Weihnachten: Gehören Tiere unter den Weihnachtsbaum?

hund-unterm-weihnachtsbaum
Nach Weihnachten beginnt für viele Tiere eine traurige Zeit.
0
0
0
0
Nach Weihnachten beginnt für viele Tiere eine traurige Zeit.

Sind Tiere gute Weihnachtsgeschenke?

Jedes Jahr kommt das Thema zur Weihnachtszeit neu auf, versucht aufzuklären und mögliche Folgen zu zeigen: Zu Weihnachten ein Tier verschenken. Wir verbinden mit Weihnachten Liebe, Miteinander, Umsorgen und Aufnehmen. Welche Zeit im Jahr eignet sich da nicht besser, um ein Haustier in die Familie aufzunehmen, als Weihnachten?

Viele Menschen haben an Weihnachten frei oder Urlaub, bringen also theoretisch etwas mehr Zeit mit, als sonst. Die ganze Familie ist zusammen - ideal, um einem neuen tierischen Familienmitglied die Gelegenheit zu geben, alle Familienmitglieder in Ruhe kennen zu lernen. Das Fest der Liebe scheint in so vieler Hinsicht geeignet, um das Haustier aufzunehmen. Oder nicht?

Warum wird Jahr für Jahr davor gewarnt, Weihnachten zu nutzen, um ein Haustier aufzunehmen oder gar zu verschenken?



Lassen wir uns zu sehr durch Gefühle leiten?

Besonders an Weihnachten kommen wir meist in besonders rührselige Stimmung. Da reicht bereits der Blick in die Augen eines Hundewelpen oder Katzenbabys, das den Eindruck erweckt, ein liebevolles Zuhause zu suchen und wir schmelzen dahin Haben die Kinder sich nicht schon immer ein Haustier gewünscht? Wie schön wäre es doch, diesem entzückenden Wesen ein so dringend benötigtes Heim zu geben, die ganze Familie damit glücklich zu machen und sich sogar noch gut zu fühlen, weil man in der Aufnahme des Tieres eine gute Tat sieht.

Bestenfalls überlegen wir für einen kurzen Moment, ob unsere Kinder bereits alt genug sind, zumindest teilweise eine Mitverantwortung für das Tier zu tragen und viel zu schnell wird dann die Entscheidung getroffen.

Unterm Weihnachtsbaum ist alles toll - und danach?

Unterm Weihnachtsbaum ist alles so toll, romantisch und entzückend. Die Kinder scharren sich um das Tier, das wahrscheinlich verängstigt ist, durch all den Trubel. Und jeder möchte sich nun intensiv mit dem neuen Familienmitglied beschäftigen. Vergessen sind die anderen Geschenke, nur das Tier zählt, wird herumgereicht, beschmust und versteht seine kleine Welt nicht.

Die Ernüchterung kommt nach den Feiertagen. Hat man sich erst einmal an das Haustier gewöhnt, wird sich die Familie kaum noch täglich einfinden, um es herumzureichen und auszudiskutieren, wer als erstes mit dem Tier schmusen darf. Der Alltag zieht ein, die Kinder widmen sich auch ihren anderen Geschenken, Eltern müssen wieder zur Arbeit und das noch kurz zuvor so umschwärmte Haustier sitzt etwas einsamer dazwischen. Es möchte spielen und tut dies dann eben allein.

Langweilt sich das Tier, wird die Wohnung zum Spielplatz

Ein Esstisch wird zum Abenteuerspielplatz, das Geschirr über die Planken geschickt, um auf dem Boden zu zerschellen. Die Spielsachen der Kinder sind für das Tier ebenso interessant, werden gemopst und zerkaut... Schäden bleiben nicht aus und werden laut schimpfend, manchmal auch unter Tränen, betrauert, während der Unmut auf das Tier wächst und sich leise die Frage einschleicht, ob es wirklich eine so gute Idee war, ein Haustier anzuschaffen.

Noch ist das Jungtier nicht stubenrein, hinterlässt Pfützen auf den Fliesen, ja, sogar auf dem Teppich im Kinderzimmer und spätestens, wenn die Kinder schreien, weil sie im Spiel vom Haustier gezwickt wurden, steht fest, dass es wieder ausziehen muss.

Ein Haustier ist kein Spielzeug

Jedes Jahr wiederholen sich solche und ähnlich Szenarien, die nach den Feiertagen dafür sorgen, dass Tierheime überquellen oder hilflose Tiere, die noch kurz zuvor als „ganz besonderes Geschenk“ unter dem Weihnachtsbaum saßen, in der Kälte ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen werden. Denn bedacht haben die wenigsten Leute, dass ein Haustier eben auch Arbeit bedeutet. Die ließ man, bei all den wunderschönen Vorsätzen, das Tier zu lieben, völlig außer Acht.

Das Geschäft der Tierhändler boomt zu Weihnachten

Da sich jedes Jahr zu Weihnachten die oben beschriebenen Wünsche nach einem Haustier unterm Weihnachtsbaum wiederholen, haben viele Tierhändler erkannt, welche großen Summen sie mit den Tieren verdienen können. Bereits im Sommer bekommen sie viel zu tun. Nicht sie selbst, sondern ihre „Zuchttiere“, die so gedeckt werden, dass sie pünktlich zum Weihnachtsfest Abgabe bereite Jungen haben, an denen sich gutes Geld verdienen lässt.

Ganze Farmen erleben einen Babyboom, denn Hündinnen, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen sind nur vier der beliebtesten Tierarten, deren Junge einen Platz unter Weihnachtsbaum finden. Die Muttertiere sind oft nichts weiter als Massenbrutkästen, leben in viel zu beengten Räumen oder Käfigen, kennen keine Liebe, Aufmerksamkeit und nur so viel Fürsorge, wie eben gerade benötigt wird, um Muttertier und Junge am Leben zu erhalten.

Millionen von Tiermüttern werfen für das Weihnachtsgeschäft, werden ausgebeutet für eine kurze Freude unterm Weihnachtsbaum, an denen nur einer verdient: der Tierhändler.

Was tun mit dem Wunsch, ein Tier aufzunehmen?

Ja, gerade zu Weihnachten ist die Stimmung besonders mitleidig und viele sind bereit, ein Tier aufzunehmen, um ihm ein liebevolles Zuhause zu geben. Aber wie sieht es mit dem übrigen Jahr aus?Jeder, der überlegt, ein Haustier an Weihnachten unter den Baum zu setzen, um es einziehen zu lassen, sollte sich überlegen, ob er diese Entscheidung auch an jedem anderen Tag im Jahr treffen würde. Kommen dabei nur geringe Zweifel auf, dürfte das die Bestätigung sein, dass es keine gute Entscheidung ist, das Tier an Weihnachten aufzunehmen.

Nur wer sich intensiv mit dem Für und Wider auseinander setzt, sich bewusst ist, dass ein Tier vor allem auch Arbeit macht und sich dieser Herausforderung für Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte bewusst stellen möchte, kann den Gedanken aufrecht erhalten. Zudem sollte man sich dann überlegen, ob es nicht im Sinne all der, nach den Feiertagen wieder verstoßenen Tiere ist, sich erst am Jahresanfang nach einem neuen Mitbewohner in der Familie umzusehen.

In den Tierheimen und Nottierorganisationen, die dann alle Hände voll zu tun haben, die Tiere, die einem ungewissen Schicksal ausgeliefert wurden, ein liebevolles Zuhause zu vermitteln.

[SyKo]

Dein Kommentar

noch 1000 Zeichen.

Magazin durchsuchen

Verlinke mich


Umfrage

Hast Du schon ein kleines Tier unter den Weihnachtsbaum gelegt?


Ja. Und wir lieben unseren neuen Begleiter noch heute.

Ja, aber leider waren wir den Herausforderungen im Alltag nicht gewachsen und haben es abgegeben.

Nein. Ich finde, Tiere sind keine geeigneten Geschenke.

[Ergebnisse ansehen]


quelle

Magazin durchsuchen

Verlinke mich


Umfrage

Hast Du schon ein kleines Tier unter den Weihnachtsbaum gelegt?


Ja. Und wir lieben unseren neuen Begleiter noch heute.

Ja, aber leider waren wir den Herausforderungen im Alltag nicht gewachsen und haben es abgegeben.

Nein. Ich finde, Tiere sind keine geeigneten Geschenke.

[Ergebnisse ansehen]


uploading