Dysarthrie

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Einer Dysarthrie liegen oft neurologische Erkrankungen zu Grunde
Einer Dysarthrie liegen oft neurologische Erkrankungen zu Grunde
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AutoreninfoKatharina Krause
aktualisiert: 19.03.2018Vierfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Eine Dysarthrie ist eine Sprechstörung, die häufig, aber nicht ausschließlich, bei Kindern mit Down-Syndrom, zu finden ist.

Um was es sich dabei genau handelt, welche Ursachen ihr zu Grunde liegen und vieles mehr.

Was du hier lesen kannst:
  • Was ist die Dysarthrie?
  • Welche Ursachen hat die Dysarthrie?
  • Häufigkeit
  • Diagnose
  • Behandlung
  • Rat und Hilfe für Eltern

Was ist die Dysarthrie?


Unter eine Dysarthrie versteht man nichts anderes, als eine neurogene Sprechstörung. Diese wurde durch eine frühkindliche Schädigung des zentralen oder des peripheren Nervensystems verursacht. Begründet kann dieses durch genetische Syndrome oder Sauerstoffmangel bei der Geburt sein.
Betroffen hierbei sind vor allem die Ausführungen der Sprechbewegungen. Oft ist die Beweglichkeit von Lippen und Zunge eingeschränkt. Hierdurch klingt die Aussprache oft undeutlich und verwaschen. Die Stimme ist oft zu hoch oder zu tief, rau, heiser oder sehr schwach bis stimmlos (aphon). Auch kommt es hierbei oft zu vermehrtem Speichelfluss, der selten geschluckt wird.
Der Begriff Dysarthrophonie ist ein Synonym zu der Dysarthrie und meint demnach dasselbe.

Die Dysarthrie ist dringend von der reinen Artikulationsstörung (Sprechapraxie) oder einer Aphasie abzugrenzen. Diese Abgrenzung ist nicht immer ganz einfach, da es bei Kindern in der Sprachentwicklung auch zu Mischformen kommt. Dysarthrien treten in aller Regel nur in Kombination mit verursachenden, neurologischen Erkrankungen oder genetischen Syndromen auf.
Kinder mit einer Dysarthrie beim Down-Syndrom sprechen oft sehr schnell und undeutlich. Sie verschlucken Silben und haben einen erhöhten Speichelfluss. Hierbei ist die Stimme oft sehr tief und zum Teil nasal. Die Prosodie ist hierbei sehr monoton.

Welche Ursachen hat die Dysarthrie?

Dysarthrien sind bei Kindern immer auf eine frühkindliche Hirnschädigung zurückzuführen. Des Weiteren kommen sie als Teil eines genetischen Syndroms (zum Beispiel Down-Syndrom) oder auch durch ein neurologisches Krankheitsereignis, wie ein Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumore, Schlaganfälle, Epilepsie oder einer Kleinhirn-Ataxi, vor.

Häufigkeit

Kinder mit einer frühkindlichen Hirnschädigung (Cerebralparese) leiden zu 30-88% unter einer Dysarthrie. Bei diesen Kindern liegt häufig eine Sprechstörung oder Schluckstörung vor und sie sind in ihrer ganzen motorischen Entwicklung eingeschränkt.
Für die genetischen Syndrome, welche recht selten vorkommen, liegen keine gesicherten Prävalenzdaten für das Vorkommen der Dysarthrie vor.

Diagnose

Bei einer logopädischen Untersuchung wird mit den Eltern in aller Regel ein ausführliches Anamnesegespräch geführt. Hierbei werden alle allgemeinen Daten zur Entwicklung des Kindes erhoben. Besonders interessant sind hierbei die Bewegungsentwicklung, die Sprachentwicklung, die Hörentwicklung und auch das Sozialverhalten des Kindes. Auch medizinische Besonderheiten und die Kommunikationseinschränkungen im Alltag werden genau besprochen. Nach diesem Gespräch kommt es zur Kontaktaufnahme zwischen zum Beispiel Logopädin und dem Kind. Im Freispiel kommt es dann zu einer Untersuchung der sprechmotorischen und sprachlichen Fähigkeiten des Kindes über die auditive Beurteilung.
Auf Grundlage dieser Beurteilung der gesprochenen Sprache wählt der Logopäde geeignetes Testmaterial zur weiteren Überprüfung der sprechmotorischen Fertigkeiten und zur Beurteilung der Sprachentwicklung.
Diese Tests können sich über mehrere Sitzungen hinziehen. Wie lange es braucht, ist in der Regel vor allem vom Kind abhängig. Bei der Befunderhebung sollte auch immer noch auf weitere eventuell vorliegenden Störungen wie zum Beispiel eine Sprachentwicklungsstörung, eine Sprachapraxie und des Schluckens (Dysphagie) geschaut werden. Neben den klinischen Untersuchungsmethoden der Logopäden kommen noch apparative Verfahren zum Zuge. Dies ist zum Beispiel beim HNO der Fall. Bei genetischen Syndromen sollte auch eine Abklärung beziehungsweise Beratung durch einen Facharzt für Humangenetik erfolgen.

Behandlung

Gearbeitet wird - je nach Schwerpunkt der Sprechstörung des Kindes - an den Verbesserungen an den am Sprechen beteiligten Funktionen, wie Atmung, Phonation, Prosodie und Artikulation. Nicht selten wird dies durch ganzkörperliche, spielerische Übungen oder auf Grundlage von tonusregulierenden (Körperspannung) Techniken, gemacht.

Häufig liegt neben der Dysarthrie auch noch eine Sprachentwicklungsstörung vor. Ist dies der Fall, werden Übungen aus dieser Sprachtherapie integriert. Oft ist die Behandlung bei Kindern mit kognitiven Einschränkungen sehr langwierig und muss im Verlauf der kindlichen Entwicklung regelmäßig wiederholt werden. Aufgrund dieser Tatsache müssen eine gute Motivation und das spielerische Vorgehen im Mittelpunkt stehen.
Teilweise muss auch kompensatorisch gearbeitet werden. Dies ist der Fall, wenn elektronische Sprechhilfen im Einsatz sind.
Anhaltende Therapieeffekte sind jedoch nur nach einem intensiven Behandlungsprogramm über mehrere Wochen hinweg zu erzielen. Ein mögliches Vorgehen hierbei wäre zum Beispiel vier mal die Woche je 60 Minuten über vier Wochen hinweg sowie tägliches häusliches Üben.

Rat und Hilfe für Eltern

Bei folgenden Stellen können Eltern weitere Informationen und Hilfen erhalten:

  • Sprich-mit-mir
  • Arbeitskreis Down-Syndrom e.V.
  • Selbsthilfeinitative Mirkodeletion 22q11
  • Gfh-Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V.

    [KaKra]

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