Räumliches Denken: Entwicklung des räumlichen Vorstellungsvermögens

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Ich seh Dich nicht, also siehst Du mich nicht
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Ich seh Dich nicht, also siehst Du mich nicht

Gutes Sehen ist wichtig für die körperliche, geistige und soziale Entwicklung. Oft fragen sich Eltern, ob ihr Baby nach der Geburt überhaupt schon sehen kann.

Ja, kann es.

Etwas unscharf zwar, aber es unterscheidet Hell-Dunkel-Kontraste und grobe Formen. Farben kommen erst später hinzu. Am schärfsten sieht das Baby bei einer Entfernung von 20-25 Zentimetern. Das entspricht der Entfernung seines Gesichts von dem seiner Mutter während des Stillens. Räumliches Sehen kommt erst später hinzu.

Sehen lernen

Sehen ist gar nicht so leicht. Das Gehirn muss erst lernen, die Daten zu verarbeiten und in sinnvolle Informationen umzuwandeln. Zwischen dem 2. und 3. Monat kann das Kind die Umrisse der Augen oder des Mundes bei den Eltern erkennen. Dann haben sich die Linse und die Muskeln im Auge weitgehend stabilisiert. Das Kind kann schärfer sehen. Sehschärfe und Augenkoordination bilden sich Stück für Stück weiter aus und werden dank äußerer Sinneseindrücke trainiert. Mit 6 Monaten entwickelt sich das beidäugige Sehen. Die von beiden Augen gelieferten Informationen können nun vom Gehirn zu einem Bild zusammengefügt werden – der Startschuss für das räumliche Sehen ist gefallen.

Greifen lernen

Das Baby beginnt, nach Dingen zu greifen, die es sieht. Nach etwa 7 Monaten hat das Baby 30% des Sehvermögens eines Erwachsenen erreicht. Es kann Gegenstände außerhalb seiner Reichweite sehen und streckt seine Hände danach aus. Das Interesse an seiner Umwelt wächst. Die Augen werden häufiger als "Forschungswerkzeug" eingesetzt. Mit 8 Monaten kann es bereits Feinheiten im Gesicht erkennen - fremde und bekannte Gesichter können unterschieden werden. Ein einjähriges Kind besitzt bereits 50% der Sehschärfe eines Erwachsenen. Das räumliche Sehen festigt sich mit zunehmender Koordinationsfähigkeit der Augen in den nächsten Jahren. Im 2. und 3. Lebensjahr nimmt die Sehschärfe noch einmal erheblich zu und das Gesichtsfeld erweitert sich. Erst zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr entspricht das kindliche Sehvermögen dem eines Erwachsenen.

Die neu entwickelte räumliche Vorstellungskraft wird von den Kleinen spielerisch weiter gefördert:

  • Ein- und Ausräumen verschiedenster Gegenstände in Boxen (räumliches Vorstellungsvermögen)
  • kleine Türmchen bauen (vertikales Vorstellungsvermögen)
  • Züge bauen (horizontales Vorstellungsvermögen)
  • Zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr tauchen räumliche Präpositionen (in, auf, unter) im Sprachgebrauch auf
  • Störanfälligkeit des Sehvermögens

    • Das Sehvermögen ist während seiner Entwicklung sehr empfindlich und störanfällig. Riskant: Sieht ein Auge schlecht, wird es immer weniger am Sehvorgang beteiligt. Dadurch wird es immer schlechter und das Kind kann nicht lernen, räumlich zu sehen. Kinder können aber nicht sagen, dass sie schlecht sehen. Zum einen kennen sie es ja nicht anders, zum anderen sind ihnen noch nicht die sprachlichen Möglichkeiten gegeben. Also müssen die Eltern aufmerksam sein. Ist das Kind unsicher beim Greifen, hält es den Kopf schief, schielt es oder reibt es sich häufig die Augen, müssen die Eltern die Ursachen von einem Arzt schleunigst abklären lassen.


      Weitere Warnzeichen sind:

      • große Augen
      • eine getrübte Hornhaut
      • Lichtscheuheit
      • keine Reaktion auf Lichteinfall
      • Lidveränderungen
      • zitternde, entzündete, gelbliche oder tränende Augen


      Zu den Sehschwächen zählen: Schielen , Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmung. Schielen kann bereits mit 5-6 Monaten behandelt werden. Kommt das Kind um eine Brille nicht herum, sollte das Material nickelfrei und der Nasensteg schön weich sein. Die Fassung sollte nicht über die Schläfen hinausragen – das ist unbequem für das Kind und behindert es in seiner Bewegungsfreiheit.

      Babyschielen

      In den ersten Wochen kann das Babyschielen auftreten, aber das kommt häufig vor und ist kein Grund zur Sorge. Erst wenn mit 6 Monaten immer noch keine Besserung eingetreten ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann gegebenenfalls rechtzeitig gegensteuern. Zwar sind viele Sehschwächen erblich bedingt, aber bei einigen kann frühes Handeln noch viel bewirken.

      [AKL]

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