Die Haut – Ein oft unterschätztes Organ

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Die Haut ist ein dynamisches Organ.
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Die Haut ist ein dynamisches Organ.

Die menschliche Haut ist ein Organ, das häufig unterschätzt und leider auch nicht selten vernachlässigt wird. Dabei ist unsere Haut für uns lebenswichtig.

Treten irreversible Schädigungen der Haut auf, beispielsweise durch Verbrennungen, besteht bei einem Erwachsenen bereits mit dem Verlust von einem Drittel seiner Haut, bei Kindern sind es ein Sechstel, Lebensgefahr.

Die Haut - unser größtes Organ

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie wichtig die Haut ist und warum sie als Organ bezeichnet wird, zudem noch das größte Organ des menschlichen Körpers. Unsere Haut hat zahlreiche und wichtige Funktionen.

Ein wichtiges Sinnesorgan

Sie ist ein Sinnesorgan, denn verbunden mit unzähligen Nerven, leitet sie in unvorstellbar hoher Geschwindigkeit Berührungen, Schmerz, Temperaturempfindungen und andere Reize, an unser Gehirn weiter. Allein die Haut an unseren Händen, insbesondere der Finger, besitzt eine Vielzahl unterschiedlicher Nervenzellen. Pro Quadratzentimeter ist die Haut an den Fingern mit etwa:
  • 5 Kältepunkten
  • 2 Wärmepunkten
  • 30 Tastpunkten und
  • bis zu 200 Schmerzpunkten
ausgestattet.

Über den ganzen Körper verteilt, besitzt der Mensch weit über 600.000 Tastpunkte. Hinzu kommt, um am Beispiel der Fingerkuppen zu bleiben, noch eine Vielzahl an Hautzellen, die spezielle Aufgaben erfüllen. Jeder Quadratzentimeter der Fingerhaut besitzt etwa 250 Schweißdrüsen. Dazu noch etwa 25 Zellen für Haare, mehr als 2 Meter winziger Blutgefäße und ca. 35 Talgdrüsen, die die Haut mit Fettversorgen und vor der Austrocknung schützen. Würde man die Haut eines durchschnittlich großen Erwachsenen aneinander legen, erhielte man ein Organ, das etwa zwei Quadratmeter groß ist. Dabei sind die Schleimhäute noch nicht mit eingerechnet, sondern ausschließlich die äußere Haut. Im Durchschnitt wiegt die Haut eines Erwachsenen Menschen etwa 14 Kilogramm und macht damit ungefähr 20 Prozent des Körpergewichts aus.

Die Haut reguliert unsere Körpertemperatur

Neben dem Erkennen von Reizen und Schmerzen, übernimmt die Haut eine wichtige Aufgabe in der Regulierung der Körpertemperatur. Um den Körper und vor allem die inneren Organe, vor Überhitzung zu schützen, produzieren an die drei Millionen Schweißdrüsen ein Sekret-Gemisch, das zu einem großen Teil aus Salzen und Ammoniak besteht. Der Schweiß soll die Haut kühlen und damit der Überhitzung von außen vorbeugen, sowie überschüssige Wärme, aus dem Inneren, besser ableiten.

Bei Kälte zieht sich die Haut zusammen

Bei Kälte zieht sich die Hautoberfläche zusammen, verringert also die Oberfläche und verhindert so teilweise, dass zu viel Wärmer nach außen abgegeben wird oder über die Hautoberfläche nach innen gelangen kann. Dabei richten sich die Hautzellen auf, in denen sich Haarwurzeln befinden. Dieses Phänomen ist meist unter dem Begriff "Gänsehaut" bekannt. Zweck der Gänsehaut ist, das Haarkleid zu verdichten und damit eine Art Mantel gegen die Kälte zu bilden. Als die Vorfahren der Mensch noch weit mehr Körperbehaarung hatten, jedoch kleidungstechnisch dürftiger ausgestattet waren, bot die Körperbehaarung einen wichtigen Kälteschutz.

Die Haut als Gesundheitspolizei

Insgesamt stellt die Haut eine Schutzschicht dar, die das Innere des Körpers vor Einflüssen von außen schützt. Das bezieht sich auch auf Eindringlinge wie Bakterien. Durch den Aufbau einer Säureschicht, auch Säureschutzmantel genannt, erhält die Haut einen Säuremantel, der im Bereich eines ph-Werts zwischen 4 und 7, idealer Weise bei 5,7 liegt. Dies ist ein Milieu, das vielen Eindringlichen nicht bekommt und sie absterben lässt.

Bei Verletzungen agiert die Haut zusammen mit dem Blut. Gemeinsam bilden sie eine Schutzschicht, um sowohl Blutungen zu stoppen, als auch das Eindringen von Keimen zu verhindern. Schorf ist dabei ein natürliches und körpereigenes Pflaster, unter dem sich die Hautzellen regenerieren und die Oberflächenstruktur der Hautfläche wieder schließt.

Berührungen der Haut beeinflussen die Psyche

Aber auch für die psychische Entwicklung des Menschen, ist die Haut ein wichtiger Bote. Angenehme Berührungen, Zärtlichkeiten und Streicheleinheiten, beeinflussen das Wohlbefinden, Dabei wird auch die Produktion von Glücksbotenstoffen und -hormonen frei gesetzt. Bereits bei Babys ist zu beobachten, dass eine starke Reduzierung an liebevollen Berührungen Einfluss auf die Psyche des Kindes nehmen können. Dies kann über depressives Verhalten gehen, bis hin zu körperlichen Beschwerden, wie Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen.

Die Struktur der Haut

fotolia.de - @Peter Hermes Furian
Die Struktur der menschlichen Haut.
Bild: fotolia.de @Peter Hermes Furian

Die menschliche Haut besteht aus 3 Schichten

In drei Schichten unterteilt, ähnelt die Haut dem Prinzip einer Zwiebel. Die oberste und damit äußerste Hautschicht, ist die Epidermis. Mit einer Dicke von 0,03 Millimeter bis 0,05 Millimeter, außer an Körperstellen wie den Innenflächen der Hände oder der Unterseite der Füße, an denen die Epidermis durch Hornhaut verstärkt ist, bildet sie den Teil der Haut, der am meisten den Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Die mittlere Hautschicht ist die Dermis. Sie ist eine Art Versorgungslieferant für die Epidermis, verankert diese und besteht weitestgehend aus Bindegewebsfasern, sowie Blutgefäßen und glatten Muskulaturfasern. Je nachdem, an welcher Körperstelle sich die Haut befindet, ist die Dermis zwischen 0,6 und 3 Millimeter dick. Als unterste Schicht der Haut, befindet sich die Unterhaut. Sie ist nicht nur Unterlage der beiden anderen Hautschichten, sondern beherbergt größere Blutgefäße und Nervenfasern. Insgesamt ist die menschliche Haut also eher dünn und es scheint daher um so erstaunlicher, wie stabil sie daher ist.

Die Haut spiegelt unser Wohlbefinden wider

Auch ist es möglich, teilweise die Verfassung des Menschen an der Haut zu erkennen. Manche Krankheiten beeinflussen das Hautbild, in dem sie es zu verfärben scheinen. Bei Funktionsstörung der Leber, erscheint die Haut eher gelblich. Allergien zeigen sich häufig durch einen Ausschlag auf der Haut. Aber auch Gemütszustände lassen sich oft anhand der Haut ablesen. Erschreckt sich ein Mensch, ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Haut wirkt blass. Bei Wärme oder in Situationen, die den Blutdruck ansteigen lassen, erweitern sich die Blutgefäße und die Haut wirkt gerötet. Die Farbe der Haut spielt insgesamt eine wichtige Rolle. Durch UV-Licht, in der Regel also dem Sonnenlicht, bräunt die Haut schnell. Je stärker die UV-Strahlung ist, kann es zu Verbrennungen kommen, die wir als Sonnenbrand kennen. Je blasser der Hauttyp, je größer ist die Gefahr einer solchen Verbrennung. Durch das Dunkeln der Haut, baut diese also eine Art Schutz vor UV-Strahlung auf. Dies geschieht allerdings nur langsam. Je nachdem, in welcher Klimazone ein Mensch lebt und ob dessen Vorfahren über viele Generationen auch dort lebten, hat sich die Haut der Menschen meist angepasst. Je heißer es in diesen Klimazonen ist, je höher liegt der Einfluss der UV-Strahlen auf die Haut. Im Laufe der Entwicklung der Menschen, hat sich die Haut also angepasst und so verändert, dass besonders in heißen Klimazonen bereits Babys mit dunklerer und damit vor Sonnenstrahlen geschützterer Haut, geboren werden.

Lesetipp: Über die Jahre verändert sich die menschliche Haut und unterliegt einem Alterungsprozess, mehr dazu erfährst Du in unserem Beitrag Wie entwickelt sich die Haut im Laufe des Lebens.

Warum es wichtig ist seine Haut zu pflegen

Betrachtet man all die Funktionen der Haut, erkennt man, wie wichtig sie ist, um uns gesund zu halten und zu schützen. Gerade deshalb sollte der Haut besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die richtige Pflege, ist dabei wichtig. Regelmäßiges Einfetten beugt der Austrocknung vor und unterstützt die Haut, ihre Funktionalität zu erhalten. Je strapazierter die Haut ist, je anfälliger wird sie. Dadurch verringert sich auch ihre Fähigkeit, sich zu regenerieren. Kann die Haut dadurch nicht mehr ausreichend Schutz bieten, ist der ganze Körper gefährdet, denn Eindringlinge haben es leichter, den Körper mit Keimen zu fluten, die das Immunsystem angreifen oder sogar schädigen. Die Haut ist ein wichtiges Organ, das oft verkannt und unterschätzt wird. Weiß man um die Aufgaben, die die Haut hat, um unsere Gesundheit zu erhalten, erkennt man schnell, dass eine gute Pflege der Haut unter Umständen sogar lebenswichtig sein kann.

Besonders im Baby und Kleinkindalter sollten Mütter auf gute Hautpflege achten, zumal Babyhaut besonders schutzbedürftig ist (mehr dazu kannst Du in unserem Beitrag "Tipps für die Pflege hochempfindlicher Babyhaut" nachlesen.

[SyKo]

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