Geschmacksprägung: So bringen wir Kinder auf den Geschmack

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Kinder lieben Süßigkeiten.
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Kinder lieben Süßigkeiten.

Kinder und Schokolade - ein bekanntes Bild

Der Geschmackssinn eines Kindes wird in der Kindheit geprägt, ein Leben lang beibehalten und bestimmt im Erwachsenenalter die Wahl der Lebensmittel. Sehr oft liegt in der frühkindlichen Geschmacksprägung die Ursache für spätere Gemüseverweigerer oder die Vorliebe für besonders süß und salzig.

Durch das Bewußtwerden dieser Zusammenhänge können Eltern ihren Kindern leichter die Grundlage für eine gesunde Ernährung mitgeben. Denn Kinder, die in der frühen Kindheit kaum gesüßte, stark gewürzte oder aromatisierte Speisen zu essen bekommen, wählen später häufiger frische und naturbelassene Lebensmittel.

Lesetipp: Der Ernährungsplan für Babys.

Geschmacksprägung beginnt bereits im Mutterleib

Die erste entscheidende Prägung für das Geschmackserleben findet schon im Mutterleib statt. Denn bereits das Fruchtwasser schmeckt nach dem, was die Mutter isst. Manche Aromastoffe in der Nahrung gelangen über die Nabelschnur zum Baby und geben dem Fruchtwasser einen individuellen Geschmack. Täglich trinkt das Ungeborene zwischen 200 und 270 Milliliter Fruchtwasser und gewöhnt sich so bereits an den für die Mutter typischen Geschmack.

Das spätere Essverhalten der Kinder kann in der Schwangerschaft bewusst geprägt werden, mit reichlich Obst und Gemüse. Studien haben gezeigt, dass Babys, deren Mütter in der Schwangerschaft Karottensaft zu sich nahmen, später auch Karottenbrei bevorzugten.

Muttermilch oder Flaschennahrung?

Wie prägt die Milch den Geschmack des Kindes? Babys, die mit der Flasche gefüttert werden, haben immer denselben Geschmack und dies wirkt prägend. Neue Geschmacksrichtungen werden zuerst meist abgelehnt. In der Muttermilch hingegen variiert der Geschmack und somit ist das Kind von vornherein an eine breite Geschmacksvielfalt gewöhnt.

Babys, die leicht bitter schmeckende Nahrung bekommen, bevorzugen später den bitteren Geschmack stärker als andere Kinder. Babys, die aromatisierte Speisen bekommen, bevorzugen ihr Leben lang jenes Aroma.

Tipp: Babys sollten aus gesundheitlichen Gründen besser keine aromatisierten Speisen wie etwa Brei, Pudding oder Milch bekommen.

Beikost: Ein weiteres Geschmackserlebnis

Bei der Beikost gilt das Gleiche wie bei der Milch: Wenn Babys ausschließlich von ähnlich schmeckender Gläschenkost ernährt werden, akzeptieren sie neue Geschmacksrichtungen nur schwer. Ein selbst gekochter Brei hingegen schmeckt immer etwas anders und das Kind gewöhnt sich an eine Geschmackvielfalt.

Tipp: Babys sollten möglichst viele verschiedenen Geschmacksnuancen kennenlernen. Zur Gänze sollte nicht auf selbstgekochten Brei verzichtet werden.

Den Geschmackssinn schulen

Der Geschmackssinn eines Babys läßt sich leicht auf süß und intensiv schulen, denn sie nehmen Lebensmittel bereits als süß wahr, die für uns nach wenig schmecken wie zum Beispiel Reisbrei. Die meisten Babys, die noch keine aromatisierten oder gesüßten Speisen bekommen haben, essen Reisbrei gerne.

Aber ein Baby gewöhnt sich sehr rasch an gesüßte beziehungsweise aromatisierte Speisen und behält diese Prägung dann ein Leben lang bei.

Tatsächlich ernähren sich Kinder, welche als Babys keine Aromen und Süßungsmittel erhalten haben, später eher gesund. Hingegen Kinder, die schon früh sehr süße Speisen erhalten haben, verlangen auch später vermehrt nach Süßigkeiten.

Tipp: Auch wenn Babys von süßem Brei vielleicht mehr essen, sollten Eltern ihnen keinen gesüßten oder aromatisierten Brei geben (bei gekauftem Brei immer auf dem Etikett nachlesen). Denn Aromen prägen nicht nur den Geschmack, sie können auch Allergien auslösen.

Auf künstliche Aromen verzichten

Künstliche Aromen und Geschmacksverstärker verhindern die Entwicklung einer Geschmacksvielfalt. Der menschliche Geschmackssinn gewöhnt sich sehr rasch an stark gewürzte, salzige und intensive Speisen. Für Kinder, deren Geschmack an intensive und künstliche Aromen gewöhnt ist, schmeckt Obst, Salat, Gemüse, Naturjoghurt und alle wenig gewürzten Speisen einfach langweilig. Doch die Vielfalt des Geschmackserlebens kann nur erworben werden, durch das Kosten unterschiedlichster frischer Lebensmittel. Zudem ist die Aromenvielfalt bei stark verarbeiteten Lebensmitteln viel geringer als bei frischen.

Für Kinder, deren Geschmack geprägt ist von Aromen und Geschmacksverstärkern, ist der Weg zu einer gesunden Ernährung immer ein schwieriger. Denn natürliche Lebensmittel werden nie so intensiv schmecken.

Tipp: Zumindest eine Mahlzeit am Tag sollte ausschließlich aus frischen und natürlichen Lebensmittel zubereitet werden. Idealerweise bekommen Babys und Kleinkinder keine künstlichen Aromen und Geschmacksverstärker zu essen, insbesondere nicht zu den Hauptmahlzeiten.

Kinder lieben Süßigkeiten

Der Geschmack von fett und süß: Das lieben Kinder. Sie haben eine angeborene Vorliebe für süß. Zudem reagieren sie auf einen neuen Geschmack bei fettigen Produkten mit einer rascheren Akzeptanz als bei fettarmen Produkten. Das heißt, süße und fette Speisen sind die Lieblingsspeisen von fast jedem Kind.

Aber auch hier kann sich das Umfeld negativ auswirken und die Vorlieben für besonders süße und fette Speisen verstärken, wenn häufig Fertiggerichte und Fast Food gegessen werden.

Tipp: Die Vorliebe für fettige Speisen kann auch positiv eingesetzt werden, indem das Gemüse oder die Vollkornspeise mit gesundem Pflanzenöl angerichtet wird.

Fazit: Sowohl für das Geschmackserleben als auch für die Gesundheit der Kinder ist es wichtig, dass Eltern gesunde Speisen zubereiten und darauf achten, dass die Kleinen eine große Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten kennenlernen.

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