Magnesium ist ein
Mineralstoff, der in fast allen menschlichen Zellen enthalten ist. 50
bis 60 Prozent dieses körpereigenen Magnesiums wird in Knochen und
Zähnen gespeichert, der Rest ist unter anderem für zahlreiche
lebenswichtige Enzymreaktionen des Körpers zuständig. So
beeinflusst Magnesium die Erregbarkeit der Muskulatur und der Nerven
und reguliert außerdem den Energiestoffwechsel. Ein Magnesiummangel
hingegen kann eine Vielzahl von Beschwerden hervorrufen, wobei nächtliche Wadenkrämpfe noch zu den harmlosen zählen.
Gefährlich sind in der Schwangerschaft vor allem krampfartige
Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, die
vorzeitige Wehen
auslösen können. Daher gehört die ärztlich verordnete Gabe von
hochdosiertem Magnesium zu einer der wichtigsten Maßnahmen, wenn
eine Fehl- oder Frühgeburt droht. Neben einer erhöhten
Krampfneigung können Schlafstörungen, erhöhte Nervosität, innere
Unruhe sowie übermäßiges Frieren, Schlappheit und chronische
Müdigkeit die Folgen eines Magnesiummangels sein. Wird bei einer
Schwangeren dazu der Bauch häufig hart, sollte dies auf jeden Fall
ein Grund sein, ein Magnesiumpräparat zur Nahrungsergänzung
einzunehmen. Auch für Frauen, die bereits eine Fehlgeburt erlitten
haben, ist eine hohe Magnesiumzufuhr besonders wichtig.
Der durchschnittliche
Magnesiumbedarf einer erwachsenen Frau beträgt zwischen 300 und 350 Milligramm pro Tag. In der Schwangerschaft hingegen erhöht sich dieser
Bedarf auf
etwa 450 bis 500 Milligramm täglich. Denn einerseits benötigt
das Baby, das über den mütterlichen Stoffwechsel versorgt wird,
jede Menge Magnesium für so wichtige Prozesse wie den Aufbau seiner
Knochen. Andererseits braucht auch die werdende Mutter durch die
erhöhte körperliche und seelische Belastung der Schwangerschaft
mehr Magnesium als unter Normalbedingungen.
Da Medikamente wie die
Antibabypille zu einer erhöhten Ausscheidung von Magnesium über die
Nieren beitragen, haben Frauen zudem nach langjähriger Pillen-Einnahme
oft
schon zu Beginn einer Schwangerschaft relativ niedrige
Magnesiumwerte. Alltagsstress, dem viele Menschen heute permanent ausgesetzt sind, hat ebenfalls grundsätzlich einen erhöhten Magnesiumbedarf
zur Folge, der nicht immer entsprechend ausgeglichen wird. Zusätzlich
tragen die Schwangerschaftshormone zu einer stärkeren Ausscheidung
von Magnesium bei. Daher ist bei Schwangeren eine zuverlässige
Abdeckung des erhöhten täglichen Bedarfs alleine durch die Nahrung
nicht immer gewährleistet.
Viele Frauenärzte empfehlen aus diesem
Grund eine vorsorgliche Einnahme von
Magnesium spätestens ab der
16. Schwangerschaftswoche (16. SSW). Welches Präparat und welche Dosis für die jeweilige Frau
geeignet sind, sollte im Zweifelsfall der Arzt entscheiden. Wichtig
ist, bei der Produktauswahl nicht alleine auf den reinen
Magnesiumgehalt zu achten, sondern einen Präparat auszuwählen, das
besonders viele organische Magnesiumverbindungen wie
Magnesiumaspartat, Magnesiumoxid oder Magnesiumglutamat enthält. Diese können vom Körper leichter verwertet werden. Eine Einnahme mehrerer
kleinerer Dosen am Tag ist außerdem besser, als die komplette Tagesdosis auf
einmal zu nehmen.
Um die 36. SSW herum, wenn
das Kind nicht mehr als Frühgeburt zur Welt kommen kann, erhalten
die Schwangeren häufig den Rat, das Magnesium abzusetzen,
um die
Geburtswehen nicht zu hemmen. Ob dies tatsächlich möglich ist, wird
jedoch kontrovers diskutiert. So betrachten es viele
Ärzte und Hebammen als wenig plausibel, dass Magnesium in
niedrigeren Dosierungen „echte“ Geburtswehen unterbinden kann.
Musste eine Frau während der Schwangerschaft sehr hoch dosiertes
Magnesium einnehmen, kann es allerdings sinnvoll sein, die Dosis in
den letzten vier Wochen etwas zur reduzieren.
Allgemein gilt, dass
Schwangere trotz der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels auf
eine
magnesiumreiche Ernährung achten sollten, da das Magnesium aus
dieser wesentlich leichter aufgenommen wird. Grünes Gemüse wie
Spinat und Mangold, Vollkornprodukte, Haferflocken, Bananen
sowie Nüsse und Mandeln enthalten viel Magnesium. Ein Mineralwasser
mit einem hohen Magnesiumgehalt kann ebenfalls helfen, die tägliche Zufuhr zu optimieren.
[BS]