Fehlgeburt – mögliche Ursachen und Risikofaktoren

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Selbstzweifel sind häufig
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Selbstzweifel sind häufig

Bei Fehlgeburten unterscheidet man zwischen Frühaborten vor der 12. Schwangerschaftswoche (SSW), die relativ häufig vorkommen und den selteneren Spätaborten.

Hat der Fötus bereits ein Gewicht von mehr als 500 Gramm, spricht man von einer Totgeburt. Bei einer Fehlgeburt fragen sich viele Frauen, was die Gründe für diesen als schmerzlich empfundenen Verlust ihres Kindes sind - und ob sie dessen Tod womöglich sogar durch irgendein Fehlverhalten selbst mitverschuldet haben. Vor allem in frühen Schwangerschaftsstadien sind die Ursachen eines Aborts jedoch vielfältig und nicht immer klar zu benennen.

Ursachen für einen Abort in den ersten 6 Wochen

Man geht davon aus, dass vor allem in den ersten sechs Wochen häufig genetische Defekte des Embryos Ursache für einen Abort sind. Wäre die befruchtete Eizelle nicht lebensfähig, wird sie vom Körper in diesem frühen Stadium relativ schnell wieder abgestoßen. Oft ehe die Frau überhaupt wusste, dass sie schwanger war. Man geht davon aus, dass bis zu 50 Prozent der Eizellen aufgrund von Defekten nach der Befruchtung wieder absterben, was in vielen Fällen jedoch nicht bemerkt und mit der normalen Regelblutung verwechselt wird. Das Fehlgeburtsrisiko bzw. die statistische Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt sinkt mit fortgeschrittener Schwangerschaft. Nach der vollendeten sechsten Schwangerschaftswoche ist das Fehlgeburtsrisiko auf etwa 12 Prozent gesunken. Am Ende der Frühschwangerschaft, nach der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche, liegt es nur noch bei rund 4 Prozent.

Nach 6 Wochen

Anatomische und hormonelle Ursachen seitens der Mutter können vorliegen, wenn die Fehlgeburt zu einem späteren Zeitpunkt auftritt. So können angeborene Gebärmuttermissbildungen oder Myome (gutartige Tumore) in der Gebärmutter, aber auch Entzündungen oder Verklebungen die Einnistung einer Eizelle verhindern. Vor allem bei wiederholten Fehlgeburten kann eine Schwäche des Gebärmutterhalses (Zervixinsuffizienz), teils in Verbindung mit einer Bindegewebsschwäche, der Grund dafür sein, dass die Schwangerschaft von der Gebärmutter nicht lange genug „gehalten“ werden kann.

Gelbkörperhormonschwäche als Ursache

Möglich sind auch hormonelle Ursachen wie eine Gelbkörperhormonschwäche. In den Eierstöcken bildet sich nach dem Eisprung das Gelbkörperhormon Progesteron, das dafür sorgt, dass die Schwangerschaft aufrechterhalten wird. Ist zu wenig von diesem Hormon vorhanden, stößt die Gebärmutter die befruchtete Eizelle als Fremdkörper ab. Eine unentdeckteSchilddrüsenerkrankung zählt ebenfalls zu den hormonellen Gründen für einen Abort. Die Behandlung dieser Störungen, beispielsweise durch die zusätzliche Einnahme von Progesteron, sorgt oftmals dafür, dass erneute Schwangerschaften erfolgreich ausgetragen werden können, wenn die hormonellen Probleme als Ursachen einer ersten Fehlgeburt erkannt wurden.

Bakterielle, virale oder parasitäre Infektionen

Bakterielle, virale oder parasitäre Infektionen, die in die Gebärmutter aufsteigen, gelten als häufige Auslöser von Fehlgeburten. Vor allem bakterielle Infektionen, deren Entstehung durch unbehandelte Pilzinfektionen begünstigt werden kann, lassen sich durch eine regelmäßige Kontrolle des pH-Wertes der Scheidenflora mit einem in der Apotheke erhältlichen Testhandschuh frühzeitig erkennen. Chlamydien, Listerien, Toxoplasmose oder das Rötelnvirus gelten als relativ bekannte Erreger, die in der Schwangerschaft Schaden anrichten können.

Diabetes oder immunologische Erkrankungen

Ein hoher Risikofaktor sind zudem chronische Erkrankungen wie starker Diabetes, Störungen der Blutgerinnung oder immunologische Erkrankungen der Mutter und allgemein die meisten anderen organischen Leiden. Akut auftretende Krankheiten wie Grippe oder sonstige Infekte, vor allem wenn sie mit hohem Fieber verbunden sind, können ebenfalls vorzeitige Wehen oder eine Fehlgeburt auslösen.

Missbildungen der Spermien

Entgegen früherer Annahmen können auch Missbildungen des Spermas und von väterlicher Seite weitergegebene genetische Störungen Ursache für eine Fehlgeburt sein. Gelten Frauen unter 18 und über 35 Jahren schon lange als tendenziell gefährdeter für einen Abort, sieht man ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten laut neuerer Studien auch durch ein fortgeschrittenen Alter des Vaters (40+) gegeben. Vorsicht ist allerdings auch geboten bei bestimmten Formen der Pränataldiagnostik wie Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie, Untersuchungen bei denen Gewebe aus der Bauchdecke entnommen wird und die bevorzugt älteren Schwangeren angeboten werden. Aber auch Unfälle oder körperliche Gewalt gegen die Schwangere können eine Fehlgeburt verursachen.

Das Fehlgeburts-Risiko minimieren

Lenbensweise anpassen

Allgemein lässt sich sagen, dass eine Fehlgeburt vor allem in den ersten 12 Wochen theoretisch immer vorkommen kann und in den wenigsten Fällen durch ein Fehlverhalten der Mutter verschuldet wurde. Lediglich einige Faktoren, die das Risiko für Fehlgeburten stark erhöhen, sollten von Frauen dringend vermieden werden. Dazu gehören unter anderem Nikotin- und Alkoholkonsum, die Einnahme bestimmter Medikamente oder Drogen. Bestimmte Sportarten können in der Schwangerschaft ebenfalls zu belastend sein und einen Riss in der Fruchtblase verursachen. Bei sportlicher Betätigung in der Schwangerschaft ist es daher ratsam, in Absprache mit dem Arzt eine geeignete und risikoarme Sportart zu wählen.

Stress reduzieren

Darüber hinaus sollten Schwangere, um das Risiko einer Fehlgeburt möglichst zu verringern, daran denken, besonders belastende psychosoziale und körperliche Stressfaktoren auszuschalten. Ein normales Maß an Stress, zum Beispiel bei Berufstätigen, gilt als unschädlich. Allerdings sollte man sich genug Zeit für sich selbst nehmen und außergewöhnliche psychische Belastungen soweit wie möglich einschränken, um das Gefühl der Überforderung zu vermeiden.

Dauerhafter negativer Stress begünstigt nicht nur die Anfälligkeit für Infekte, die in der Schwangerschaft gefährlich werden können, sondern kann auch die Produktion des für die Fortführung der Schwangerschaft wichtigen Gelbkörperhormons verringern.

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