Die Geschichte der Kleinen
Oper begann im Jahr 1990 im Theater von Schloss Wilhelmsbad bei
Hanau. Unter der Leitung von Otto Mayr, dem Begründer und Regisseur
der Kleinen Oper, der auch selbst als Schauspieler und Sänger auf
der Bühne steht, wurde die Uraufführung von „Bravo, bravo
Papageno" einer für Kinder neu inszenierten Version der
„Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart, zu einem
durchschlagenden Erfolg. Offenbar hatte die Idee, Kinder auf
unterhaltsame Weise mit den Themen und Motiven der klassischen Oper
vertraut zu machen, den Nerv der Zeit getroffen und stieß bei
Kulturliebhabern, Pädagogen, Eltern und vor allem bei den Kindern
selbst auf große Gegenliebe. Die gefüllten Konzertsäle der
folgenden Jahre und die leuchtenden Kinderaugen nach den Aufführungen
bestätigten das Opernprojekt in seinem Schaffen.
So folgten in den
darauffolgenden Jahren weitere Projekte, darunter eine
Kinder-Inszenierung von „Hänsel und Gretel“ oder „Der
Freischütz – in der Hölle ist der Teufel los“, eine freche
Adaption von Carl Maria Webers romantischer Oper aus der 1. Hälfte
des 19. Jahrhunderts. Aus Wilhelm Buschs Bildergeschichte um die
Lausbuben „Max und Moritz“ kreierte die Kleine Oper kurzerhand
ein fetziges Musical, in dem Rap, Tanz, knallige Kostüme und freche
Sprüche auf klassische Opernarien aus Bizets „Carmen“ oder
Mozarts „Don Giovanni“ treffen. Häufig werden die Kinder dabei
auch mal ganz unkonventionell ins Geschehen mit einbezogen und dürfen in
einigen Aufführungen zum Finale selbst auf die Bühne kommen und
mittanzen.
„Die Zauberflöte -
Bravo, bravo Papageno“, die „kleine“ Bearbeitung der
klassischen Mozart-Oper, erwies sich dabei als besonderer
Publikumsliebling und wird nach einer Rekordtournee in den Jahren
2001 bis 2003 seit September 2010 erneut vor ausverkauften Häusern
gespielt. Neben ihren liebevollen Bearbeitungen der alten Stoffe
überzeugt die Kinderoper auch durch ihr hohes musikalisches Niveau.
Denn schon lange ist eine klassische Gesangsausbildung die
Voraussetzung, um als Darsteller für das Bad Homburger Musiktheater
auf der Bühne stehen zu dürfen.
Unter dem Motto „Bildung
durch Unterhaltung“ ist es das erklärte Ziel der Kleinen Oper,
Kindern ab 5 Jahren klassische Musik auf spannende und altersgerechte
Art und Weise nahe zu bringen und dabei die kulturelle Bildung zu fördern. Die Antwort der Kleinen Oper auf die PISA-Studie war daher
die Gründung des Papageno-Bildungsfonds, der seither
Kultureinrichtungen mit begrenzten Haushaltsmitteln bei der
Finanzierung eines Auftritts der Kleinen Oper in ihren Räumlichkeiten
unterstützt.
Im Herbst 2011
beabsichtigt Gründer Otto Mayr übrigens, sich nach über 20 Jahren
aus dem stressigen Produktionsablauf der Kleinen Oper zurückzuziehen.
Seine Aufgaben übernimmt dann Ingrid El Sigai, langjährige
Sopranistin und Schauspielerin der Kleinen Oper.
[BS]