Muttermilch ist die ideale Ernährung für das Baby und passt sich optimal an alle Bedürfnisse des Babys an. Doch damit eine Mutter ihr Baby erfolgreich stillen kann, sollte sie sich grundlegendes Wissen über das Stillen aneignen. Denn viele Probleme beim Stillen können mit dem entsprechenden Wissen rasch behoben werden. So sind beispielsweise die eigene Muttermilch und der Speichel im Mund des Babys ein idealer Schutz vor wunden Brustwarzen. Vor allem das baldige Anlegen nach der Geburt fördert ein erfolgreiches Stillen.
Wie oft sollte gestillt werden und was ist die richtige Trinkmenge?
Sowohl für die mütterliche Milchproduktion als auch für die Ernährung des Babys ist es optimal, wenn der Säugling Muttermilch nach Bedarf bekommt. Eine Einteilung in Stundenrhythmen wird heute nicht mehr empfohlen. Es ist wichtig, dass ein Baby seinem natürlichen Hunger- und Sättigungsverhalten nachkommen kann. Zu kurz sollten die Stillabstände dennoch nicht sein, denn sonst kann es zum einem sogenannten „Over feed Syndrom“ kommen. Das heißt, die Babys trinken in erster Linie die wässrige Vormilch und nur wenig von der folgenden fettreichen Milch. Diese Babys nehmen als Folge, obwohl sie oft trinken, kaum an Gewicht zu.
Tipps für erfolgreiches Stillen
Schon während der Schwangerschaft schießt die Kolostralmilch ein. Einen Tropfen Kolostralmilch auf der Brustwarze trocknen zu lassen, schützt diese ideal vor Keimen. Man sollte außerdem mit einem trockenen Waschlappen die Brust abreiben und öfters ohne BH an der frischen Luft sein. Das bereitet die Brustwarzen auf das Stillen vor.
Der Säugling sollte schon in der ersten halben Stunde nach der Geburt angelegt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saugreflex besonders stark ausgeprägt.
Je mehr Zeit der Säugling direkt nach der Geburt mit seiner Mutter verbringt, desto besser funktioniert es in der Regel mit dem Stillen. Darum ist ‚Rooming in’ im Krankenhaus sehr zu empfehlen.
In den ersten 2-3 Wochen sollte ein gestillter Säugling keinen Schnuller bekommen. Dieser kann das Saugverhalten des Babys verändern.
Brustentzündungen: Vor allem hellhäutige Frauen haben in den ersten 2 Wochen meist wunde Brustwarzen. Um die Brust zu schützen, sollte nach dem Stillen ein Tropfen Milch auf der Brustwarze eintrocknen und mit bienenwachshaltiger Salbe eingecremt werden. Trotz wunder Brustwarzen sollte das Baby oft angelegt werden. Durch die Milch und die Keime im Mund des Babys heilen die Warzen rascher ab. Bei einer schmerzhaften Brustentzündung bringen Kompressen und kühlende Wickel oft Erleichterung. Auch in diesem Fall heißt es: stillen, stillen, stillen. Durch die Entleerung der Brust kann die Entzündung rascher abheilen.
Milchstau: Die Brust muss immer weich sein. Sobald sich Knoten bilden oder die ganze Brust hart wird, muss die Mutter das Baby sofort anlegen. Wird einem Milchstau zu wenig Beachtung geschenkt, kann es zu einer Brustentzündung kommen. In so einem Fall muss sofort ein Arzt oder eine Hebamme aufgesucht werden.
Hygiene: Vor allem, wenn die Brustwarzen entzündet sind, ist Hygiene im Brustbereich von besonderer Bedeutung. Auch Stillhütchen sind bei unsachgemäßer Handhabung Keimträger und sollten bei wunden Brustwarzen nicht verwendet werden.
Bei Stillproblemen sollte möglichst rasch eine Hebamme zu Rate gezogen werden.
Buchtipps zum Thema 'Stillen'
1. Beim österreichischen Gesundheitsministerium ist eine Gratisbroschüre "Stillen – ein guter Beginn" erhältlich. Telefonnummer: 0043-1-71100-4700
2. "Stillen – so versorgen Sie Ihr Baby gut" von M. Guoth-Gumberger aus dem Gruner+Jahr Verlag.
3. "Babys wissen, was sie brauchen" von Katharina Kruppa aus dem Herader Verlag.
4. "Das Wunder der ersten Lebenswochen" von Klaus, Marshall H. & Klaus, Phyllis H. aus dem Goldmann Verlag.
Das kann ich nur bestätigen. Ein ganz tolles Buch, was viele Missverständnisse und Fragen aufklären kann.
von Gelöschter Benutzer am 17.06.2010 14:04