Therapien gegen Bettnässen

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Therapieerfolge
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AutoreninfoMag. Carina Runge-Mathis
aktualisiert: 10.12.2019Gründerin von Mamiweb, Mehrfache Mutter
Gesundheit, Familie, Soziales

Das Bettnässen ist ein Problem, mit dem viele Eltern über einen langen Zeitraum hinweg zu kämpfen haben. Hier stellen wir einige Optionen vor, die bei der Behandlung vom Bettnässen durchaus erfolge erzielen könnten. Wenn du nach einem Wundermittel suchst, bist du hier falsch, aber bodenständige Ansätze kannst du hier in diesem Artikel finden.

Inhalt des Beitrags:
  1. Die Urotherapie
  2. Das Alarmsystem
  3. Medikamente
  4. Abwarten

Die Urotherapie

Die Urotherapie ist eine verhaltenstherapeutische Therapie, die ohne Medikamente auskommt. Bei ihr geht es im Grundsatz zunächst einmal darum, dem Kind und auch den Eltern zu erklären, wie verschiedene Körperteile zusammenhängen. Hier liegt natürlich besonders viel Wert auf der Blase, den Nieren und dem Gehirn. Kinder und Eltern sollen erfahren und lernen, wie diese Teile des Körpers zusammen spielen und so erhalten beide Einblicke in den eigenen Körper und werden diesen besser zu verstehen lernen. Gerade auch für die Kinder ist dies sehr interessant, da sie endlich etwas über Ursache und Wirkung und die Beziehung bezüglich ihres Trinkverhaltens und ihrer Ausscheidung erfahren. Dies alleine kann schon ausreichen, damit das Kind deutlich besser wahrnimmt, wann und wie es zu einer Blasenentleerung kommt. Im nächsten Schritt kann man versuchen, mittels eines Verhaltenstrainings einen Trink- und Toilettenplan aufzustellen und diesen einzuüben. In vielen Fällen ist es so, dass hierbei die Kinder darauf trainiert werden, eine Stunde vor dem Zubettgehen nichts mehr zu trinken, damit sie die Nacht über trocken bleiben können. Auch die richtige Sitzhaltung auf der Toilette und natürlich der regelmäßige, morgendliche Toilettengang nach dem Frühstück werden hier trainiert. Was bei der Urotherapie eines der wichtigsten Dinge ist, ist die Geduld. Denn hiervon brauchen Kinder und Eltern jede Menge. Alles braucht seine Zeit und auch die Urotherapie benötigt einige Wochen oder Monate, bevor erste Ergebnisse zu erzielen sind.

Das Alarmsystem

Das sogenannte Alarmsystem, teilweise Kenntnis kennen es manche Eltern auch unter der Bezeichnung Klingelhose, besteht in der Regel aus einer feuchtigkeitssensitiven Windeleinlage oder Matratzenauflage und einem Weckgerät. Kommt es in der Nacht zum Einnässen, schlägt diese sofort Alarm und sollte so das Kind rechtzeitig wecken, damit es selbst auf die Toilette gehen kann. Diese Konditionierungsmethode hat allerdings den kleinen Nebeneffekt, dass sie nur dann wirklich funktioniert, wenn das Kind wirklich ganz aufwacht und sich am nächsten Tag an diesen Vorgang noch erinnert. Schläft das Kind hierbei zu tief und wird womöglich gar nicht erst wach, müssen die Eltern das Kind wecken und auf die Toilette bringen. Das kann im schlimmsten Fall die Nachtruhe der ganzen Familie für Wochen stören. Beim Alarmsystem ist es wichtig, die angefangene Therapie nicht zu unterbrechen, und man sollte sich darauf einstellen, dass diese rund vier Monate dauern kann. Grundsätzlich stellt man aber fest, dass wenn hier nach vier Wochen keine Besserung eintritt, die meisten Kinderärzte und Mediziner den Abbruch dieser Therapie empfehlen. Erfolgreich ist dieses System dann, wenn bei der Alarmtherapie 14 Nächte ohne Einnässen nach maximal zehn Wochen Anwendung zu verbuchen sind. Ob und inwiefern das Alarmsystem bei dir und deinem Kind zu den gewünschten Erfolgen führt, kannst du nur ausprobieren und solltest dies aber nur in Absprache mit einem Mediziner tun.

Medikamente

Im Großen und Ganzen gibt es zwei Medikamente, die in der Regel beide beim Bettnässen eingesetzt werden können. Das eine Mittel ist Desmopressin, dieses wird eingesetzt, wenn eine zu hohe nächtliche Harnproduktion bei normaler Blasenkapazität vorliegt. Bei diesem Präparat handelt es sich um ein synthetisch hergestelltes antidiuretisches Hormon (ADH), das den körpereigenen ADH Mangel ausgleichen kann. Der Effekt dieses Medikaments liegt darin, die Urinbildung in der Nacht zu hemmen. Gegeben wird dieses Medikament in der Regel nur, wenn sicher ist, dass der Körper dieses Hormon nicht in ausreichender Menge selbst produziert und auch nur so lange, bis er dies tut.

Anticholinergika kommen in der Regel bei einer zu kleinen Blasenkapazität und einer überaktiven Blase zur Anwendung. Diese Mittel unterdrücken die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Acetylcholin, der letztendlich für das Zusammenziehen der Blasenmuskeln zuständig ist. Hierdurch wird die hohe Aktivität der Muskulatur gesenkt, was im Endeffekt zur Folge hat, dass die Kinder nicht mehr ganz so häufig auf die Toilette müssen.

In der Regel werden Medikamentengaben immer in einer Kombinationstherapie verschrieben und mit einem der anderen Möglichkeiten kombiniert.

Abwarten

Die oben angeführten Therapien versprechen mehr oder weniger großen Erfolg und kommen in der Regel erst dann zum Einsatz, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt oder den Eltern einfach die Geduld ausgeht. Grundsätzlich kann man beim Bettnässen feststellen, dass viele Kinder einfach noch nicht reif genug sind und noch etwas mehr Zeit brauchen. Sinnvoll kann es sein, den Kindern über Nacht einfach weiterhin eine Windel anzuziehen und so die schlimmsten Unglücke direkt zu vermeiden. Es gilt als belegt, dass je entspannter die Eltern mit dem Thema umgehen, desto entspannter kann auch das Kind mit dem Thema Bettnässen umgehen. Die Gründe die hinter dem Bettnässen stecken, sind teilweise recht vielfältig und können von großer Aufregung, zu großen Stress, zu einer Erkrankung oder einer noch nicht entsprechenden Reife des Kindes alles sein. Gerade bei jüngeren Kindern fährt man eigentlich am besten, wenn man sich von dem Gedanken verabschiedet, dass sie jetzt recht schnell trocken werden und es einfach hinnimmt, dass die Kinder eben noch nicht trocken sind. Meistens dauert es nur einige Wochen oder Monate ist die Kinder diese Phase überwunden haben und ganz ohne Therapien, Medikamente und Ähnliches trocken werden. Grundsätzlich sollte sowieso nur dann zu Medikamenten oder echten Therapien gegriffen werden, wenn ein Abwarten keine Aussicht auf Erfolg mehr hat. In vielen Fällen lässt sich das Bettnässen übrigens durch ein verändertes Lebensumfeld, weniger Stress und Rituale ebenfalls einschränken.

 

[KaKra]

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