Traumabewältigung: Hilfe für das Kind

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Der Besuch im Krankenhaus ist für viele Kinder ein prägendes Erlebnis.
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Der Besuch im Krankenhaus ist für viele Kinder ein prägendes Erlebnis.

Ein Aufenthalt im Krankenhaus kann Folgen haben

Durch starke Angst vor Schmerzen und fremden Menschen, das Gefühl von Hilflosigkeit und Verlustängste durch die Abwesenheit der Eltern während eines Krankenhausaufenthalts wird das kindliche Nervensystem enorm stark beansprucht.

Kinder, die vorher nicht ausreichend auf das Ereignis vorbereitet wurden, besonders sensible Kinder und Kinder, denen eine intensive Unterstützung der Eltern während des Krankenhausaufenthaltes fehlte, können durch einen Klinikaufenthalt traumatisiert werden.

Kinder brauchen ihre Eltern - besonders im Krankenhaus

Bis weit ins 19. Jahrhunder durften Kleinkinder, die zur Behandlung ernsthafter Erkrankungen oder Verletzungen im Krankenhaus lagen, von ihren Eltern oftmals nur für zwei Stunden in der Woche besucht werden. Außerdem waren sie von ihren Eltern durch eine Glasscheibe getrennt. Damals dachte man, dass dies besser sei und die Belastung durch häufige Besuche und nachfolgende Trennungen größer wäre. Dies wurde durch die EACH-CHARTA aufgehoben, die Kindern besondere Rechte bei der Behandlung vor, während und nach der Operation einräumt.

Lesetipp: Die Trennungsangst und der Kuschelfreund.

Doch nicht überall werden die Richtlinien der Charta im Sinne des Kindes befolgt. Neben einem überforderten Krankenhauspersonal verpassen oft auch die Eltern eine beruhigende Aufklärung und Vorbereitung auf den Klinikaufenthalt und verbringen teilweise auch zu wenig Zeit mit ihren Kindern, um ihnen beizustehen und sie ausreichend zu unterstützen.

Unbekannte Umgebung macht Kindern Angst

Die Folge sind oft völlig verängstigte Kinder, die sich in der Situation vollkommen überfordert und hilflos fühlen. Verkraftet das Nervensystem dies nicht ausreichend, kann die Folge ein Trauma sein, oft in Form einer postraumatischen Belastungsstörung.

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Was ist ein Trauma?

Ein Trauma lässt sich am Besten mit einer Verletzung der Seele beschreiben. Es entsteht durch ein tiefgreifendes Erlebnis, dass die seelischen und biologischen Bewältigungsmechanismen einer Person übersteigt und zu einer starken Reizüberflutung führt. Der Mensch fühlt sich in seiner Existenz bedroht und erleidet große Hilflosigkeit und Angst.

Dabei werden vermehrt Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet, der Puls jagt in die Höhe, der Blutzuckerspiegel steigt. Diese Überdosis an Stress führt häufig zu einer Blockade der normalen Verarbeitungsprozesse im Gehirn.

Wenn das Gehirn blockiert

Das Erlebte wird in der primitiven Ebene des Gehirns abgespeichert (Amygdala), dem sogenannten Angstzentrum. Die Funktionsfähigkeit der instinktgeleiteten Systeme wird jedoch häufig durch den „rationalen“ Teil des Gehirns gehemmt. Dadurch kann die vom Körper bereitgestellte Überlebensenergie vom Nervensystem nur unvollständig oder verzögert aufgelöst werden. Dies erklärt auch, warum viele Menschen sich später nicht mehr an das Ereignis erinnern können.

Trauma: Das Gefühl der Bedrohung hält an

Das Trauma bleibt so im Nervensystem gebunden und der Organismus reagiert weiter auf die Bedrohung der Vergangenheit, auch wenn sie schon längst vorüber ist. Die Folge eines Traumas sind oft psychische und körperliche Störungen und ein bewusstes Vermeiden von Orten oder Situationen, die an das Trauma erinnern.

Oft können Alpträume oder schlimme Bilder des Ereignisses blitzartig auftauchen, die sogenannten "Flashbacks". Die Symptome können auch erst Wochen oder Monate später auftreten. Wenn die belastenden Symptome mindestens einen Monat andauern, spricht man häufig von einer Posttraumatischen Belastungsstörung.

Wie gehe ich am Besten mit dem Trauma meines Kindes um?

Ein Kind ist einem traumatischen Ereignis schutzloser ausgeliefert und braucht deswegen besondere Unterstützung, um wieder Vertrauen zu entwickeln. Da ein Trauma nur aufgelöst werden kann, wenn die Erlebnisse wieder ins Denken eingeordnet werden können, ist die Auflösung eines Traumas kein Kinderspiel.

Das Innere fürchtet sich vor dem Gefühl der Schutzlosigkeit und wehrt sich dagegen, das belastende Ereignis wieder an die Oberfläche kommen zu lassen. Häufig werden Symptome eines Traumas von Eltern übersehen oder unterschätzt, besonders dann, wenn sie nicht direkt nach dem Ereignis auftreten.

Eltern sollten ihr Kind nach einem Klinikaufenthalt aufmerksam beobachten. Ein wichtiger Prozess für die innere Heilung ist das Wiedererlangen von innerer Stabilität. Das Kind braucht das Gefühl von Sicherheit und Schutz.

Ein Trauma kann oft nur durch professionelle Hilfe bewältigt werden

Wenn allein durch elterliche Fürsorge das Trauma nicht aufgelöst werden kann, ist hierfür meist professionelle Hilfe nötig. Diese sollte rechtzeitig in Anspruch genommen werden, bevor sich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln kann. Viele erfahrene Psychotherapeuten sind mittlerweile mit dem Thema Trauma vertraut. Auskunft über die richtigen Ansprechpartner kann auch eine soziale Einrichtung oder das Jugendamt geben.

Vorbeugen ist besser als heilen

Am besten ist es aber, wenn es gar nicht erst soweit kommt. Eltern sollten Kinder auf den Klinikaufenthalt vorbereiten. Gut sind Besuche von Arzt und Klink vor der Einlieferung. So kann sich das Kind schon davor ein Bild von der Situation machen. Außerdem ist es wichtig, dass Eltern ihrem Kind das Gefühl vermitteln, sicher zu sein und Mama und Papa immer an der Seite zu haben.

Außerdem sollten auch die Eltern selbst entspannt sein. Zeigen sie ihre Angst, überträgt sich diese auch auf das Kind.

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