Polyzystisches Ovarialsyndrom

pcos
Eine der häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit.
Eine der häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit.
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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 21.02.2020Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung

Ist der Zyklus sehr lang, und besteht einen runden öffnen würden erfüllter Kinderwunsch, so ist es möglich, dass das polyzystische Ovarialsyndrom hierfür verantwortlich ist. Hierbei handelt es sich um eine Hormonstörung, die letztendlich den Eisprung unterdrückt und somit eine Schwangerschaft erschwert. Was es sonst noch über das polyzystische Ovarialsyndrom zu wissen gibt, erfährst du hier in diesem Artikel.

Inhalt des Beitrags:
  1. Was ist das polyzystische Ovarialsyndrom?
  2. Welche Symptome gibt es?
  3. Kann man das polyzystische Ovarialsyndrom behandeln
  4. Wissenswertes

Was ist das polyzystische Ovarialsyndrom?

Beim polyzystischen Ovarialsyndrom kurz PCOS handelt es sich letztendlich um eine hormonelle Störung. Betroffene Personen leiden unter einer übermäßigen Ausschüttung männlicher Hormone im Körper. Hierdurch kommt es teilweise dazu, dass der weibliche Zyklus empfindlich gestört und teilweise sogar völlig ausgesetzt werden kann. In der Regel kann man bei Frauen, die unter PCOS leiden, nur selten einen Eisprung feststellen, da dieser kaum noch stattfindet. Grundsätzlich muss vor der Diagnose eines PCOS ausgeschlossen werden, dass andere Störungen oder Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen und Auswirkungen Grund für die eigentliche, entstandene Problematik sind. Erkrankung, die ähnliche Symptome aufweisen, sind zum Beispiel Erkrankungen an der Hypophyse. Erkrankt dieser Teil, gerät in der Regel auch unsere Hormonproduktion in ein Ungleichgewicht, was neben den Eierstöcken in der Regel auch die Nebennieren betrifft.

Da man mittlerweile herausgefunden hat, dass PCOS nicht bei allen Frauen dieselben Anzeichen hat, nimmt man mittlerweile zur Diagnosestellung drei Kriterien, die bei Vorhandensein eine PCOS sehr wahrscheinlich machen. Diese drei Kriterien sind:

  • Es kann eine höhere Konzentration an männlichen Hormonen nachgewiesen werden.
  • In den Eierstöcken lassen sich acht oder mehr Zysten lokalisieren.
  • Der Zeitabstand zwischen einzelnen Regelblutungen ist ungewöhnlich lange oder die Periode fällt komplett aus, darüber hinaus findet der Eisprung gar nicht mehr statt bzw. tritt nur noch sehr selten auf.

Erfüllt man mindestens zwei dieser drei Kriterien und ist eine Erkrankung der Hypophyse und andere ähnliche Erkrankungen ausgeschlossen, kann man davon ausgehen, dass es sich tatsächlich um das PCOS handelt.

Welche Symptome gibt es?

Dr. Stein und Dr. Leventhal, die beiden Mediziner aus den USA, die das PCOS 1935 entdeckt haben, stellten fest, dass es ganz typische Symptome gibt, die teilweise sogar in äußerlichen Merkmalen zu finden sein können.

Sie fanden zum Beispiel heraus, dass stark übergewichtige Frauen tendenziell häufiger an PCOS erkrankten als normalgewichtige. Eine Zunahme vom Haarwuchs vor allem im Gesicht ließ sich bei diesen Frauen erkennen und wurde zurückgeführt auf die übermäßige Anzahl männlicher Hormone im weiblichen Körper. Bei Ultraschalluntersuchung kann man feststellen, dass die Eierstöcke vergrößert sind und am Rand der Eierstöcke sich eine höhere Anzahl an Eibläschen befindet, die fast wie eine Kette aneinandergereiht sind. Des Weiteren sorgt PCOS für einen relativ langen Zyklus. 35 oder mehr Tage sind hier die Regel und nicht die Ausnahme.

Heute weiß man aber auch, dass nicht alle Frauen die PCOS haben, die vorangegangenen Symptome tatsächlich aufzeigen. Es ist also auch durchaus möglich, dass eine Frau an PCOS erkrankt ist, die kaum Anzeichen für diese Erkrankung zeigt.

Ein weiteres Syndrom, das in der Regel mit PCOS einhergeht, ist die Tatsache, dass Frauen mit dieser Symptomatik Schwierigkeiten haben Kinder zu bekommen. PCOS ist sicherlich einer der häufigsten Gründe für die weibliche Unfruchtbarkeit.

Kann man das polyzystische Ovarialsyndrom behandeln

Nach heutigen medizinischen Gesichtspunkten ist eine vollständige Heilung des PCOS nicht möglich. Es ist allerdings möglich, bei einer sehr hohen Prozentzahl an Betroffenen den Zyklus soweit wieder zu regulieren, dass er sich weitestgehend normalisiert.

Bei Frau mit starkem Übergewicht kann es bereits helfen, ihre Ernährung umzustellen etwas Sport zu betreiben und damit ihr Gewicht zu reduzieren. Gerade bei ihnen sind die Behandlungsmöglichkeiten recht gut, denn bei etwa 70 % der Frauen setzt nach kurzer Zeit ohne medikamentöse Therapien bereits wieder der Eisprung ein und sie bekommen einen regelmäßigen Zyklus.

Hat man nicht das Glück, dass sich der Zyklus von selbst normalisiert oder ist die Frau vielleicht nicht übergewichtig, dann hängt die Therapie vor allem damit zusammen, ob die Frau einen Kinderwunsch hegt oder nicht. Besteht kein Kinderwunsch, so kann mithilfe der Antibabypille der Zyklus reguliert werden und die Symptomatik, die sonst keine größeren Probleme nach sich zieht, weitestgehend beobachtet aber unbehandelt gelassen werden.

Hegt die Person allerdings einen Kinderwunsch, so muss hier in der Regel eine Hormontherapie zum Einsatz gebracht werden, bei der es vorrangig darum geht, durch eisprungfördernde Medikamente eine Schwangerschaft herbeizuführen.

Das PCOS macht in der Schwangerschaft keinerlei Probleme und soweit heute bekannt ist, liegt ihm auch kein rein genetischer Faktor zu Grunde.

Wissenswertes

  • PCOS ist ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt der Frau.
  • Zum ersten Mal wissenschaftlich behandelt und benannt wurde dieses Syndrom 1935.
  • 5-20 % der Frauen im gebärfähigem Alter sind europaweit vom PCOS betroffen.
  • Es gibt starke regionale Unterschiede, was die Anzahl der betroffenen Frauen in den einzelnen Regionen betrifft.
  • Weitere Bezeichnungen sind chronische hyperandrogenämische Anovulation, abgekürzt mit CHA oder auch Polycistic Ovarian Disease, kurz PCOD.
  • Entdeckt wurde das PCOS von den amerikanischen Gynäkologen Dr. Stein und Dr. Leventhal.
  • Das polyzystische Ovarialsyndrom ist auch als das Stein-Leventhal-Syndrom bekannt.

 

[KaKra]

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