Beschwerden in der Schwangerschaft: Gestosen erkennen

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Gestosen treten nur während der Schwangerschaft auf.
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Gestosen treten nur während der Schwangerschaft auf.

Gestosen treten nur in der Schwangerschaft auf

Gestose ist ein Überbegriff für eine ganze Reihe von Erkrankungen, die in der Schwangerschaft – und definitiv nur in der Schwangerschaft – auftreten können. Der genaue Auslöser einer Gestose ist bis heute ungeklärt, daher können nur die Symptome behandelt werden.

Um eine Gestose rechtzeitig zu erkennen, sind die Schwangerschaftsvorsorgen Pflicht. Mit Hilfe von Blut- und Urintests können Gestosen erkannt und behandelt werden. Kommt Dir also etwas komisch vor, zögere nicht damit, es Deinem Frauenarzt zu sagen. Durch detaillierte Beschreibungen kann er Krankheiten ausschließen oder in Erwägung ziehen. Zur Risikogruppe zählen werdende Mamis, die schon vor der Schwangerschaft erhöhten Blutdruck hatten, aber auch Diabetikerinnen, frühe oder späte Erstgebärende sowie Nierenkranke. Werden Mehrlinge erwartet, steigt das Risiko ebenfalls.

Gestosen erkennen

Die Krankheitsbilder der Gestose sind vielfältig. Die Symptome können entweder durch die Schwangerschaft ausgelöst werden, oder auf eine bereits vorher bestehende Erkrankung zurückgehen. Meist werden sie durch die Mehrbelastung des Körpers hervorgerufen.

Die Schwangerschaft ist ein großer Eingriff in den Hormonhaushalt und den Körperrhythmus. Da wird einiges auf den Kopf gestellt. Ein zu geringes Blutvolumen der Gebärmutter, eine unzureichende Anpassung des Organismus an die Veränderungen der Schwangerschaft sowie eine Fehl- beziehungsweise Mangelernährung der Mutter können die Gestose-Neigung erhöhen.

Lesetipp: Gestose - Schwangerschaftsvergiftung.

Ein hoher Blutdruck erhöht das Risiko

Ein hoher Blutdruck steht ebenso unter Verdacht, das Risiko für Gestosen zu erhöhen. Magnesiummangel steht ebenfalls auf der schwarzen Liste der Risikofaktoren. Ärzte empfehlen eine Magnesiumzufuhr von 450mg pro Tag. Diäten sowie entwässernde Mittel während der Schwangerschaft sollten tabu sein.

Frühe Gestosen (bis zur 20. SSW) und späte Gestosen

Frühe Gestosen kennzeichnen sich durch morgendliche Übelkeit und Erbrechen (Emesis gravidarum). Zwischen 5 und 20 Prozent der schwangeren Frauen sind betroffen. Als Ursache wird der schnelle Anstieg des Schwangerschaftshormons HCG gesehen. 2 Prozent der Schwangeren leiden unter einer gesteigerten Form der Übelkeit (Hyperemesis gravidarum), die sich durch unstillbares Erbrechen kennzeichnet.

Das kann richtig gefährlich werden, da der Körper mit hohem Wasserverlust, einem gestörten Elektrolythaushalt sowie einer teilweise gestörten Leberfunktion zu kämpfen hat. Ab der 12. Schwangerschaftswoche lässt die Übelkeit meist nach.

Zu den Symptomen der späten Gestosen zählen Bluthochdruck, Proteinurie (Eiweiße im urin) und Ödeme. Präeklampsie, Eklampsie, Pfropfgestose sowie das HELLP-Syndrom sind Formen der Gestose.

Je nach Schwerpunkt der Erkrankung gibt es verschiedene Bezeichnungen:

  • EPH-Gestose. Mit dem Hauptsymptomen Ödembildung, Proteinurie und Hypertonie (Bluthochdruck)
  • HES. Hypertensitive Erkrankung in der Schwangerschaft
  • SIH. Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie

Anzeichen für eine entstehende Gestose können sein:

  • erhöhter Blutdruck
  • erhöhte Eiweißausscheidung im Urin
  • verminderte Urinmenge trotz normaler Flüssigkeitsaufnahme
  • plötzliche und starke Gewichtszunahme von mehr als 1 Kilo in der Woche
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Kopfschmerzen, Sehstörungen
  • Schmerzen im Oberbauch (Leberschwellung)
  • Schwindel
  • gesteigerte Reflexe
  • veränderte Blutwerte
  • Einlagerung von Flüssigkeit (Ödembildung)
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Rastlosigkeit
  • Krampfanfälle bis hin zum Koma

Was tun?

Bettruhe, Schonung und ein dunkles Zimmer helfen bei leichten Formen der Erkrankung. Oft werden vom Arzt zunächst blutdrucksenkende Mittel verschrieben oder der Bluthochdruck mit niedrigen Dosen Acetylsalicylsäure, kurz ASS, behandelt. Die Einnahme der Schmerzmittels und Blutverdünners erfolgt unter strenger Aufsicht des Arztes. Bei schweren Gestose-Formen ist ein Krankenhausaufenthalt manchmal nicht zu umgehen.

So wird bei sehr hohem Blutdruck die Behandlung oftmals im Krankenhaus fortgesetzt. Ein Dauerkatheder überwacht die Eiweißwerte im Blut, die Herztöne des Kindes werden mittels CTG überprüft.

Kaiserschnitt aufgrund von Gestosen möglich

Ist die Gestose sehr stark ausgeprägt, kommt es auch vor, dass die Geburt durch einen Kaiserschnitt vorgezogen wird. Spätschäden bei den Kindern sind nur in wenigen Ausnahmefällen zu erwarten.

Lesetipp: Bluthochdruck in der Schwangerschaft.

Symptome immer von einem Arzt abklären lassen!

Wichtig ist, dass eine Gestose frühzeitig erkannt und behandelt wird.

So kann bei einer Präeklampsie, dem Anfangsstadium der Gestose, der Bluthochdruck auf Dauer Schäden an der Plazenta verursachen. Dies kann dazu führen, dass das Ungeborene nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Krampfanfälle bei der Mutter sind weitere Begleiterscheinungen, die drohen können. Eine Behandlung ist daher ein Muss.

Bei dem HELLP-Syndrom, einer sehr schweren Form der Gestose, besteht eine um 50 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das Baby stirbt. Daher: Immer zum Arzt, wenn die werdende Mutter die beschriebenen Symptome bei sich beobachtet.

[AKL]

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