Auch Schwangeren ist es wichtig, bis zur Geburt möglichst attraktiv auszusehen. Gepflegte Fingernägel gehören dabei für viele Frauen unverzichtbar dazu. Doch viele fragen sich, ob bunter Lack und Nagellackentferner dem Baby schaden können und der Besuch im Nagelstudio womöglich erst nach der Geburt wieder erlaubt ist.
Vielleicht wünscht auch Du Dir schöne Nägel, hast aber Bedenken. Wenn Du einige Punkte beachtest, musst Du Dich nicht sorgen.
Da die Nagelplatte eines
Fingernagels nicht aus Hautgewebe, sondern aus Hornzellen besteht, ist
es eher unwahrscheinlich, dass die Inhaltsstoffe von Nagellacken beim
Auftragen in den Körper gelangen. Zwar gibt es über Risiken des
Nägellackierens in der Schwangerschaft keine anerkannten
wissenschaftlichen Untersuchungen, über aufgetretene Nebenwirkungen
ist jedoch ebenfalls nichts bekannt. Trotzdem solltest Du sicherheitshalber vermeiden, dass der Lack auf die Nagelhaut oder
unter den Nagel kommt.
Anders ist dies bei
organischen Lösungsmitteln wie Aceton, Phenol oder Trichlorenthylen,
die in vielen Nagellackentfernern enthalten sind. Werden diese
Stoffe in größeren Mengen inhaliert, können sie das
Fehlgeburtsrisiko erhöhen. Aus diesem Grund solltest Du in der
Schwangerschaft auf jeden Fall
nur acetonfreie Nagellackentferner
verwenden. Benutze so
wenig Nagellackentferner wie möglich und vermeide das Einatmen der
Dämpfe. Am besten Du verwendest den Entferner nur bei geöffnetem
Fenster und in gut belüfteten Räumen. Wasche Dir nach dem Entfernen
des Nagellacks gründlich die Hände, um Hautkontakt mit der Lösung
zu vermeiden.
Ein Besuch im Nagelstudio
muss in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich tabu sein. So
bestehen die häufig für Nagelmodellagen verwendeten Gel-Nägel aus
einem ungiftigen Kunststoff, der auch für Zahnfüllungen verwendet
wird. Der Klebstoff kommt ebenfalls aus dem medizinischen Bereich und
wird dort zum Beispiel zum Kleben von Platzwunden und Arterien
eingesetzt, so dass keine Gefahr besteht, mit giftigen Stoffen in
Berührung zu kommen. Daher raten viele Nageldesignerinnen während
der Schwangerschaft eher zu Gel- als zu Acrylnägeln. Bezüglich der
Lacke und der beim Modellieren entstehenden Dämpfe gilt dasselbe
wie beim Lackieren der Nägel in den heimischen vier Wänden: Gute
Belüftung muss auch hier immer gewährleistet sein.
Allerdings kann die
Hormonumstellung während der Schwangerschaft dafür sorgen, dass
sich
die Nagelsubstanz vorübergehend verändert. So werden die Nägel
bei manchen Frauen stabiler und schöner, bei anderen hingegen zeigt
sich eine verstärkte Brüchigkeit. Bei der Nagelmodellage kann es
zudem vorkommen, dass die Nägel gar nicht oder deutlich schlechter
halten als sonst.
Vor allem
wenn die Nägel
brüchiger werden, solltest Du sie grundsätzlich lieber kurz halten
und mit einer nagelpflegenden Handcreme geschmeidig halten, als sie
zusätzlich mit Nagellack oder künstlichen Nägeln anzugreifen. Wenn
Du einen Nagelhärter verwenden möchtest, darf dieser kein
Formaldehyd enthalten, da dieser Stoff als krebserregend gilt.
[BS]