erkennen wir vielleicht, dass gerade das Ermutigen durch die Väter, ein wichtiger Einfluss auf die positive Entwicklung unseres Nachwuchses ist, der damit einen selbstbewussten Start ins später eigenständige Leben bekommen kann.

Lesetipp: Hier kannst Du lesen, welche Rolle Väter bei der Sprachentwicklung ihres Kindes spielen.

[SyKo]




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