Bauchtanz in der Schwangerschaft
Tanzen als Geburtsvorbereitung? Auch wenn Dir diese Vorstellung vielleicht zunächst etwas sonderbar vorkommen mag, erfreuen sich alternative Angebote zur Geburtsvorbereitung immer größerer Beliebtheit. Relativ neu ist die Entdeckung von Elementen des orientalischen Bauchtanzes als
ganz besonderer Form der Schwangerschaftsgymnastik. Freude an der Bewegung und Verbesserung des Körpergefühls verbinden sich hierbei mit einem nützlichem Training von Muskulatur und Atmung in Hinblick auf die bevorstehende Geburt.
Etwas Spaß am Tanzen und
an rhythmischer Bewegung solltest Du als Teilnehmerin an einem
Bauchtanz-Kurs für Schwangere natürlich auf jeden Fall mitbringen.
Vorkenntnisse im Bauchtanz braucht man jedoch keine. Die meisten
Kursangebote richten sich auch an Schwangere ohne
Bauchtanz-Erfahrung, können jedoch natürlich auch von Frauen mit
Vorwissen besucht werden.
Die Kurse werden sowohl
von Hebammen und Physiotherapeutinnen angeboten, die Elemente aus dem orientalischen Tanz in ihre Geburtsvorbereitung integrieren, als auch
von Tanzlehrerinnen, die sich zusätzlich in Geburtsvorbereitung
geschult haben. Eine Ausbildung der Kursleiterin im Umgang mit
Schwangeren ist wichtig, da gerade beim Bauchtanz nicht alle Übungen
und Figuren für die Schwangerschaft geeignet sind. Die eingeübten
Bewegungen sollten stets weich und fließend sein, ruckartige und
heftige Tanzfiguren sowie alle Arten von Bodentanz dürfen nicht
ausgeführt werden. Bauchtanz-Kurse für Schwangere werden ab der 18.
Schwangerschaftswoche (SSW) angeboten. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass keinerlei
Risiko für eine Frühgeburt besteht. Beachtet man einige
Vorsichtsmaßnahmen, kann Bauchtanz in der Schwangerschaft eine
bereichernde und erfüllende Betätigung sein, die das körperliche
Wohlbefinden steigert.
So stärkt das Tanzen die
für Schwangerschaft und Geburt wichtige Muskulatur des Rückens, der
Oberschenkel, des Bauchs und des Beckens, regt den Kreislauf an und
fördert die bewusste Wahrnehmung der eigenen Atmung. Durch die
kreisenden Hüftbewegungen wird die Beckenmuskulatur beweglicher und
die Frauen werden allgemein dehnbarer, ausdauernder und mobiler. Das
häufige Auf- und Abrollen der Waden beim Tanzen fördert außerdem
den Blutrückfluss und hilft so gegen Venenprobleme und
Krampfadern, unter denen viele Schwangere leiden.
Da Frauen sich in der
fortgeschrittenen Schwangerschaft häufig dick und unbeweglich
fühlen, kann das Tanzen ihnen zu einem gesünderen Körperbewusstsein
verhelfen und ihr Selbstwertgefühl stärken. Auch die Angst vor
Kontrollverlust bei der Geburt kann durch die gezielte Beschäftigung
mit dem eigenen Körper und das Erkennen und Steigern der eigenen
Leistungsgrenzen positiv beeinflusst werden.
Bei allen Vorzügen, die
Bauchtanz zur Schwangerschaftsbegleitung aufweist, muss man jedoch
auch erkennen, was Kurse dieser Art nicht bieten können. So ersetzt
Bauchtanz beispielsweise keine gezielte Atemarbeit zur Vorbereitung
der einzelnen Geburtsphasen. Vor allem als Erstgebärende solltest Du
daher auf jeden Fall einen herkömmlichen Geburtsvorbereitungskurs
besuchen, in dem nicht nur auf den Umgang mit Wehen, sondern auch auf
die spätere Pflege des Neugeborenen vorbereitet wird. Einen
Bauchtanz-Kurs kannst Du, wenn es nicht zuviel Stress bedeutet,
gegebenenfalls noch zusätzlich belegen.
Da die Kursgebühren für
Bauchtanz selbst bezahlt werden müssen, ist mit Kosten von circa 50
bis 80 Euro für 5 bis 10 Sitzungen zu rechnen.
[BS]