Die Geschichte des Karnevals in Köln

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Gute Laune bei den Narren
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Gute Laune bei den Narren

Im Jahr 343 nach Christus erklärte der römische Kaiser Konstantin das Christentum im gesamten römischen Reich zur Staatsreligion. Trotz ihres Einflussbereiches wusste die Kirche jedoch auch, dass ein Verbot heidnischer Bräuche, die Menschen nicht zu gläubigeren Christen machen würde. So verlegte man einfach den Zeitraum der Festlichkeiten auf die zehn Tage vor Beginn der Fastenzeit, die zu Ostern endet. Die Menschen sollten noch einmal all dem frönen können, was ihnen in den folgenden Wochen verboten war. 

Obwohl nun diese Feiern, im christlichen Sinne, durch die Geister- und Dämonenvertreibung heidnischen Ursprungs waren, beteiligte sich insbesondere in Köln auch die Kirche an den Feierlichkeiten. Es entwickelten sich dabei sogar eigene Bräuche. So wählten die Priester aus ihrer Mitte einen Narrenbischof und einen Narrenpapst, die dann in belustigender Ehrerbietung auf einem Esel durch die Kirchen ritten.

Dennoch kam es immer wieder zu Verboten einzelner Karnevalstraditionen. Nicht durch die Kirche, sondern den Stadtrat selbst. Trotzdem gelang es nicht, dem tollen Treiben ein Ende zu setzen und in den folgenden Jahrhunderten richteten sich Ausmaß und Ausführung der Karnevalsfestivitäten nach der jeweils Ton angebenden Gesellschaftsschicht. Im 17. Jahrhundert waren dies die Handwerkszünfte. Sie übernahmen wieder verstärkt die ursprünglichen Bräuche, wussten jedoch auch, dass die Oberschicht nicht bereit sein würde, den Rollentausch zwischen Herren und Dienern mitzumachen. So entwickelte sich quasi als Ersatz eine Art Posse, bei der Gruppen gut gelaunter Menschen von Platz zu Platz zogen und satirische Reden auf die Obrigkeit hielten. Waren die Schaulustigen aller Gesellschaftsschichten belustigt und zufrieden, erhielten die Spieler Geschenke in Form von Münzen, Nahrung und auch Kleidung.

Im Jahr 1822/23 wurde schließlich das „Festordnende Komitee“ gegründet. Dieses Komitee, das vorrangig aus Bürgern und Gelehrten der oberen Gesellschaftsschicht bestand, machte es sich zur Aufgabe, den Karneval in seinen alten Traditionen wiederzubeleben. Der vom Komitee im Jahr 1823 erstmals ausgerichtete Rosenmontagsumzug stand unter dem Motto „Thronbesteigung des Helden Carneval“. Der „Held Carneval“ entwickelte sich schnell zum „Prinzen Karneval“. In den kommenden Jahren wurden ihm schließlich auch die „Kölner Jungfrau“ und der „Kölner Bauer“ an die Seite gestellt. Die Kölner Jungfrau war im übrigen, außer in den Jahren 1938 und 1939, immer ein Mann in Frauenkleidern. In den beiden genannten Jahren wurde dies unter dem Druck der NSDAP, die darin eine Verherrlichung der verpönten Homosexualität sah, verändert. Die Prinzengarde kam letztendlich erst Anfang des 20. Jahrhunderts zu den Traditionen hinzu und begleitet seither den „Kölner Prinzen“, die „Kölner Jungfrau“ und den „Kölner Bauern“.

Wie auch in Köln feierte man in all den Jahrhunderten vielerorts in Deutschland den Karneval als Fest mit keltisch-germanischer und römischer Prägung. Unter den wechselnden Einflüssen strenger kirchlicher und weltlicher Herrscher konnte jedoch kaum eine Stadt so konsequent an den alten Karnevalstraditionen festhalten wie Köln. In ganz Deutschland war dies erst ab etwa dem 19. Jahrhundert wieder möglich.

[SyKo]


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Fasching, Karneval
Verbot des Karnevals
Der Karneval wurde mehrmals in seiner Geschichte verboten. So erging im Jahr 1341 beispielsweise ein Erlass der Kölner Stadtväter, dass die öffentliche Bezuschussung, die die Stadt bis dahin dem Karneval zudachte, eingestellt wird. Begründung war, dass sich Diebe und andere Gauner verkleidet leichter unter das Volk mischen konnten, um ihr Unwesen zu treiben. 

Als im Jahr 1794 Köln unter französische Herrschaft fiel, wurde der Karneval zunächst einmal verboten. Bald merkte man jedoch, dass sich das bunte Treiben nur von den öffentlichen Straßen in die Wirtshäuser und Privathaushalte verlegte. So wurde bereits 1801 das Verbot des Karnevals wieder aufgehoben. 
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