Polyzystisches Ovarialsyndrom

pcos
Eine der häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit.
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Eine der häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit.

Der wohl häufigste Grund für weibliche Unfruchtbarkeit, ist das polyzystische Ovarialsyndrom.

Europaweit sind etwa 5% bis 20% der Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen, wobei es teilweise regionale Unterschiede gibt.

Zum ersten Mal wissenschaftlich behandelt und benannt, wurde das polyzystische Ovarialsyndrom 1935, von Dr. Irving Stein und Dr. Michael Leventhal, zwei Gynäkologen aus Chicago, USA, die sich mit den möglichen Ursachen der weiblichen Unfruchtbarkeit befassten. Aus diesem Grund benannte man das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCO-Syndrom oder PCOS auch als Stein-Leventhal-Syndrom. Weitere Bezeichnungen sind chronische hyperandrogenämische Anovulation, abgekürzt mit CHA oder auch Polycistic Ovarian Disease, kurz PCOD.

Welche Symptome treten beim PCOS auf?

Dr. Stein und Dr. Leventhal stellten fest, dass das PCOS typische Symptome aufzeigt und teilweise auch äußerliche Merkmale ein Hinweis sein können.

Ihre Diagnosepunkte schlossen mit ein, dass stark übergewichtige Frauen tendenziell häufiger an PCOS erkranken. Bei diesen Frauen sei zudem eine Zunahme an Haarwuchs, vor allem im Gesicht zu erkennen. Die Eierstöcke sind vergrößert und weisen am Rand der Eierstöcke eine höhere Anzahl an Eibläschen auf, die sich fast wie eine Kette aneinander reihen. Weiterhin sei bei den Frauen regelmäßig ein Zyklus von 35 und mehr Tagen festzustellen.

Heute weiß man, dass bei nur wenigen Frauen mit PCOS alle Anzeichen gegeben sind und selbst Frauen, die kaum Anzeichen zeigen, erkrankt sein können.

Lesetipp: Für eine Unfruchtbarkeit liegt nicht selten ein anderer - oftmals unbewusster und unterschätzter - Grund vor, nämlich eine Infektion mit Chlamydien. 10% aller Frauen sind damit infiziert, mehr dazu in unserem Beitrag "Chlamydien in der Schwangerschaft".

Aber was ist PCOS denn nun genau?

Beim PCOS handelt es sich um eine hormonelle Störung bei der es zur vermehrten Ausschüttung männlicher Hormone kommt. Dadurch wird der weibliche Zyklus teilweise gestört oder sogar völlig ausgesetzt, so dass kaum noch oder kein Eisprung mehr stattfindet.

Bevor die Diagnose PCOS gestellt werden kann, gilt es mögliche anderen Störungen und Erkrankungen, mit ähnlichen Symptomen und Auswirkungen auszuschließen. Dies könnten Erkrankungen an der Hypophyse sein, die dadurch die Hormonproduktion in ein Ungleichgewicht bringen, aber auch in den Nebennieren und den Eierstöcken.

Da man heute weiß, dass nicht alle Frauen alle Anzeichen, die von Dr. Stein und Dr. Leventhal aufgezählt wurden erfüllt sein müssen, nimmt man als Grundlage für die Diagnosestellung drei Kriterien:
  • Es sind nachweislich höhere Konzentrationen an männlichen Hormonen vorhanden
  • In den Eierstöcken lassen sich acht oder mehr Zysten lokalisieren
  • Die Regelblutung findet nur mit langen Zeitabständen oder gar nicht mehr statt, da die Eisprünge ausbleiben, bzw. nur selten stattfinden.
Von diesen drei Punkten sind mindestens zwei erfüllt, handelt es sich tatsächlich um das PCOS.

Kann man PCOS behandeln?

Eine vollständige Heilung des PCOS ist, nach heutigem medizinischen nicht möglich. Jedoch gelingt es in einer sehr hohen Prozentzahl, den Zyklus wieder zu regulieren.

Frauen mit starkem Übergewicht, kann häufig bereits geholfen werden, wenn sie ihre Ernährung umstellen, Sport betreiben und ihr Gewicht reduzieren. Bei weit über 70% der Frauen setzt dann ohne medikamentöse Therapien bereits wieder der Eisprung ein und sie bekommen einen regelmäßigen Zyklus.

Ist das nicht der Fall oder die Frau ist nicht übergewichtig, hängt die Therapie vor allem damit zusammen, ob sie einen Kinderwunsch hegt.

Besteht dieser nicht, so kann die Gabe der Anti-Baby-Pille den Zyklus regulieren. Frauen mit Kinderwunsch, unterstützt man in der Regel durch Eisprung fördernde Hormontherapien.


[SyKo]

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