Soll der Vater bei der Geburt dabei sein?

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Soll der Partner bei der Geburt unterstützen? Eine wichtige Frage.
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Soll der Partner bei der Geburt unterstützen? Eine wichtige Frage.

Geburt: Die meisten Väter sind live dabei

Seit den 80er Jahren ist üblich, was früher undenkbar war: Die meisten werdenden Väter sind bei der Geburt live dabei. Gemeinsam mit der Frau stehen sie die Wehen durch, unterstützen sie so gut es geht und erleben den ersten Atemzug ihres Kindes mit.

Doch was ist, wenn der Vater Angst davor hat, bei der Geburt dabei zu sein? Es fällt fast unter ein gesellschaftliches Tabu, wenn ein Mann lieber außerhalb des Kreißsaals warten will. Auch eine Frau, die statt des Partners lieber ihre Mutter oder Freundin an ihrer Seite haben möchte, traut sich kaum, diesen Wunsch auszusprechen. Es wurde zur gesellschaftlichen Norm, dass eine Gebärende von ihrem Partner unterstützt werden will und dass dieser auch unbedingt bei der Geburt seines Kindes dabei sein soll.

Willst Du Deinen Partner wirklich dabeihaben?

Auch wenn heutzutage über 80 Prozent der Väter bei der Geburt ihres Kindes anwesend sind, solltet Ihr gemeinsam darüber nachdenken, was Euch am liebsten ist: Willst Du Deinen Partner an Deiner Seite haben, soll Dich Deine Freundin unterstützen oder willst Du lieber mit der Hebamme alleine sein? Gib auch Deinem Partner die Möglichkeit, offen über seine Ängste zu sprechen. Ein Mann, der eher erzwungen im Kreißsaal sitzt, wird Dich kaum gut unterstützen können.

Die Geburt ist auch für Männer eine Herausforderung

Für Männer ist die Situation im Kreißsaal nicht leicht: Als Beschützer der Familie sind Männer es gewohnt, in ernsten Situationen zu handeln. Das ist genau das, was sie im Kreißsaal nicht tun sollen. Der Mann soll brav dasitzen und tatenlos miterleben, wie Du Schmerzen hast.

Was spricht gegen die Anwesenheit Deines Partners?

Männer werden von der Situation im Kreißsaal oft überfordert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Mann kaum darauf vorbereitet wird, was auf ihn zukommt. Eine Geburt ist sehr schmerzhaft und blutig. Wenn Dein Partner kein Blut sehen kann, ist er im Kreißsaal sicher fehl am Platz.

Eine Geburt dauert: Manchmal nur ein paar Stunden, aber gerne auch 36 Stunden. Ein Mann sollte also wissen, dass er nicht nur kurz zwei Stunden lang Händchen halten muss, sondern dass eine Geburt Zeit braucht. Gleichzeitig sollte sich der Partner darauf einstellen, dass auch eine ruhige und schüchterne Frau bei einer Geburt viel schreien und fluchen kann. Außerdem kann es auch zu einem Notkaiserschnitt oder einer Geburt mit Saugglocke kommen.

Männer müssen wissen, was auf sie zukommt

Überforderte Männer behindern die Geburt eher, als dass sie sie unterstützen. Besserwisserisches Verhalten hilft einer gebärenden Frau nicht. Auch Sätze wie "So, jetzt streng Dich mal an!" werden die Geburt nicht beschleunigen, sondern wirken demotivierend und üben Druck auf die gebärende Frau aus.

Manche Bilder vergisst Mann nicht

Wenn ein Mann am Fußende des Bettes sitzt und den Geburtsprozess genau beobachtet, ist das für das spätere Sexleben nicht unbedingt förderlich. Auch Du solltest Dir genau überlegen, ob Du Deinen Partner dabei haben willst. Vielleicht kannst Du einfach besser loslassen, wenn Dein Partner draußen wartet und die Geburt nicht so genau mitbekommt.

Was spricht für die Anwesenheit des Partners?

Eine Geburt ist ein einmaliges Ereignis. Das gemeinsame Erleben dieses besonderen Moments schweißt zusammen und bleibt unvergesslich. Der Vater fühlt sich nicht ausgeschlossen, sondern war ab der ersten Sekunde des Lebens seines Kindes mit dabei. Er kann die Nabelschnur durchtrennen und somit den letzten Schritt zum eigenständigen Leben des Babys machen.

Abgesehen von dem Moment, an dem Dein Kind das Licht der Welt erblickt, kann Dich Dein Partner auch in der Zeit der Wehen unterstützen. Er kann Dir die Stirn mit einem feuchten Tuch abtupfen, bei Bedarf Getränke oder Essen holen und Dich bei der Atmung unterstützen.

Gemeinsam in den Geburtsvorbereitungskurs gehen

Im Geburtsvorbereitungskurs lernt er außerdem, wie er Dich massieren kann, um Dir die Wehen zu erleichtern. Bei einem Spaziergang im Park des Krankenhauses kann er Dich begleiten und Dich bei den Wehen stützen. Außerdem motiviert er Dich, hält Deine Hand während den Schmerzen und hilft Dir dabei, alles durchzustehen.

Freiwillig - ist das Zauberwort

Vorraussetzung dafür ist, dass er freiwillig mitkommt und nicht nur, weil Du oder jemand anders es so erwartet. Auch Du solltest Deinen Partner wirklich dabei haben wollen. Ihr solltet vorher offen über alles sprechen, sodass er auch die Möglichkeit hat, den Raum während der Geburt ohne schlechtes Gewissen zu verlassen, um einen Kaffee zu trinken. Gleichzeitig solltest Du auch das Recht haben, ihn rauszuschicken, wenn Du doch alleine sein willst.

Gute Vorbereitung ist alles

Damit Dein Partner Dich bei der Geburt auch unterstützen kann, sollte er gut vorbereitet sein und wissen, was bei einer Geburt alles passiert. Es gibt mittlerweile Geburtsvorbereitungskurse für Männer. Dort erfahren Männer, was genau passiert und welcher Anblick sie bei einer PDA oder einem Kaiserschnitt erwartet.

Lesetipp: Anzeichen, dass die Geburt losgeht.

Tipps für den Vater

In jedem Buch über Geburt und Schwangerschaft steht, wie man die Kliniktasche packen soll. Doch nur selten wird darauf eingegangen, was ein Mann mitnehmen sollte. Hier haben wir einige Tipps, was man(n) im Kreißsaal brauchen kann:
  • Selbstaufblasende Matratze und Decke: Im Kreißsaal gibt es für den Mann keine Möglichkeit, sich hinzulegen. Bei einer langen Geburt ist eine kleine Schlafgelegenheit gold wert.
  • Geladener Handyakku: Natürlich will man nach der Geburt die frohe Botschaft verkünden können. Aber gerade bei längeren Geburten tut es sicher gut, wenn der Vater zwischendurch mit einem Freund oder der Familie telefonieren kann.
  • Sitzgelegenheit neben dem Kopf der Frau: Oft stehen die Stühle im Kreißsaal am Fußende des Bettes. Wenn der Mann am Kopfende sitzt, kann er Dich nicht nur besser bei der Geburt unterstützen, sondern ihm bleibt auch der genaue Blick auf den Geburtsvorgang erspart. Das Sitzen hat noch einen weiteren Vorteil: Im Fall einer Ohnmacht fällt Dein Partner nicht so tief.

Lesetipp: Drei Phasen der Geburt.

Ehrlich sein

Am wichtigsten ist es, dass Ihr ehrlich zueinander seid. Wenn Ihr Euch gut auf die Geburt vorbereitet, alle Eventualitäten durchsprecht und es keine Tabuthemen gibt, weiß jeder genau, was der andere will. Entschließt Ihr Euch schließlich dazu, dass Dich Dein Partner begleitet, kann es ein wunderbares Erlebnis für Euch beide sein. So erlebt Ihr nicht nur die Schwangerschaft gemeinsam, sondern auch den Beginn des neuen Lebens zu dritt.

(JS)

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