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Allergie - So schützt du dein Kind

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AutoreninfoNatalija Krenz
aktualisiert: 30.01.2020Online Redakteurin
Gesundheit und Erziehung

Allergien sind unangenehm und schrecklich einschränkend, doch viele von ihnen werden erst im Laufe eines Lebens erworben. Du kannst dein Kind vor Allergien schützen. Wie du das machst und was du wissen musst, das erfährst du hier in diesem Artikel.

Inhalt des Beitrags:
  1. Was ist eine Allergie?
  2. Allergien erkennen
  3. Umgang mit Allergien
  4. Schmutz vs. Hygiene

Was ist eine Allergie?

Etwas platt ausgedrückt ist eine Allergie nichts anderes als eine Überreaktion unseres Immunsystems auf einen bestimmten Stoff. Der Begriff Allergie selbst kommt aus dem Altgriechischen und kann mit Fremdreaktion übersetzt werden. Damit trifft es auch ziemlich genau das, was eine Allergie im Endeffekt ist. Die Reaktion des Körpers auf einen fremden Stoff, mit dem er in Berührung kommt. Bei einer Allergie kommt es zu einer erworbenen, immunbiologisch bedingten, spezifischen Überempfindlichkeit gegen einen dem Körper fremden Stoff. Diese Fremdstoffe, die Allergien auslösen können, werden gemeinhin auch als Allergene bezeichnet. Allergene können zum Beispiel die Pollen verschiedener Pflanzen sein, Lebensmittel, aber auch andere Substanzen, die entweder durch das Atmen in den Körper gelangen oder über die Haut zugeführt werden. Natürlich können sich solche Allergene auch in unserem Essen befinden und hier zu Nahrungsmittelallgerien führen.

Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. sind mehr als 20.000 verschiedene Auslöser für Allergien bekannt. Allergien betreffen die meisten Menschen und sind verbreiteter, als man das prinzipiell erst einmal annehmen möchte. Alleine in Deutschland wird die Zahl von Menschen, die an einer Allergie leiden, auf etwa 30 Millionen geschätzt. Die bekannteste Allergie ist mit Sicherheit der sogenannte Heuschnupfen, auch wenn diese nicht die häufigste Allergie ist, die man in Deutschland antreffen kann.

Allergien erkennen

Das Schwierige an einer Allergie ist in der Regel zu erkennen, um was für eine Art von Allergie es sich handelt. Um herauszufinden, ob man an einer Allergie leidet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir nun im Einzelnen kurz einmal vorstellen wollen.

Hauttest: Beim sogenannten Pricktest wir ein Tropfen eines Allergenextraktes auf die Haut der Testperson aufgetragen und schließlich wird die Haut an dieser Stelle mit einer Prick-Lanzette kurz eingeritzt. Nach etwa 15 Minuten können dann die Ergebnisse abgelesen werden. Das Ergebnis setzt sich aus der Rötung und der eventuell entstandenen Quaddel-Größe zusammen.

Intrakutantest: Hierbei wird die Allergenlösung einfach mithilfe einer Spritze in die Haut eingebracht und auch hier erfolgt die Auswertung durch den Rötungsgrad und die Quaddeln Größe.

Epikutantest: Der Epikutantest wird auch als Pflastertest bezeichnet. Bei diesem werden die zu testenden allergenen Stoffe mithilfe von kleinen Klammern an ein Pflaster befestigt und so für drei Tage auf der Haut fixiert. Der Test dauert recht lange, denn erst nach drei Tagen lässt sich das Ergebnis ablesen. Liegt eine Allergie vor, kommt es hier zu einer Rötung an der Haut und womöglich zu Bläschen.

Provokationstest: Um ganz sicherzugehen, ob wirklich eine Allergie vorliegt, kommt in der Regel der Provokationstest zum Einsatz. Er gilt dem sicheren Nachweis oder dem Ausschluss einer Allergie meist in Kombination mit den vorangegangenen Hauttestungen. Beim Provokationstest werden die Allergene an der Nase, den Bindehäuten oder den Augen, manchmal auch in den Bronchien durchgeführt. Dies gilt als naturähnlichstes Allergie Testverfahren. Das Allergen wird hierbei durch Inhalation, Augentropfen oder Nasenspray eingebracht.

Bluttests: Beim Bluttest wird nach vom Körper gebildeten Antikörpern als Ausdruck einer Allergie gesucht. Auch Immunzellen können an der allergischen Reaktion beteiligt sein und sind dementsprechend Gegenstand der Suche beim Bluttest.

 

Grundsätzlich reicht ein Test in der Regel nicht aus, um eine Allergie festzustellen. Auch kann man durch keinen Test voraussagen, wie die entsprechend auftretenden Symptome genau aussehen werden. So kann man zum Beispiel aufgrund des Blutes keine klare Aussage darüber treffen, ob und welche Symptome vorliegen und auch nicht, ob und welche Symptome sich daraus künftig noch entwickeln könnten. Meist kann eine Allergie nur durch die Kombination von verschiedenen Tests, idealerweise mit einem Provokationstest relativ sicher festgestellt werden.

Umgang mit Allergien

Hat man eine Allergie festgestellt, so ist das Beste und Einfachste, was man tun kann, zu versuchen, die allergischen Reaktionen, auch als Schübe bezeichnet, gar nicht erst aufkommen zu lassen. Prävention heißt hier das Zauberwort und es gibt eine ganze Reihe an Dingen, die man versuchen kann, damit man sich gar nicht erst den Stoffen auszusetzen muss, die man selbst nicht so gut verträgt.

Bei manchen Allergien wie zum Beispiel einer Katzenhaarallergie ist das relativ einfach, dem Allergen aus dem Weg zu gehen. Man hält sich einfach von Katzen fern und besucht idealerweise keine Leute zu Hause, die eine Katze halten. Zufällige Begegnungen mit Katzen auf der Straße bereiten in der Regel keine großen Probleme, so man nicht anfängt, die Katzen zu kraulen. Hat man es jedoch mit einer Pollenallergie zu tun, sieht die Sache in bestimmten Jahreszeiten schon etwas anders aus. Natürlich kann man versuchen, einfach in ein Gebiet zu ziehen, wo besagte Pflanzen, auf deren Pollen man allergisch reagiert, idealerweise nicht weit verbreitet sind, man kann versuchen, mit speziellen Pollenfiltern zu arbeiten, Fliegengitter anzubringen, die auch Pollen abfangen und in den entsprechenden Pollenflugzeiten weniger Zeit draußen zu verbringen.

Noch schwieriger wird es, wenn eine Hausstaubmilbenallergie vorliegt. In diesem Fall hilft nur Staub um jeden Preis schnellstmöglich zu beseitigen, unnötige Textilien aus seinem Haushalt zu verbannen und entsprechende Bettwäsche zu nutzen.

Je nach vorliegender Allergie ist die Prävention also mehr oder weniger schwierig umzusetzen. Letztendlich kann man nur versuchen, mit einer Allergie zu leben, oder sich gegebenenfalls in ärztliche Behandlung zu geben, denn es gibt durchaus Behandlungsansätze, die helfen können, eine Allergie zu beseitigen. Allerdings sind die Erfolgsquoten nicht so besonders gut und der Weg eine Allergie wieder loszuwerden häufig sehr unbequem.

Schmutz vs. Hygiene

Beim Thema Allergien kommen ganz häufig die Begriffe Schmutz und Hygiene auf. Es ist nachgewiesen, dass ein Mensch, der in frühen Jahren mit zu wenig Stoffen in Kontakt gekommen ist, im späteren Leben leichter eine Allergie auf einen neuen Stoff entwickeln wird, als jemand, der schon in frühen Jahren mit vielen Stoffen in Kontakt gekommen ist. Es ist also richtig, dass Kinder aus Haushalten, in denen die Eltern besonders viel Wert auf Hygiene und Sauberkeit gelegt haben und womöglich mit Sakrotan und ähnlichen Dingen auch noch jeden kleinsten Keim auf die Pelle gerückt sind und immer verhindert haben, dass ihre Kinder auch einmal dreckig geworden sind oder im Matsch spielen durften, deutlich gefährdeter sind an einer Allergie zu erkranken als Kinder, die schon in früher Jugend regelmäßig irgendwelche Matschbäder genommen haben und womöglich zusammen mit Tieren im Haushalt, vielleicht sogar auf einem Bauernhof großgeworden sind. Während uns die Hygiene und ein gesundes Leben beschert und in der Regel vielen Krankheiten vorbeugen kann, ist übertriebene Hygiene aber ein Problem, da der Körper später nicht mehr in der Lage ist, sich an eine höhere Belastung entsprechend anzupassen. Aus diesem Grund ist es unglaublich wichtig, Kinder nicht in einer sterilen Umgebung aufzuziehen, sondern sie mit allem Möglichen in Kontakt kommen zu lassen. Es ist erwiesen, dass Kinder, die in einem Haushalt mit einem Hund zum Beispiel aufgewachsen, deutlich seltener an einer Allergie erkranken, als Kinder die ohne Haustiere aufgewachsen sind.

Damit kann man das Fazit ziehen, dass ein bisschen Schmutz offensichtlich nicht schadet, sondern für unser Immunsystem gerade in jungen Jahren eine wichtige Rolle spielt, um ein gesundes und allgergiefreies Leben führen zu dürfen. Damit kann man zu dem Schluss kommen, dass zu viel Sauberkeit offensichtlich genauso schädlich ist, wie zu viel Schmutz. Hier ist es wieder an dir, ein Gleichgewicht zwischen Belastung des Immunsystems durch Schmutz, Dreck und mögliche Erreger, mit denen das Kind in Kontakt kommen könnte und eine absolute Unterforderung des Immunsystems durch eine womöglich zu sterile Umgebung, zu schaffen.

 

[KaKra]

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