Pucken – Ein alter Trick bei Einschlafschwierigkeiten

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Das Baby fühlt sich geborgen.
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Das Baby fühlt sich geborgen.

Manche Babys haben, selbst wenn sie tagsüber kleine ausgeglichene Engelchen sind, abends plötzlich Probleme mit dem Einschlafen.

Sie kommen einfach nicht zur Ruhe und wir Eltern fragen uns immer wieder: Was machen wir falsch, obwohl wir alles tun, um unserem Kind das Einschlafen zu erleichtern?

Das Abendritual

Nahezu jede junge Familie hat ein sogenanntes Abendritual. Ein"Programm" mit immer wiederkehrenden Elementen: Baden, Wickeln, Kuscheln, Milch, Schlaflied, Spieluhr, Märchen, Kuscheltier, usw. Welche konkreten Elemente diese Rituale auch beinhalten, eines haben sie gemeinsam: Sie sollten dazu dienen, das Baby zu entspannen und sanft auf den Schlaf vorzubereiten.

In vielen Fällen klappt es auch, aber manchmal stehen wir ratlos da, weil das Kind, sobald wir es ins Bettchen legen, plötzlich anfängt zu schreien. Und statt damit langsam aufzuhören, steigert es sich in sein Weinen noch mehr hinein.

Warum kann das Baby nicht schlafen?

In den meisten Fällen steckt eine Übermüdung dahinter, die trotz gut ausgearbeiteten Einschlafritualen manche Kinder nicht zur Ruhe kommen lässt. Das liegt daran, dass die Sinnesorgane des Babys bereits zu viele Reize am Tag wahrgenommen haben. Das führt dazu, dass es die neuen und sanften Reize des Abendrituals nicht mehr aufnehmen kann, oder dass das Babys sogar seine eigenen Körperbewegungen beim Einschlafen stören. Ist das bei ganz kleinen Babys der Fall, die noch viel körperliche Nähe und Enge brauchen, kann das sogenannte "Pucken", das straffe Einwickeln in eine Decke, eine gute Methode sein, um das Baby wieder zur Ruhe zu bringen.

Pucken - eine alte Tradtion

Pucken ist ein eigene Wickeltechnik, die bei Babys angewandt wird, um ihnen beim Einschlafen zu halfen. Der Säugling wird dabei eng in ein Tuch eingewickelt. Diese Art des Einwickelns ist in fast allen Kulturkreisen der Welt bekannt. Auch in Deutschland war es, vor allem bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sehr verbreitet, Säuglinge nach dieser Methode fest in Tücher zu wickeln. Damals nutze man diese Technik nicht nur zum Schlafen. Man war allgemein der Meinung, dass der Körper des Kindes ohne dieser Wickeltechnik nicht stabil genug wäre. Später war Pucken verpönt, die Auffassung, dass es die Kinder zu sehr einengen würde setzte sich durch.

Mittlerweile besinnt man sich wieder dieser alten Tradition. Das Einpacken gibt dem Baby Geborgenheit und verhindert den sogenannten Moro-Reflex.

Lesetipp: Zum Thema "Moro-Reflex" lies unseren Beitrag Moro-Reflex.

Das Baby wird eingewickelt

Das Pucken erinnert das Baby an die vertraute Enge im Mutterleib und hilft ihm dabei, die äußeren Reize, die schon nicht mehr verarbeitet werden können, einfach zu ignorieren.

Grundsätzliche Dinge die zu beachten sind

Dabei soll das Baby aber nicht gefesselt werden. Zum Pucken nimmt man eine weiche, kuschelige, nicht zu warme Baumwolldecke und legt sie quer auf das Bett. Das Baby wird an den oberen, langen Rand gelegt. Ganz wichtig: Der Kopf bleibt draußen und wird nicht gepuckt! Dann werden die Ecken straff (aber nicht zu fest) über die Schultern geschlagen.

Grundsätzlich gilt, dass man aufpassen muss, das Baby nicht zu eng zu wickeln. Es geht darum, dem Baby Geborgenheit zu geben und es nicht abzuschnüren. Das Baby sollte in etwa so viel Spielraum haben, wie es beim Tragetuch der Fall ist, zudem ist wichtg, dass das Baby nur zu bestimmten Zeiten gepuckt wird, und nicht dauerhaft.

Wie wickle ich das Baby ein?

Beispielsweise kann man eine Ecke nach links schlagen und auf der linken Seite etwas "einklemmen". Die andere Ecke wird nach rechts rüber gezogen und hinter den Rücken geschlagen. Schließlich sollte man je nach Länge, das untere Teil der Decke unter die Füße schlagen. Ist die Decke zu lang, hat das Baby zu viel Stoff hinter dem Rücken, was nicht nur weniger bequem ist, sondern im Extremfall auch dem Rücken nicht gut tut. Man kann die Arme gerade neben dem Körper einwickeln, aber als erster Schritt -und besonders bei kleineren Babys- ist es wahrscheinlich besser, die Arme quer über die Brust zu legen, und sie so hineinzuwickeln. Diese Konstellation ähnelt der, in der das Babys in den letzten Schwangerschaftswochen in der Gebärmutter gehalten wurde.

Die Hände kann man bei Babys, die über drei Monate alt sind, ausserhalb der Decke lassen, damit das Kind an ihnen nuckeln kann. Eine weitere Möglichkeit, um mehr Freiheit für die Hände und Arme zu geben, besteht darin, eine Schulter nicht mit einzuwickeln und die Decke auf der linken oder rechten Seite unter die Achsel zu schlagen. Zusätzlich hilft auch, ein Stillkissen an den oberen Bettrand als Nestchen zu legen und das Baby so ins Bett zu legen, dass der Kopf direkten Kontakt mit dem Kissen hat.

Auch das gibt die vertraute Enge vom Mutterleib zurück. Das Pucken kann dem Kleinen am Anfang eventuell noch seltsam vorkommen. Sollte das der Fall sein, hilft es fast immer, wenn man den Zwerg (gepuckt) in den Arm nimmt. Die meisten Babys beruhigen sich gleich durch das Pucken. Fängt man mit dieser Technik gleich nach der Geburt an, kann man sie in wenigen Wochen zu einer relativ sicheren Methode etablieren, mit der das Baby in vielen Situationen beruhigt werden kann.

Video-Anleitung zum Pucken

Wann und wie lange pucke ich?

In der Regel puckt man Kinder zum Schlafen. Hierbei ist es vorteilhaft möglichst bald nach der Geburt damit zu beginnen, solange das Baby noch an die Gebärmutter gewöhnt ist.

Pucken wird ausdrücklich nur in den ersten Lebenswochen empfohlen. Danach wird das Baby mobiler, und kann sich im Schlaf selbst auf den Bauch drehen. Hier sollte man mit dem Pucken aufhören. Babys brauchen ab einem gewissen Alter genug Bewegungsfreiheit um strampeln zu können.

Kritische Meinungen zum Pucken

Es gibt aber auch durchaus kritische Stimmen, die meinen, das Baby werde durch´s pucken gefesselt, was prinzipiell dem kindlichen Bewegungsdrang widersprechen würde. Der nordrheinische Berufsverband für Kinder- und Jungendärzte warnt sogar deutlich vor dem Pucken. Ein zu enges Pucken birgt die Gefahr einer Überhitzung; es kann auch vorkommen, dass Kindern die zu eng eingewickelt sind, Nerven abgeklemmt werden, oder dass dadurch eher eine Hüftdysplasie entstehen kann als bei Kindern die nicht gepuckt werden.

Es wird zudem kritisiert, dass zu langes Liegen - auf dem Rücken - zu einer Abflachung des Hinterkopfes führen kann und die motorische Entwicklung des Babys beeinträchtigt.

Wann sollte nicht gepuckt werden?

Generell gilt, dass das Baby stets ausreichend Luft bekommen muss, d.h. der Brustkorb und Bauch braucht genügend Platz zum ausdehnen. Zudem ist jedes Kind anders, daher ist es wichtig auf die Reaktion des Babys zu achten. Fühlt sich das Baby gekuschelt und geborgen oder gibt es frustriert nach? Für manche ist diese Methode eben gut geeignet für andere hingegen nicht.

In folgenden Fällen sollte man auf´s Pucken gänzlich verzichten:

  • Bei Kindern mit Hüftschaden
  • Bei Babys mit Fieber (Überhitzungsgefahr!)
  • Bei warmen Umgebungstemperaturen (Überhitzungsgefahr!)

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