5. Woche - Ein Sprung in der Reife

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Nähe brauchen Babys während eines Entwicklungssprungs noch mehr als sonst
Nähe brauchen Babys während eines Entwicklungssprungs noch mehr als sonst
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AutoreninfoKatharina Krause
aktualisiert: 03.12.2018Vierfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Mit vier bis fünf Wochen, wenn man sich gerade aneinander gewöhnt hat und so etwas wie Normalität eintritt, ist es Zeit für den ersten Entwicklungsschub. Die Sinnesorgane des Babys machen einen rasanten Reifeprozess durch und das Baby ist oft verwirrt über das, was in seiner Welt geschieht und will dort sein, wo es sich am sichersten fühlt: Bei seinen Eltern auf dem Arm. Dieses plötzliche Verlangen nach mehr körperlicher Nähe kann zwischen einem Tag und einer Woche andauern, doch damit ist der Schub noch nicht vorbei, wie wir im Nachfolgenden sehen werden.
Das kannst du hier lesen:
  • Erste Anzeichen
  • Der Schub
  • Was hat sich verändert?
  • Was fühlt das Baby?
  • Zwischenzeit

Erste Anzeichen


Das sicherste Anzeichen, dass der Entwicklungsschub dicht bevor steht ist, wenn das Baby ohne ersichtlichen Grund anstrengender ist als vorher. Es ist kaum ruhig zu bekommen, quengelt und brüllt, wenn man es ablegt und scheint gar nicht mehr vom Arm zu wollen. Es ist seine Art zu zeigen, dass etwas nicht stimmt. Jetzt ist Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. Das Kind ist verwirrt und fühlt sich unwohl und es tut das Einzige, was es derzeit kann, um sich aus diesen Gefühlen der Unsicherheit zu lösen. Manchmal kann das Ablegen auf den Bauch schon etwas Erleichterung bringen, da viele Babys die Geborgenheit, die diese Haltung vermittelt, jetzt brauchen. Die meisten Eltern reagieren aufgrund der plötzlichen Brüllattacken überfordert und wissen oft nicht, was sie tun sollen. Es werden alle möglichen Lösungsansätze durchprobiert, um das Geschrei zu beenden: füttern, windeln, tragen und kuscheln werden nur für kurze Zeit Abhilfe schaffen und diese Tatsache lässt die Eltern meist total verunsichert zurück.

Oft kommen schnell Gedanken auf, dass mit dem Baby womöglich irgendetwas Ernstes ist und nicht selten geht es nun auch zum Kinderarzt, um dort zu erfahren, was mit ihrem kleinen Schatz nicht stimmt. Bei stillenden Müttern kommt die Angst hinzu, dass das Kind nicht genug zu essen bekommt und deshalb ständig weint. Dieser Eindruck entsteht vor allem dann, wenn die Kinder scheinbar ständig an die Brust wollen und dort quasi gar nicht mehr weg zu bekommen sind. Normalerweise ist dieses Verhalten vollkommen natürlich und kein Grund zur Sorge, trotzdem sollte man mit einem Gang zum Kinderarzt nicht sparen, wenn man den Eindruck hat, dass irgendetwas überhaupt nicht in Ordnung ist.

Das Baby spürt, dass etwas mit ihm passiert und das macht ihm Angst. Diese Angst manifestiert sich in einem schier unstillbaren Bedürfnis nach Nähe und Fürsorge. Das Beste, was man tun kann ist darauf eingehen und dem Kind eine Stütze sein, indem man sein Bedürfnis einfach hinnimmt und ihm gibt, wonach es verlangt. Wichtig ist, dass das Kind ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt bekommt.
Das Schreien lässt in der Regel etwas nach, wenn das Baby Körperkontakt hat. Was oft hilft ist, das Baby aufrecht halten, sein Po ruht auf einem Arm und der Kopf wird gestützt. So kann das Kind den Herzschlag seiner Bezugsperson hören. Nun kann man es streicheln und liebkosen, es hin- und herwiegen und mit ihm herumgehen. Auch ein Lied summen oder das leichte Klopfen auf den Popo wirken hier manchmal wahre Wunder.
Allgemein ist das Tragen des Babys eine gute Sache, um das Baby zu beruhigen. Leider lassen sich Kinder, die dann auf dem Arm einschlafen, selten heimlich ins Bett bringen und wachen sofort wieder auf, wenn man es versucht. Wenn es zu viel wird, muss man sich einfach nur ins Gedächtnis rufen, dass diese Phase nur wenige Tage lang anhält und dann genauso schnell verschwindet, wie sie gekommen ist. Das ist zumindest ein kleiner Trost und hilft vielleicht, diese Phase gut zu überstehen.

Der Schub

In diesem Alter scheint das ganze Baby einen enormen Entwicklungsschub durchzumachen. Nicht nur die Sinnesorgane, sondern auch viele Teile in seinem Innern verändern sich noch einmal. Oft ist jetzt auch die Zeit, in der das Baby eventuell vorhandene Verdauungsstörungen überwindet. Zudem können jetzt auch "Funktionsstörungen", die schon immer da waren nun deutlicher hervortreten. Der gesamte Stoffwechsel des Babys verändert sich. Dies bedeutet zum Beispiel auch, dass nun die ersten Tränchen fließen könnten. Die Wachphasen werden deutlich länger und allgemein scheint das Baby nun mehr wahrzunehmen. Die Augen können sich auf größere Distanzen scharf stellen und sind nicht mehr auf die zwanzig Zentimeter begrenzt. Ab jetzt ist das Baby deutlich empfänglicher für Anregungen von außen. Zwischen der dritten und vierten Lebenswoche, nimmt der Kopfumfang des Babys deutlich zu und der Glukosestoffwechsel verändert sich.

Obwohl die Sinnesorgane nun besser funktionieren, nimmt das Baby seine Umwelt immer noch völlig anders wahr, als wir Erwachsenen. Es verliert die Vorliebe, ein schematisch dargestelltes Gesicht mit den Augen zu verfolgen. Auch das Drehen des Kopfes in Richtung eines Geräusches oder das Nachahmen von Gesichtsbewegungen werden die Eltern nun nicht mehr beobachten können.

Wenn der Stress zu viel wird, ist es nicht schlimm, sich Hilfe zu suchen. Sowohl für das Kind als auch für die Eltern ist ein Entwicklungssprung eine aufregende Sache, die auch oft viele Nerven kostet. Schnell kann sich auch ein Teufelskreis entwickeln. Das Baby ist verwirrt und schreit, die betreuenden Personen sind verunsichert und ratlos. Daraus entsteht eine angespannte Haltung dem Kind gegenüber, welches diese Anspannung bemerkt und mit noch mehr Schreien reagiert. Hier hilft nur viel Körperkontakt für das Baby. Damit kann es schnellstmöglich die Vorgänge verarbeiten und lernen, damit umzugehen. Des Weiteren gibt solch eine Unterstützung dem Kind auch das passende Selbstvertrauen, denn es weiß, dass immer jemand da ist. Um es der betreuenden Person zu erleichtern, ist ein Umfeld nötig, das Unterstützung anbietet und sich mit Kritik zurückhält, um mit dieser schwierigen Phase klar zu kommen.

Was hat sich verändert?

Die Liste der Sachen, die sich nun verändert haben ist lang. Sie fängt beim Interesse des Kindes an seiner Umgebung an und hört bei den körperlichen Veränderungen auf. Als Elternteil kann man nun bemerken, dass sich das Kind häufiger und länger Dinge ansieht, auch interessiert es sich mehr für Geräusche, denen es länger und deutlich aufmerksamer zuhört. Zudem reagiert es auf Berührungen nun schneller und zielgerichteter. Seine feine Nase bemerkt nun auch deutlich fremde Gerüche.

Von vielen Eltern herbeigesehnt darf man auch nun immer mehr mit einem Lächeln rechnen und weil das so schön ist, kommen nun auch die Freudenlaute dazu, die das Kind immer wieder ausstößt.
Womit man sein Kind langweilt und was es wirklich gut findet, wird nun auch deutlicher und man wird feststellen können, dass das Kind genau weiß, was es in manchen Situationen will. In vielen Momenten wird man merken, dass das Kind ahnt, was nun als nächstes passieren wird und sich darauf einzustellen beginnt. Nicht zu vergessen: Das Baby wird nun immer länger wach bleiben und deutlich aktiver werden.

Auch auf körperlicher Ebene hat sich einiges getan: Das Kind wird nun regelmäßiger atmen, sich seltener erschrecken und weniger zittern. Auch wird es das erste Mal Tränen beim Weinen zeigen und dies auch häufiger tun. Die meisten Verdauungsstörungen gehören nun auch der Vergangenheit an und das Kind wird sich weniger verschlucken als bisher. Zudem sollten eventuelle Probleme mit dem Bäuerchen langsam verschwinden und ein eventuell vorhandenes Spucken nach dem Trinken sollte sich auch deutlich seltener einstellen.

In der Regel wird das Baby einen Lieblingssinn ausprägen. Jedes Kind ist da sehr individuell. Einige sind gute Zuhörer, andere wollen alles genau ansehen und wieder andere wollen noch mehr als vorher geknuddelt und angefasst werden. Es lohnt sich herauszufinden, welcher Sinn der bevorzugte Sinn des eigenen Kindes ist. Und keine Sorge: in diesem Alter es nicht möglich, das Kind zu sehr zu verwöhnen. Wenn es kuscheln mag, dann sollte man das als Eltern auch respektieren und dem Kleinen geben, was es braucht.

Nach dem Schub ist nun auch die Zeit, in der man als Eltern auf die neu erworbenen Fähigkeiten und Möglichkeiten des Kindes eingehen sollte. Experimentieren ist eine gute Idee, um herauszufinden, was das Kind gut oder weniger gut kann oder einfach auch nur interessant findet.
Nun kann man sich daran machen herauszufinden, was dem Baby gefällt und was nicht. Dies merkt man meistens recht deutlich daran, dass es lächelt, wenn es etwas sieht, das es mag. Manche Kinder lieben es, sich ihre Lieblingsgegenstände immer und immer wieder anzusehen, andere wollen Abwechslung. Jedes Kind ist hier individuell und es ist an seinen Eltern herauszufinden, was der eigene Sprössling mag und was ihn eher langweilt.

Mamas Stimme ist in der Regel der absolute Favorit der meisten kleinen Kinder. Es lohnt sich, vermehrt mit dem Baby zu sprechen und es hin und wieder auch einmal "antworten" zu lassen. Oft macht den Kleinen das so viel Spaß, dass sie förmlich die Zeit vergessen.
Die Lautsprache des Babys differenziert sich nun immer mehr. Ein Weinen, weil es zum Beispiel einschlafen soll, klingt nun eher nach Selbstmitleid und wenig enthusiastisch, während ein anderes Weinen deutlich signalisiert: Achtung, hier stimmt etwas nicht. Es ist sehr sinnvoll, dem Baby zu zeigen, dass man es versteht.

Was fühlt das Baby?

Auch wenn das Baby nun das erste Mal wirklich auf Berührungen reagiert, sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass es nicht gut ist, das Kind zu überfordern. Kitzeln finden die meisten kleinen Kinder in diesem Alter nicht so toll.
Alle Sinnesorgane des Kindes sind nun viel schärfer als vorher und somit besteht die Gefahr, dass man das Kind einfach überlastet. Wichtig ist, das Kind immer zu beobachten und sich an seine Bedürfnisse anzupassen. Das Baby wird immer wieder Pausen brauchen, um sich zu erholen. In der Regel lohnt es sich kaum, dafür etwas Neues anzufangen, so dass man kleinere Pausen einfach abwarten kann.

Zwischenzeit

Mit etwa 6 Wochen beginnt wieder eine ruhigere Zeit. Babys sind in der Regel nun fröhlicher, wacher und mehr damit beschäftigt zu schauen und zu horchen. Auch zeigen die Kleinen nun deutlicher, was ihnen gefällt und das, was ihnen nicht so sehr gefällt. Rundherum lässt sich sagen, dass die Kinder nun in der Regel wesentlich einfacher zu deuten sind, da die Zeichen einfach besser verständlich geworden sind. Es lohnt sich, diese Zeit zu genießen, denn der nächste Sprung lässt nicht lange auf sich warten und wird mit knapp 8 Wochen über das Kind hereinbrechen. Womit wir es dann zu tun haben, was uns erwartet und was man dagegen machen kann, erfahrt ihr in unserem Artikel 8. Woche - Die Welt der Muster.

[KaKra]

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